Foto: Bahn

14.03.16 - REGION

Streckenführung bis Anfang 2017

Ausbau ICE-Strecke Hanau - Fulda - Trassenkorridore werden gesucht

Die Planungen für die neue Bahnstrecke zwischen Hanau, Würzburg und Fulda stehen vor einer entscheidenden Phase: Bis Anfang 2017 soll die Streckenführung zwischen Gelnhausen und Fulda ermittelt werden. In welchen Schritten dies erfolgen soll, stellten die von der Bahn beauftragten Umweltplaner der Büros Drecker, Froelich und Sporbeck den Mitgliedern des Dialogforums Hanau-Würzburg/Fulda vor.

Die Gutachter haben zunächst so genannte Grobkorridore ermittelt, innerhalb derer die neue Bahnstrecke verlaufen könnte. In den weiteren Planungsschritten verfeinert sich diese Betrachtung nun: Im Rahmen der nun
anstehenden Planungen werden innerhalb der groben Korridore  „Trassenkorridore“ aufgezeigt und anschließend ernsthaft in Betracht  kommende Streckenvarianten ausgearbeitet. Diese Varianten können dann miteinander verglichen werden, so dass bis Anfang 2017 eine so genannte „Vorzugsvariante“ feststeht, die die DB in das Raumordnungsverfahren einbringen möchte. Die Umweltplaner haben auch damit angefangen, eine Bestandsaufnahme der im Suchraum vorhandenen Vogel- und Tierartendurchzuführen. Hierbei beschränken sie sich zunächst auf die Bereiche, in denen eine oberirdische Streckenführung möglich ist. Die Mitglieder des Dialogforums wiesen darauf hin, dass in diesem Zusammenhang auch zu beachten sei, wie mit den entstehenden Erdaushubmassen bei möglichen Tunneln umzugehen ist.

Alle Beteiligten legen großen Wert darauf, dass das Verfahren formell und rechtlich einwandfrei verläuft. Ziel des Dialogforums sei es nach wie vor einenfairen und nachvollziehbaren Abwägungsprozess durchzuführen an dessen Ende die unter Berücksichtigung aller Kriterien verträglichste Variante stehe. Den Mitgliedern des Dialogforums ist dabei wichtig, dass keine Trassenvariante frühzeitig ausgeschlossen wird.

Für den Streckenabschnitt zwischen Hanau und Gelnhausen, der viergleisig ausgebaut wird, soll bis Herbst entschieden werden, welche Gleise vom Nahverkehr und welche vom Fernverkehr genutzt werden. Von dieser Entscheidung hängt ab, in welchem Umfang die vorhandenen Bahnhöfe umgebaut werden müssen. Die Mitglieder des Dialogforums betonten in diesem Zusammenhang ein weiteres Mal, wie wichtig es sei, die Bahnhöfe und Haltepunkte im Rahmen des Streckenausbaus barrierefrei zu gestalten.

Ein Experte der DB Netz AG stellte dem Dialogforum zudem die Grundlagen der „Netzkonzeption 2030“ genannten Neu- und Ausbaustrategie der Deutschen Bahn vor, die im Rahmen der Sitzung intensiv diskutiert wurden. Das nächste Treffen des Dialogforums Hanau-Würzburg/Fulda soll im September 2016 stattfinden. Bis dahin werden die Planungen der DB durch die verschiedenen Arbeitsgruppen des Dialogforums begleitet.

Über das Dialogforum:

Im Rahmen des Dialogforums zur Bahnstrecke Hanau-Würzburg/Fulda können sich seine Mitglieder gemeinsam über Themen rund um die Planungen der Deutschen Bahn und des Landes Hessen zum Aus- und Neubau der Strecke Hanau-Würzburg/Fulda austauschen. Es soll den Planungsprozess transparent und nachvollziehbar gestalten, Fakten klären und möglichst alle mit dem Bahnprojekt verbundenen Interessen-vertreterinnen und -vertreter an einem Tisch versammeln. Dabei ersetzt es nicht die formellen Verfahren: Das Forum ist ein Beratungsgremium mit empfehlendem Charakter, das ergänzend zu den formellen Verfahren durchgeführt wird. Das Dialogforum besteht aus Vertreterinnen und Vertretern von Kommunen, Landkreisen, Behörden, Landesverkehrsministerien und Bürgerinitiativen ebenso wie aus Landtagsund Bundestagsabgeordneten, Pendlern und Vertreterinnen und Vertretern
von Kammern, Umwelt-, Naturschutz-, Fahrgast-, Wirtschafts- und Verkehrsverbänden sowie der Deutschen Bahn. Es wird fachkompetent moderiert und soll die gesamte betroffene Region in Bayern und Hessen und deren verschiedenen Sichtweisen repräsentieren.

Über das Projekt "Aus- und Neubaustrecke Hanau–Würzburg/Fulda"

Die Deutsche Bahn und das Land Hessen setzen beim Projekt „Aus- und Neubaustrecke Hanau-Würzburg/Fulda“ auf frühzeitige Bürgerbeteiligung: Geplant ist, eine Trassenführung zu erreichen, mit der die verkehrlichen und betrieblichen Zielstellungen erreicht werden und die sowohl raumverträglich als auch wirtschaftlich ist und gleichzeitig die geringsten Auswirkungen auf Mensch und Umwelt hat. Die zusätzlichen Gleise sollen vor allem auch für den Nahverkehr positive Veränderungen bringen. Während die neuen Gleise zwischen Hanau und Gelnhausen entlang der bestehenden Gleise verlegt werden sollen, steht die Streckenführung zwischen Gelnhausen und Fulda
beziehungsweise Würzburg noch nicht fest. Um den Trassenverlauf in diesem Bereich zu ermitteln, wurde nordöstlich von Gelnhausen ein Raum abgesteckt, in dem mögliche Streckenführungen untersucht werden. Weitere Informationen dazu gibt es im Internet unter www.hanau-wuerzburgfulda.de. (pm) +++




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