| 06.04.12 - Lauterbach - Am Mittwoch fand die jährliche Vertreterversammlung des Kreisbauernverbands Vogelsberg (KBV) in Lauterbach statt. Vorsitzender Kurt Wiegel konnte einen Großteil der Vertreter aus den Ortsbauernverbänden begrüßen. Den Hauptvortrag zum Thema „Für die Interessen der deutschen Bauern in Brüssel“ hielt Willi Kampmann vom Deutschen Bauernverband. Gekommen waren auch die Vorsitzenden der Kreisverbände für landwirtschaftliche Fortbildung, Udo Kornmann und Walter Lang, sowie Steffen Schäfer vom Kreisverband der Jagdgenossenschaften. Die Landsenioren waren mit Gerhard Ziegler und der Bodenverband durch seinen Vorsitzenden Rüdiger Rausch vertreten. KBV-Vorsitzender Wiegel freute sich auch über das Erscheinen von Marita Greb und Gudrun Stumpf von den Bezirkslandfrauenverbänden. KBV-Ehrenvorsitzender Karl Dörr und der Agrarsprecher der Hessischen Landjugend, Andreas Kornmann, waren gerne gesehene Gäste. Die Landwirtschaftsverwaltung repräsentierte Karl-Peter Mütze als Leiter des Amtes für den ländlichen Raum des Vogelsbergkreises.
Der Hauptreferent des Abends, Willi Kampmann, stellte unter anderem die Pläne der Europäischen Union zur Gemeinsamen Agrarpolitik vor. Dabei ging er insbesondere auf die Bedeutung der berufsständischen Arbeit in Brüssel ein. Themen wie Direktzahlungen und Ausgleichzulage stünden derzeit im Mittelpunkt der Diskussionen. Auch die Kommissionsvorschläge zum Greening könne kaum ein Bauer in Hessen nachvollziehen. Ein weiterer Zuwachs an Bürokratie müsse in jedem Falle vermieden werden. Kampmann zeigte sich dennoch verhalten optimistisch zum Ausgang der Verhandlungen in Brüssel. Europa sei jedenfalls weniger anfällig für kurzfristige politische Strömungen als die Bundes- oder Landespolitik.
Die jüngsten Entwicklungen auf den Agrarmärkten skizzierte Vorsitzender Wiegel in seinem Jahresüberblick. Die Stimmung in der Landwirtschaft werde durch die massiven Auswinterungsschäden beim Wintergetreide getrübt. Ein strenger Frost habe dazu geführt, dass viele Landwirte hätten neu säen müssen. Große wirtschaftliche Schäden seien entstanden. Dazu komme, dass das Saatgut knapp geworden sei. Wegen entgegenstehender EU-Regelungen habe man keine zeitnahe Bereitstellung von Behelfssaatgut durchsetzen können. Einen weiteren Schwerpunkt seines Überblicks setzte Wiegel im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Er appellierte an seine Berufskollegen, sich an den Tagen des offenen Hofes zu beteiligen. Viele Menschen in den Städten und Dörfern wüssten nicht mehr, wie Landwirtschaft tatsächlich funktioniere.
Dem Geschäftsführer Christian Klüter oblag es, den Haushaltsabschluss 2011 und den Voranschlag 2012 sowie den Tätigkeitsbericht vorzutragen. Ein besonderes Augenmerk habe er im vergangenen Jahr auf die regelmäßige Fort- und Weiterbildung der Geschäftsstellenmitarbeiter gelegt, so Klüter. Als Berater müsse man stets auf dem Laufenden bleiben. Walter Momberger aus Hainbach zitierte aus dem Prüfungsbericht der Kassenprüfer. Seinem Antrag auf Entlastungen wurde einstimmig stattgegeben. Turnusgemäß neuer Kassenprüfer ist Norman Schweitzer aus Nösberts-Weidmoos.
Die beiden stellvertretenden KBV-Vorsitzenden Norbert Reinhardt, Haarhausen, und Manfred Faust, Wallersdorf, wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Wiedergewählt wurden auch die Vorstandsmitglieder Klaus Ritter, Lingelbach, Wilfried Seipel, Stumpertenrod, Helmut Bittner, Altenschlirf, Hartmut Eifert, Hörgenau, Karl-Heinz Mest, Arnshain, und Hans Siebert aus Pfordt. Für den aus Altersgründen ausscheidenden Wilfried Steuernagel, Eudorf, kam der 26-jährige Agrarstudent André Peter aus Münch-Leusel in den Kreisvorstand. Zudem wurden wichtige Satzungsänderungen beschlossen. In der Jahreshauptversammlung dürfen zukünftig alle Mitglieder abstimmen, nicht nur die Vertreter der einzelnen Ortsbauernverbände.
Norbert Reinhardt, der auch als Kreislandwirt des Vogelsbergkreises fungiert, freute sich über Kampmanns Informationen aus erster Hand. Er hofft, dass der Deutsche Bauernverband weiterhin erfolgreich für die gemeinsamen Vorstellungen zur europäischen Agrarpolitik wirbt. Wichtig sei es, politische Mitstreiter zu gewinnen, auf die man sich verlassen könne. Zu viele frühere Agrarkommissare hätten in besonderer Weise nur an ihre eigenen Herkunftsländer gedacht, so Reinhardt abschließend. +++
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