22.09.04 - Fulda

Firma WAGNER baut "Gläserne Fabrik" - OB besuchte Autoteilezulieferer

Um seinen Gästen zu zeigen, was das eigene Haus produziert, greift Dr. Stefan Wagner am liebsten zu einem kleinen anthrazitfarbenen Plastik-koffer. Sorgfältig in Schaumstoff eingebettet, liegen darin die verschiedensten Ventiltypen, die von den unterschiedlichsten Herstellern für ihre Fahrzeuge benötigt werden. Spezialventile sind es, die der Autoteilezulieferer Wagner produziert. Die Zylinder von Motoren werden mit Präzisionsarbeit aus Fuldaer Fertigung gekühlt. Jährlich produziert das Unternehmen über 40 Millionen Automobilteile.

Firmenchef Wagner ist stolz darauf, wer alles zu seinen Kunden zählt. Daimler Benz und BMW gehören ebenso dazu wie Exoten wie Ferrari oder Rolls Royce. Gerade erst wieder ist ein Großauftrag aus Frankreich hinzugekommen. Die Firma Wagner hat mit ihren Teilen unter 6 Bietern den Zuschlag vom zweitgrößten europäischen Automobil-produzenten nach VW, der PSA-Gruppe aus Citroen und Peugeot, bekommen.

Seit 1993 ist das Fuldaer Unternehmen auf kontinuierlichem Wachstumskurs. Zwischen 7 und 8 % liegt der jährliche Zuwachs, freut sich Wagner. Inzwischen nähert sich die Umsatzmarke der 30 Mio. Euro-Grenze. 282 Stammbeschäftigte produzieren im Standort Fulda etwa 250 verschiedene Teile, die - und darauf ist Firmeninhaber Wagner besonders stolz - "sehr anspruchsvoll und in Millionenstückzahl gefertigt werden".

Das ursprünglich 1879 in Suhl gegründete und 1948 in Fulda wiederbegründete Unternehmen verfügt über eine Produktionsfläche von 15.000 qm. Werkzeugmacher, Dreher und Techniker sind bei Wagner beschäftigt. "Wir bilden in diesen Bereichen auch aus", erläutert der Chef des mittelständischen Betriebes.

Sehr zufrieden über die Entwicklung bei Wagner zeigte sich Fuldas Wirtschaftsdezernent. Bei seinem Besuch betonte Möller, Deutschland könne nicht nur von Dienstleistung und Handel leben. "Wir brauchen auch Produktion!", unterstrich der OB. Die regelmäßigen Firmenbesuche im Jahr seien immens wichtig, denn der Wirtschaftsdezernent müsse wissen, was in den Unternehmen passiert. Firmenchef Wagner unterstrich bei dieser Gelegenheit die gute Zusammenarbeit mit der Stadt. Sie funktioniere reibungslos in allen Themenbereichen, die das Haus betreffe. Der OB sicherte im Gegenzug zu, dass die Stadt, wo es möglich sei, auch helfen wolle.

Wie "Osthessen-News" aus sicheren Quellen erfuhr, wird die Firma Wagner spätestens zum Jahresende 2004 in unmittelbarer Nachbarschaft das Gebäude des jetzigen "Gebrauchtwagenhauses KRAH + ENDERS - Autohaus Fulda" übernehmen. "K + E" wird mit den Gebrauchwagen dann in sein neues "Motorhaus" in der Kohlhäuser Straße umgezogen sein. Der Autoteilezulieferer möchte darin - so war zu hören - eine "gläserne Manufaktur" errichten. +++