31.07.12 - WASSERKUPPE - Im Jahre 1991 wurde das länderübergreifende Biosphärenreservat Rhön von der UNESCO ausgewiesen. Das Biosphärenreservat umfasst eine Gesamtfläche von 184.939 Hektar, davon 72.802 Hektar in Bayern, 63.564 Hektar in Hessen und 48.573 Hektar in Thüringen. Ziel des Reservats ist es, die Vielfalt und Qualität der Rhön unter Einbeziehung der lokalen Landwirtschaft, des Naturschutzes, Tourismus und Gewerbes zu sichern. Um sich über den Entwicklungsstand des Biosphärenreservats zu informieren, trafen sich die Vorstände der Landtagsfraktionen der FDP aus Hessen, Bayern und Thüringen am Montagnachmittag auf der Wasserkuppe zur ersten Rhön-Gipfel. Dies war einer von mehreren Terminen am Montag und Dienstag im Drei-Länder-Eck der Rhön.
„Während unseres Treffens wollen wir uns über aktuelle Themen in den Ländern austauschen und ganz konkret im Hinblick auf das länderübergreifende Biosphärenreservats unsere Zusammenarbeit besprechen“, erklärte der hessische Fraktionsvorsitzende Wolfgang Greilich. „Die Rhön hat wirklich sehr gute Vorausetzung sich nicht nur wirtschaftlich und vor allem touristisch, sondern auch kulturell zu entwickeln. Es ist schön zu sehen, wie hier auf kleiner Ebene bereits seit Jahren partnerschaftlich zusammen gearbeitet wird und dadurch eine ganze Region über Ländergrenzen hinweg zusammengewachsen ist. Das gilt es zu unterstützen.“, so der Liberale.
So fassten die FDP-Fraktionen während des Gipfels, der am Montag auf der Thüringer Seite begann, einen Beschluss. Dieser sieht erstens vor, die Kern- und Pflegezonen im Biosphärenreservat Rhön zu erhalten und zu fördern. Als Kernzonen wurden von der UNESCO die Bereiche benannt, die von jeglicher direkter Nutzung (z.B. Land- und Forstwirtschaft) ausgeschlossen sind. Die Rhön soll zweitens von allen drei Bundesländern als gemeinsames touristischen Reiseziel beworben und vermarktet werden. Die Verkehrsinfrastruktur zwischen Südthüringen, Unterfranken und Osthessen müsste laut der Liberalen ausgebaut werden, so dass drittens die Infrastruktur den Menschen in der Region eine Perspektive bietet. Die Bundesfernstraße B87n als Achse Fulda-Meiningen solle ein Anfang sein. In einer Region wie der Rhön müsse zudem die Bewirtschaftung und Landschaftspflege eine große Rolle spielen. Dementsprechend wollen die Fraktionen viertens die Lebensqualität in der Rhön nachhaltig sichern und steigern.
Während die Liberalen das Infozentrum und Radom auf der Wasserkuppe besuchten, sprach sich der Leiter der Hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön, Torsten Raab auch dafür aus, vor allem den Schutz der biologischen Vielfalt im Reservat im Auge zu behalten. „Die Zusammenarbeit der drei Länder hier auf der Wasserkuppe und im gesamten Biosphärenreservat kann noch viel intensiver werden“, so Raab. „Wir sollten darüber nachdenken, den Tourismus mehr zu bündeln und ein Zentrum als Anlaufpunkt zu schaffen, von dem aus die Besucher alle Orte des Reservats besuchen und erleben können“. Besonders am Herzen liege der hessischen Verwaltungsstelle auf der Wasserkuppe der Ausbau der Verkehrssituation. Obwohl es genug Touristen gäbe, seien zu den Hoch-Zeiten oftmals nicht genügend Parkplätze vorhanden. Dies müsse durch die Hessische Landespolitik dringend "in Angriff genommen werden", um den Tourismus nachhaltig zu fördern.
Diese Punkte sind sicherlich nur einige, auf einer großen Palette von Vorhaben und Verbesserungen. Inwieweit die Regierungen der drei Länder tatsächlich enger zusammenarbeiten werden und die Beschlüsse keine leeren Worte bleiben, wird sich in Zukunft zeigen. (ba) +++  |