23.10.09 - HÜNFELD

"Stolpersteine" erinnern an jüdische Familien - Ausstellung im Zuse-Museum

Zur Erinnerung an jüdische Familien aus Hünfeld, die Opfer des Nationalsozialismus geworden sind, wurden am heutigen Freitag die ersten so genannten „Stolpersteine“ in der Brunnenstraße verlegt. Die Aktion geht zurück auf den Künstler Gunther Demnig und wird in Hünfeld unterstützt durch Bastian Nitzschke sowie Elisabeth Sternberg-Siebert, die umfangreiche Forschungen über das jüdische Leben im Hünfelder Land angestellt und zwei Bücher zum Thema veröffentlicht hat. Insgesamt sollen in Hünfeld 14 solcher Gedenksteine verlegt werden.

"Wir können heute die Entwürdigung, die Verfolgung und Ermordung von ehemaligen Mitbürgern nicht ungeschehen machen, wir haben aber die Verantwortung, uns auch diesem Teil unserer Geschichte zu stellen", sagte Erste Stadträtin Monika Mihm. Nur durch das Erinnern, auch wenn es schmerzhaft sei, könne die Gesellschaft dazu beizutragen, dass sich solches Unrecht in der Zukunft nicht wiederhole. Menschen jüdischen Glaubens hätten über Jahrhunderte das Leben in Hünfeld mitgeprägt. "Deshalb erinnern die Stolpersteine auch daran, dass wir alle durch dieses große Unrecht, das unseren Mitbürgern geschehen ist, um einen wesentlichen Teil unserer Geschichte ärmer geworden sind", sagte Mihm.

Schüler der Wigbert-Schule trugen Auszüge aus Briefen sowie die Lebensdaten der 14 jüdischen Bürger vor, die während der Zeit des Nationalsozialismus ermordet worden waren. Im Konrad-Zuse-Museum läuft derzeit eine Sonderausstellung zum Thema „Die jüdischen Familien von Hünfeld“. +++

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