"Hier stehe ich, ich kann nicht anders": Martin Luther ist derzeit in der Festspielstadt omnipräsent. - Foto: Stefanie Harth

BAD HERSFELDIm Zeichen des Reformators

Podiumsdiskussion mit Margot Käßmann: Was bedeutet Luther für uns heute?

01.07.17 - "Hier stehe ich, ich kann nicht anders": Der Reformator ist dieser Tage in der Festspielstadt Bad Hersfeld omnipräsent. In Dieter Wedels Inszenierung "Martin Luther – Der Anschlag" werden in einer fiktiven Talkshow Fragen aufgeworfen, die im Stück selbst unbeantwortet bleiben. Im "Foyer im Grünen" an der Stiftsruine greift Manfred Otzelberger am morgigen Sonntagvormittag, 2. Juli, diese Fragen auf und diskutiert unter anderem mit der Botschafterin für das Reformationsjahr, Margot Käßmann, mit dem Journalisten und praktizierenden Katholiken Matthias Matussek und mit Professor Dr. Heinz-Walter Große, dem Vorstandsvorsitzenden der B. Braun Melsungen AG und Mitglied der Landessynode Kurhessen-Waldeck. Beginn ist um 11 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Warum etwa haben sich viele Menschen von der Kirche abgewandt und finden keinen Bezug mehr zur Religion? Hat die Kirche heute wieder eine Reformation nötig? Hat sie sich zu weit von den Sorgen und Nöten der Menschen entfernt? Sind christliche Werte heute überhaupt noch lebbar, sind sie im Alltag noch relevant? Oder haben sie ihre Gültigkeit verloren?

Spricht in Bad Hersfeld über ...Archivfoto: Gerhard Manns

"Die verhängnisvolle Flamme des religiösen Wahns ist immer noch nicht erloschen. Anmaßung, Unvernunft, das Beharren auf der Überzeugung, nur der eigene Gott sei der einzig wahre, beweisen, wie Gott immer wieder missverstanden wird", heißt es im Luther-Stück. Bis heute werden weltweit Kriege im Namen Gottes geführt. Sind Religionen mehr Kriegs- als Friedensstifter? War Luther selbst nicht auch ein Unruhestifter und Kriegstreiber, ein "Fundamentalist"? Mit seinen antisemitischen Äußerungen und seiner Vision von einer gemeinsamen deutschen Nation galt er für die Nationalsozialisten als einer der größten ideologischen Vorreiter. Wie steht die Kirche heute zu ihrer unrühmlichen Rolle im Dritten Reich? Auf welcher Seite würde Luther wohl heute stehen? Wäre er zufrieden mit "seiner" Kirche?

Manfred Otzelberger ist Buchautor und Journalist. Zuletzt ist im Herder-Verlag die Biografie "Martin Schulz - Der Kandidat" erschienen. Der mehrfach preisgekrönte Autor verfasste auch die Biografie von CSU-Rebellin Gabriele Pauli. Außerdem ist er seit 2007 Redakteur bei BUNTE, dort für große Politikerportraits und Interviews zuständig, die den ganzen Menschen abseits des Amtes beleuchten. Vorher war der Absolvent der Deutschen Journalistenschule Tageszeitungsredakteur in Bayreuth und hat unter anderem für Spiegel, Focus und Süddeutsche Zeitung geschrieben. (pm/sh) +++



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