15.07.10 - FULDA

MILLIONENSCHADEN: TECLAC-Hallen und Lager in Flammen - NEU: VIDEO

Gegen 21 Uhr ist gestern Abend ein Gro√übrand in einer Halle des Lackierwerkes "TECLAC Werner GmbH" ausgebrochen. Kilometerweit war eine schwarze Rauchs√§ule √ľber dem Industriegebiet Fulda-West zu sehen. Die Feuerwehr l√∂ste zun√§chst f√ľr mehrere Stadtteile einen Gro√üalarm aus. Als die ersten Kr√§fte eintrafen, ging √ľber dem Industriegebiet ein schweres Unwetter mit Gewitter, Blitzen und Starkregen nieder.

Allerdings scheint der Ausl√∂ser kein Blitzschlag gewesen zu sein, denn der Alarm der Brandmeldeanlage lief noch vor dem Gewitter bei der Leitstelle Fulda auf. Der starke Wind entfachte sofort die Flammen und trieb sie auf einen Lagerbereich zu, wo hohe Stapel aus Gitterpaletten mit Kunststoffteilen zum Lackieren standen. Es dauerte nur wenige MInuten, da sah sich die Feuerwehr einer m√§chtigen Feuersbrunst gegen√ľber. Zehn Meter hohe Flammen, eine unertr√§gliche Hitze und √ľber dem Industriegebiet eine pechschwarze Rauchs√§ule, die kilometerweit zu sehen war und schon von weitem den Gro√übrand ank√ľndigte.

F√ľr die Feuerwehr Fulda-Mitte und mehrere Stadtteile wurde "Vollalarm" ausgel√∂st. Von √ľberall eilten die Kr√§fte herbei und sahen sich einer riesigen Feuerwand gegen√ľber. Hinzu kam das st√ľrmische Wetter mit peitschenartigem starken Regen und Wind. Schlechtere Einsatzbedingungen sind kaum vorstellbar. Sicherlich erleichterte diesen Einsatz die Tatsache, dass in den vergangenen Jahren schon mehrfach Feuerwehr√ľbungen in dem Betrieb stattfanden. Ein Effekt: man hatte Ortskenntnisse, wu√üte wo Feuerwehrtore und Brandabschnitte waren und konnte entsprechend auch die L√∂schmannschaften einsetzen. Nat√ľrlich kamen da in ersten Linie gro√üe Wasserwerfer sowie der Teleskopmast zum Einsatz, w√§hrend aus dem Korb der Drehleiter von der entgegengesetzten Seite die Flammen bek√§mpft wurden.

Erschwerend war sicherlich, dass der Einsatz in der Dunkelheit ablief. Die Fassaden mehrerer Hallen sind zerst√∂rt bzw. v√∂llig ausgebrannt. Bis Mitternacht waren insgesamt 120 Feuerwehrleute im Einsatz, aber auch Spezialisten von der Gas- und Wasserversorgung (GWV), dem Energielieferanten √úWAG sowie dem Abwasserverband waren an der Brandstelle. Auch die Kriminalpolizei hat w√§hrend der L√∂scharbeiten erste Ermittlungen aufgenommen, konnte aber kaum Details bekanntgeben. Allerdings scheint klar: der Brand begann vor dem Unwetter - daher sei Blitzschlag wohl auszuschlie√üen. N√§heres m√ľssen die Untersuchungen eregeben. Heute im Laufe des Tages sollen auch Brandermittler des Landeskriminalamtes nach der Ursache forschen.

Polizei und Feuerwehr hatten auch per Rundfunkwarnmeldungen die Nachbarn des Lackierwerkes aufgefordert, Fenster und T√ľren geschlossen zu halten wegen m√∂glicher gesundheitssch√§dlicher Emissionen. Die DRK-Schnelleinsatzgruppe aus Fulda und die Bereitschaft m&w1 (ebenfalls DRK Fulda) wurden alarmiert und zur Brandstelle beordert. Diese Pr√§senz ist bei der Gr√∂√üe dieses Einsatzes ein St√ľck Pr√§vention und dient der Absicherung der - stark belasteten - Wehrkr√§fte. Allerdings gab es auch "Arbeit" f√ľr die Retter: sie mussten drei verletzte Feuerwehrleute mit Prellungen und Schnittwunden behandeln. Insgesamt waren rund 20 ehrenamtliche Rettungskr√§fte des DRK mit mehreren Rettungswagen, dem Einsatzleitwagen 2 und dem Logistik-Fahrzeug im Einsatz. Auch wurden der Leitende Notarzt (LNA) sowie der Organisatorische Leiter Rettungsdienst (OLRD) des Landkreises Fulda zur Brandstelle geschickt.

Hektische Panik war plötzlich gegen 22 Uhr entstanden. Während aus zahlreichen C- und B-Rohren gelöscht wurde, war plötzlich ein intensives Zischen zu hören. Nach etwa zehn Sekunden plötzlich Schreie, Männer liefen weg und riefen: "Weg, weg, eine Gasflasche explodiert". Zwar hörte das Zischen bald auf und es gab "Entwarnung", aber diese Momente machten einmal mehr klar, wie gefährlich die Arbeit der Feuerwehrleute ist und wie sehr sie plötzlich mit einer Lebensgefahr konfrontiert werden können.

Die Feuerwehr Fulda hatte ein gro√ües Logistikzentrum abseits der Einsatzsstelle errichtet, um alle L√∂sch- und Hilfsma√ünahmen zu koordinieren. Die direkt vorbeif√ľhrende Vogelsbergbahn war √ľbrigens nicht betroffen: seit Montag gibt es wegen Reparaturarbeiten zwischen Fulda und Lauterbach keinen Bahnverkehr.

Eines machte allerdings gegen Mitternacht der Feuerwehr Sorge: das Löschwasser hatte "bedrohlich" abgenommen. Deshalb wurden weitere Wehren alarmiert, die durch lange Schlauchleitungen von bis zu zwei KIlometern Länge die Löschwasserversorgung der Einsatzstelle sicherten.

Noch in der Nacht gab es viele offene Fragen: etwa bez√ľglich der weiteren Produktion in dem Lackierwerk. Und auch wenn sich noch niemand auf die Schadensh√∂he festlegen wollte, so wird doch eine Summe im Millionenbereich als "wahrscheinlich" angenommen. (gw / ma) +++

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