- Fotos: Erich Gutberlet

BAD HERSFELDRollenwechsel im Minutentakt

Semmelrogge, Majowski und Co. geben erste Einblicke in "Die 39 Stufen"

29.06.17 - Inbrünstig schmettern die beiden Unterwäsche-Vertreter (Markus Majowski und Martin Semmelrogge) Albert Hammonds „I’m a Train“ und fachsimpeln im Zug über Dessous. Dem etwas steif anmutenden Hannay (Stefan Kaminsky) sind die krakeelenden Reisegefährten, die ihn generös in ihr Gespräch involvieren, mehr als befremdlich. Endlich. Ziel erreicht. Willkommen im schottischen Edinburgh. Bereits diese kleine Szene aus der Krimikomödie „Die 39 Stufen“, die am Samstagabend, 15. Juli, Premiere im Schloss Eichhof feiert, lässt Großes erahnen.

Halsbrecherische Verfolgungsjagden, Schießereien in den Highlands, eine geheimnisvolle Unbekannte im düsteren Hotelzimmer – den Stoff von Alfred Hitchcocks Frühwerk hat Patrick Barlow mitreißend und witzig für die Bühne bearbeitet. „Dem englischen Theatermann ist es gelungen, hochkomplexe Texte und Handlungsstränge mit einfachsten Mitteln abzubilden“, erläutert Patrick Schimanski, der das Eichhofstück inszeniert. „Mit sehr schönem trockenen, fließenden, englischen Humor warten ‚Die 39 Stufen‘ auf – das wollen wir darstellen“, sagt der Regisseur und Komponist. „Wir kommen mit wenigen Requisiten aus, spielen mit der Fantasie der Zuschauer.“

Martin Semmelrogge, der zurzeit per E-Bike – seine Harley hat er auf Mallorca gelassen – zwischen Spielstätte, Hotel und Fitnessstudio pendelt, bezeichnet die Geschichte als „sehr komplex, mit überraschenden Wendungen“. „Die 19 Rollen, die ich verkörpern muss, sind mir angedichtet worden“, meint der Schauspieler mit der unverwechselbar knarzigen Stimme augenzwinkernd. „Schön ist, dass ich den Antagonisten, quasi den Dr. No, mimen darf.“ Zudem spielt er unter anderem eine Straßenlaterne, einen Inspektor, einen Conférencier, eine Hotelbesitzerin, einen Platzanweiser, eine morastige Stelle im Sumpf und einen Milchmann. „Wir machen hier ernsthaften Nonsens, können unsere Craziness gemeinsam voll ausleben“, betont der 61-Jährige.

Für Markus Majowski fühlen sich die 19 Rollen, die er zu meistern hat, gefühlt an wie 250. Treffenderweise gibt der Komödiant in „Die 39 Stufen“ unter anderem das Gedächtniswunder Mr. Memory. Von der Spielstätte ist der Darsteller, der zum ersten Mal im Innenhof des Schlosses Eichhof agieren darf, begeistert. „Hier ist es ein bisschen so wie zu shakespearschen Zeiten“, bekräftigt er. „Irgendwie ein wenig spooky.“

Derweil preist ein gut aufgelegter Martin Semmelrogge Philipp Wiechert, der gemeinsam mit Regisseur Patrick Schimanski die Musik komponiert hat, als „unseren Jimi Hendrix“ an. „Da es keine feste Partitur für die Theaterfassung gibt, haben Patrick und ich uns wie auf einer Spielwiese austoben können“, sagt der Bühnenmusiker. Töne und Klänge dienen in „Die 39 Stufen“ als stark gestalterisches Element. Auf ein spezielles Genre haben sich beiden Komponisten nicht festnageln lassen. Sie crossovern sich durch Rock, Pop, Filmmusik, Folklore und Jazz.

Martin Semmelrogge.

Hautnah erleben wird das Publikum die Darsteller. Wie ein Steg ragt die Bühne hinein in den Zuschauerraum. Wird das Geheimnis der 39 Stufen gelüftet werden? Ein Besuch des Eichhofstückes ist Kult, zählt zum Pflichtprogramm der Bad Hersfelder Festspiele. Mehr Infos: http://www.bad-hersfelder-festspiele.de/. (Stefanie Harth) +++

I'm a Train: Sichtlich genervt ... Fotos (6): Stefanie Harth

Stefan Kaminsky.

Markus Majowski (li.).

Das Eichhofstück-Ensemble.

Groß ist das Interesse der ...




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