16.06.11 - GERSFELD

Teleskope, Kameras, Experten - "Abenteuer" Mondfinsternis in der Rhön

Es war Mittwochabend etwa 22:30 Uhr auf der Wasserkuppe (Rhön) - mit 950 Metern dem höchsten Punkt in Hessen. Auf der Aussichtsplattform des Radoms im Kreis Fulda standen - wie an vielen anderen Orten in Deutschland auch - mehrere Teleskope, Fotokameras mit langen Teleobjektiven, drei Experten von AstraNation sowie eine Hand voll interessierter Beobachter. Sie alle schauten in Richtung Süden und warteten nur auf den einen Moment: die totale Mondfinsternis, den Augenblick also, wenn der Mond komplett in den Kernschatten der Erde eintaucht („osthessen-news“ berichtete bereits darüber: http://www.osthessen-news.de/beitrag.php?id=1199066 ). Die Hobby-Astrologen sprachen von einem historischen Ereignis, denn es soll die längste Mondfinsternis seit mehr als zehn Jahren sein. Doch dichte Wolken blockierten zunächst den direkten Blick auf das kosmische Schauspiel.

Das Hoffen und Bangen war Stephan Heinsius, Harald Petrich und Stephan Bäcker - die AstroNation-Mitglieder kamen extra aus Dreieich und Marburg auf die Wasserkuppe - ins Gesicht geschrieben. Auf einmal, gegen 23:22 Uhr, wendete sich dann alles noch zum Guten: die Wolken wurden dünner und ein Hauch des sogenannten „Blutmondes“ war am Horizont zu sehen. Große Freude also bei dem Experten-Trio. Sofort begann das aufwendige „Einfangen“ von Foto-Impressionen sowie die Ausrichtung einer sehr leistungsstarken und lichtempfindlichen Kamera mit LIVE-Übertragung ins Internet („osthessen-news“ berichtete bereits über das Projekt: http://www.osthessen-news.de/beitrag.php?id=1199130 ). Auch wenn die gute Sicht nur kurz anhielt, blieb die ganze große Enttäuschung bei den „Mofi-Fans“ aus.

Auch im Bereich des Fliegerdenkmals und dem Parkplatz an der Fuldaquelle waren bis kurz vor Mitternacht noch unzählige Menschen mit Taschenlampen und sogar eine Schulklasse unterwegs, um das Naturschauspiel mit zu erleben. Nach Angaben eines Extrem-Wetterexperten aus der Region stieg die Chance auf gute Bilder jedoch um ein vielfaches an, je weiter man in Richtung Süden Deutschlands fuhr. Das berichtete auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach, da es dort immer wieder zu Wolkenlücken gekommen sei. (Christian P. Stadtfeld). +++

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