Seit 1. März mit neuem Domizil: Die Sunnah-Moschee in Fulda. Alle Fotos: Christian P. Stadtfeld

24.03.16 - FULDA

Kämpfer für Islamischen Staat?

SUNNAH-Moschee im Visier der Sicherheitsbehörden - "halten uns an geltendes Recht"

In Hessen gibt es offenbar drei große Zentren für die Radikalisierung junger Muslime. Neben den bereits bekannten Orten Frankfurt am Main und Limburg soll auch Fulda dazu gehören. Dort beobachten die Sicherheitsbehörden den Verein "Muslime Fulda e.V." - er gehört zur Sunnah-Moschee - schon länger. Marco Krause, Sprecher des Innenministeriums in Wiesbaden, sagt am Montag auf Nachfrage von OSTHESSEN|NEWS: "Die hessische Polizei hat die Stadt Fulda über ihre Erkenntnisse zur Sunnah-Moschee in Kenntnis gesetzt. Wir stehen in einem engen Informationsaustausch."

Auch der Verein Muslime Fulda ...

Das Gebäude in der Von-Schildeck-Straße ...

Es bestehe nach hr-Informationen der Verdacht, dass von Fulda aus Kämpfer für den Islamischen Staat geworben werden. Konkrete Fälle: 27.08.2015 / 28.08.2015 / 30.08.2015 / 02.09.2015 - jeweils auf dem Gelände der mittlerweile abgebauten Zeltstadt im Fuldaer Münsterfeld, wo von August bis November letzten Jahres Flüchtlinge in einer Erstaufnahmeeinrichtung untergebracht waren. Anhänger der Sunnah-Moschee versuchten demnach Sachspenden zu verteilen. "Aufgrund von eingeschränkten Zugangsberechtigungen kam es zu Streitigkeiten vor der Zeltstadt. Hinweise, ob die Personen der Sunnah-Moschee Fulda neben ihren humanitären Gedanken auch Missionierungsabsichten hatten, können aus polizeilicher Sicht bis heute weder verifiziert noch falsifiziert werden", heißt es aus dem Innenministerium.

Marco Krause macht ebenfalls deutlich: "Sowohl dem Hessischen Landeskriminalamt als auch dem Landesamt für Verfassungsschutz liegen keine Erkenntnisse über jihadistisch motivierte Ausreisen in das Kampfgebiet Syrien/Irak im Zusammenhang bzw. aus dem Umfeld der Sunnah-Moschee vor." Keine Ausreise, aber dennoch Rekrutierungsversuche? Verantwortliche des Vereins "Muslime Fulda e.V." waren für O|N telefonisch nicht erreichbar. In einer schriftlichen Erklärung auf der Website heißt es aber wörtlich: "Bei unseren Aktivitäten bewegen wir uns stets innerhalb des hier geltenden Rechts und gefährden dabei in keinster Weise die Ordnung, Sicherheit und Stabilität in diesem Land. Der Vorwurf, unser Ziel sei es, junge Muslime zum bewaffneten Kampf in Syrien zu bewegen, ist falsch."

Hier war die Sunnah-Moschee vor ...

Freitags sind meistens rund 60 ...

Seit dem 1. März, also seit etwa drei Wochen, ist die Sunnah-Moschee in der Von-Schildeck-Straße 1A, mitten in der Innenstadt, untergebracht. Die ehemalige Lagerhalle wird derzeit noch umgebaut - von außen ist sie als Moschee aber nicht zu erkennen. Zuvor hatte der Verein seinen Sitz in einem Geschäftshaus in der Buttlarstraße. Anwohner berichteten in dieser Sache schon mehrfach der Redaktion von OSTHESSEN|NEWS: "Freitags sind meistens um die 60 junge Männer, auch Jugendliche, mit dem Zug angereist, vom Bahnhof aus die paar hundert Meter gelaufen und in dem Haus ohne großes Aufsehen verschwunden. Sonntags waren sie wieder weg. Ein komisches Gefühl bleibt da schon, denn niemand wusste, was sie dort drei Tage lang machen."

Aufgefallen und ins Visier der Behörden geraten, war der Verein erstmals Ende 2011: "aufgrund seiner salafistischen Beeinflussung", so der Ministeriums-Sprecher. Damals wurden im Stadtgebiet - besonders am Universitätsplatz - regelmäßig Informationsstände zur bundesweiten Koranverteilaktion "Lies" aufgebaut. Zuletzt war das im Januar 2016 der Fall. Genehmigungsbehörde ist die Stadt Fulda. Deren Bürgermeister und Ordnungsdezernent Dag Wehner (CDU) sagt dazu: "Wir haben keine rechtliche Möglichkeit, diese Verteilstände des Vereins zu verbieten." Es gebe keine schwerwiegenden Gründe für die Ablehnung. (Christian P. Stadtfeld). +++




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