v.l.n.r. Herr Schmitt (Amtsleiter Schulamt Fulda), Hannah Richter (Winfriedschülerin) Herr Dr. Gros, Herr Göbel, Lara Hosbach (Winfriedschülerin), Frau Feling, Herr Müller, Frau Schneider mit Töchterchen Ella, Herr Bartsch, Herr Dickhut (Direktor Winfriedschule), Herr Kuntze (Staatssekretär Kultusministerium). -

FULDA„Kunst nicht um der Kunst Willen“

Winfriedschule wird KulturSchule des Landes Hessen

09.12.15 - Die frohe Botschaft, dass die Winfriedschule nach dreijährigem Prozess als KulturSchule zertifiziert wird, hatte Frau Dr. Simone Twiehaus vom Projektbüro für kulturelle Bildung bereits im November persönlich nach Fulda gebracht. Vor der beeindruckenden Kulisse von Schloss Rauischholzhausen bei Marburg fand am 25.11.2015 nun die offizielle Feier zur Verleihung des Zertifikats KulturSchule in Hessen statt. Im historischen Prunksaal des Schlosses stellten alle sechs zertifizierten KulturSchulen der zweiten Staffel in einem kulturellen Beitrag der Schülerinnen und Schüler noch einmal vor, wie es sich anhört, ansieht und sogar anfühlt, wenn jedes Kind eine Kunst präsentiert. Die Gäste wurden von afrikanischen Djemben zusammengetrommelt und von verhüllten Theaterspielern in den Vortragssaal geleitet. Dort wurden die Festreden umrahmt von virtuosem Geigenspiel und einer weiteren Theaterperformance. Den musikalischen Abschluss gestaltete das Duo aus Lara Hosbach an der Harfe und Hannah Richter auf der Oboe aus der Klasse 8FL1 der Winfriedschule.

Staatssekretär Kuntze fasste noch einmal zusammen, was die sechs Schulen aus seiner Sicht besonders als KulturSchule auszeichnet. Er machte deutlich, dass es sich bei der Entwicklung zur KulturSchule nicht um ein für alle Schulen gleichermaßen gültiges Muster mit allgemeingültigen Kriterien handelte, sondern vielmehr um eine kreative, schulindividuelle Ausgestaltung. Für die Vermittlung einer Kunst für jedes Kind, ästhetische Zugänge in allen Fächern und die Umgestaltung des Lehrplanes im kulturellen Sinne, finde jede Schule hier ihre eigenen Wege.

Die Winfriedschule Fulda wurde dafür gelobt, dass sie sich im ständigen kulturellen Dialog mit ihrem zweiten großen Profil, dem MINT-EC-Programm, befindet und diese beiden an Gymnasien traditionell konkurrierende verschiedene Bereiche und fachübergreifende Sonderprojekte erfolgreich verbindet. Kuntze schloss mit einem Zitat Hermann Hesses, wonach ihm alle Erziehung und Bildung weniger Erkenntnis und Wissen vermittelt hätten als die Künste.

Festredner Prof. Rittelmeyer, Diplompsychologe von der Universität Göttingen, gratulierte den KulturSchulen zu ihrer Pioniertätigkeit. Man sei internationaler Vorreiter in der Erkenntnis, dass die Betonung der Künste, die Renaissance ganzheitlicher ästhetischer Bildung wie bereits zu Humboldts Zeiten, die Jugendlichen zu einem Menschen erziehe, wie ihn die moderne Welt besonders brauche.

Die jahrzehntelange Ausrichtung der Bildung auf ihren Nutzen für die Wirtschaft und daraus abgeleitete Entwicklungsziele für die Schulen seien veraltet. Die Herausforderungen seien vielfältiger: zusammenwachsende Kulturen einerseits, Angst vor Terror und kulturellem Zerfall andererseits, ein übergroßes Bedürfnis nach Innovation und neuen Wegen in Beruf und Technik. Die Idee kultureller Bildung versuche die jungen Menschen mit dem kreativen Potenzial auszustatten, das sie dafür wappnet, die Zukunft in Europa und der Welt zu gestalten.
Von ästhetischer Bildung gehe offensichtlich eine interdisziplinäre und überfachliche Wirkung aus, da sie die gezielte Aufmerksamkeit fördere und dazu befähige, mit wachen Sinnen und aus allen Sinnen heraus Urteilsfähigkeit, Entscheidungsfähigkeit, und soziale Intelligenz zu erwerben.

Es seien doch immer die emotionalen und sinnlichen Zugänge gewesen, die die Menschen zur Bildung angespornt hätten, nicht die von Lehrpersonen vorgegebenen Inhalte. Erst wer einen persönlichen Zugang finde, sich innerlich angesprochen fühle, sei bereit, das Angebotene auf sich wirken zu lassen. Das sei im Theater nicht anders als in der Architektur oder Astrophysik. So ließe sich in zahlreichen Studien nachweisen, dass ein kulturell gebildeter Mensch Transferfähigkeiten ausbilde, die ihn entscheidend von einem konventionell ausgebildeten Menschen unterschieden. Dies sei das Fundament, auf dem die Zukunft gebaut sei.

Bei den Anwesenden lief der Festredner mit diesen Worten offene Türen ein. Die angetretenen zertifizierten Schulen wussten, dass sie die „Kunst nicht um der Kunst Willen“ betreiben wollten, sondern um ihren Schützlingen eben jene Transferfähigkeiten für die Zukunft mitzugeben. Glücklich nahmen die Vertreter der KulturSchulen ihre Zertifikate entgegen. Allen Zertifikaten war eine umfangreiche Schulentwicklungsarbeit in konkreten Unterrichtsversuchen und Projekten sowie eine Zeit intensiver Diskussionen in den Schulen vorausgegangen. Nun warten auf die Schulen noch die Jahre der Konsolidierung, in welchen der Entwicklungsprozess, der mit dem Zertifikat angestoßen wurde, auch in der Zukunft fortgeführt werden soll. +++




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