BAD HERSFELDRoter Teppich & Weltpremiere am Abend

Festspiele feierlich eröffnet - Thema: Luther und Europa - Riesen-Interesse

24.06.17 - Alle Augen sind heute auf Bad Hersfeld und den Auftakt der 67. Festspiele gerichtet: Am Abend feiert die Luther-Inszenierung von Star-Intendant Dieter Wedel Weltpremiere in der Stiftsruine. "Martin Luther - Der Anschlag" wird überall mit Spannung erwartet. Am Abend vor der Premiere sorgte allerdings ein Eklat für Wirbel im deutschsprachigen Raum. Wedel warf kurzerhand den Wiener Burgschauspieler Paulus Manker aus dem Ensemble (O|N berichtete aktuell). Christian Nickel wird deshalb in einer Doppelrolle zu sehen sein: als Reformator und nun auch als "Wutbürger".

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier eröffnete ...Fotos: Hans-Hubertus Braune

Hielt eine beeindruckende Festrede: Frans ...

Dieses Scharmützel soll aber heute keine große Rolle mehr spielen. Vielmehr steht der Auftakt der 67. Bad Hersfelder Festspiele im Fokus - begleitet von einem riesigen Medieninteresse und einem Staraufgebot auf dem Roten Teppich. Bei bestem Wetter - und es ist zum Glück nicht mehr so heiß - war die Stadt schon am Nachmittag gut gefüllt. Die Menschen saßen in den zahlreichen Straßencafés und ließen sich von den Straßenkünstlern unterhalten. Sie sorgten für das besondere Flair - Bad Hersfeld ist im Festspiel-Fieber.

Um 18:30 Uhr wurden dann die Festspiele in der Stiftsruine feierlich eröffnet. Nach einer wunderbar verjazzten Version von Lois Armstrongs Hit "What a wonderful world" ergriff zunächst Bürgermeister Thomas Fehling das Wort. Er erinnerte daran, dass Martin Luther am 1. Mai 1521 von der Kanzel der Stiftskirche gepredigt hat. Nur drei Tage später sei Luther im Thüringer Wald scheinbar entführt, in Wirklichkeit aber auf die Wartburg in Sicherheit gebracht worden. "So kommt es, dass die Stiftsruine nicht nur für die Stadt Bad Hersfeld eine wichtige Bedeutung hat, sondern auch in Sachen Luther eine ganz eigene Geschichte erzählen kann", sagte Fehling. Der Bürgermeister dankte vor allem auch Intendant und Regisseur Dieter Wedel, der selbst auf eine Rede verzichtete, weil sich die Ereignisse wegen des Manker-Rauswurfs in den letzten Stunden überschlagen hätten.

Hauptredner war der Erste Vizepräsident der Europäischen Kommission, Frans Timmermans. Augenzwinkernd wandte er sich ans Publikum: "Genießen Sie die Ironie, dass ausgerechnet ein holländischer Katholik über Luther zu Ihnen spricht." Er ging der Frage nach, warum Luther sich damals gegen das Establishment gestellt habe. Das sei nicht leicht zu beantworten, weil Luther so sehr widersprüchlich gewesen sei. "Deswegen ist Kunst so wichtig", befand Timmermans, "weil sie antworten kann: Vielleicht darum." Der 30-jährige Krieg habe den Kontinent zerrissen, aber mit dem Westfälischen Frieden habe ein wichtiges Ereignis hin zu einer Einigung Europas stattgefunden. Timmermans hielt ein kluges und flammendes Plädoyer für Europa und erteilte nationalistischen Tendenzen eine klare Absage.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier nahm diesen Ball schließlich gerne auf und erinnerte daran, dass Osthessen vor noch gar nicht allzu langer Zeit Zonenrandgebiet gewesen sei. In Richtung Festspiele sagte Bouffier: "Die Spiele sind ein besonders heller Stern am Firmament der Kultur. Und dass Sie, lieber Herr Timmermans, den Weg hierher gefunden haben, beweist Ihren guten Geschmack."

Zur Stunde stehen hunderte Schaulustige an den Absperrgittern am roten Teppich, um all die Stars aus Kultur, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik aus nächster Nähe zu sehen. Im wunderschönen Festspielpark wurde eine riesige Area für die VIPs - aber auch für die "ganz normalen" Theaterbesucher aufgebaut. Die Festspielstadt hat sich herausgeputzt.

Die Redaktion von OSTHESSEN|NEWS ist natürlich auch mit einem großen Team vor Ort und berichtet aktuell aus Bad Hersfeld - aus unserem Redaktionsbüro am Linggplatz haben wir einen wunderbaren Blick und verraten Ihnen fortlaufend, wer so alles über den Roten Teppich schlendert. Unser Team vor Ort: Hans-Hubertus Braune, Klaus Dehnhard, Carina Jirsch, Sabrina Ilona Teufel und Matthias Witzel. (hhb/mw) +++


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