- Fotos: privat

MÜCKESpendenkonto eingerichtet

Bewegendes Schicksal: Kreisübergreifende Hilfe für den kleinen Johannes (6)

06.01.17 - 2010 erblickte der heute sechsjährige Johannes Elias Mahal aus Mücke nach einem Notkaiserschnitt das Licht der Welt. Wegen auftretenden Atemproblemen wurde Johannes zur weiteren Beobachtung auf die Frühchenstation des Uniklinikums Gießen gebracht. Drei Tage nach der Geburt erhielten die Eltern die Auskunft, dass sie einen gesunden Jungen mit nach Hause nehmen werden. Weitere drei Tage später aber veränderte ein Schicksalsschlag das Leben des Neugeborenen und seiner Eltern, Johannes erlitt eine Hirnblutung. Die Vereinigung für behinderte Menschen Hersfeld-Rotenburg will ihm und seiner Familie helfen und hat ein Spendenkonto für sie eingerichtet. 

Seit der Hirnblutung leidet Johannes nämlich an Infantiler Cerebralparese (ICP). Hervorgerufen wird diese frühkindliche Hirnschädigung häufig durch Sauerstoffmangel unter der Geburt. Anders bei Johannes. Bei ihm trat die Blutung ohne medizinische Begründung im Thalamus, dem Schaltzentrum des Gehirns, auf. Das führte dazu, dass es bei ihm zu Entwicklungsverzögerungen und zu großen Einschränkungen in Bezug auf die Beweglichkeit des Körpers, seiner Gliedmaßen und auch der Sprache kam. Das Auftreten einer solchen Blutung ist nicht reparabel, daher ist Johannes rund um die Uhr auf Hilfe und Unterstützung angewiesen.

Bereits in den ersten Lebensmonaten wurden zahlreiche Untersuchungen notwendig. Seitdem versuchen seine Familie, die behandelnden Ärzte und die Therapeuten eine Verbesserung der Mobilität von Johannes zu erreichen. Hilfsmittel wie Geh- und Stehtrainer sowie Therapie- und Rollstuhl sollen das Erreichen dieses Ziels ermöglichen. Im täglichen Leben sind diese Hilfsmittel nicht wegzudenken. Johannes kann nicht aufrecht sitzen, der speziell angepasste Therapiestuhl dient dazu, dass er von seinen Eltern mit Essen und Getränken versorgt werden kann. Gemeinsam mit Ihnen kann er in dem Stuhl auch basteln, spielen und tun, was er am liebsten mag: Bücher anschauen.

Aufgrund der Einschränkungen ist es Johannes nicht möglich, eigenständig zu laufen. Er hat daher einen Gehtrainer, um sich im Kreise seine Familie, aber auch in der Schule, die er seit Mitte dieses Jahres besucht, fortzubewegen. In dem Gehtrainer schafft er natürlich keine kilometerlangen Märsche, aber ein Blick in seine lebensfrohen Augen zeigt, dass er ebenso gern zu Fuß unterwegs ist wie sein kleiner Bruder.

Die Krankenakte von Johannes umfasst schon mehrere Ordner. Er selbst lässt sich durch seine Beeinträchtigung aber nicht unterkriegen. Bereitwillig wirkt er an den verschiedenen Therapien, die in der Regel wöchentlich stattfinden, mit und macht immer wieder kleine Fortschritte. Am meisten Spaß bereitet ihm dabei die von den Eltern finanzierte Hippotherapie. Obwohl Johannes‘ Eltern es verstanden haben, ihm durch die Schaffung eines barrierefreien Wohnraumes das Leben so gut es geht zu erleichtern, wird die Situation mit zunehmendem Alter immer problematischer. Ist es den Eltern bisher noch möglich Johannes in einem Kindersitz im Auto mitzunehmen, so wird es zukünftig notwendig, ihn im Rollstuhl zu transportieren. Im Pkw der Familie ist dies aber nicht möglich. Schon gar nicht, da Gehtrainer und andere Hilfsmittel auch in dem Wagen befördert werden müssen. Bereits jetzt wird jede Fahrt zum Arzt, zum Einkaufen oder der Familienausflug mit einem vollgepackten Pkw unternommen und stellt alle damit vor große Herausforderungen. Wichtig für die Eltern des kleinen Johannes ist, dass er am Leben teilhaben kann. Nicht möglich ist dies, wenn die zur Verfügung stehenden Hilfsmittel oder gar das Kind gar nicht mehr transportiert werden können.

Von diesem Problem erfuhr Wolfgang Schneider, ehemaliger Geschäftsführer der Vereinigung für behinderte Menschen Hersfeld-Rotenburg. Er setzt sich seit Jahren für die Belange behinderter Menschen ein. Als er hörte, welch schwierige Situation Johannes und seine Familie jeden Tag zu bewältigen haben, sagte er spontan seine Hilfe zu. "Wichtig ist, dass hier geholfen wird und diese unsägliche Transportsituation ein Ende hat!" Und er ließ Taten folgen: gemeinsam mit weiteren Unterstützern wurde ein Flyer entwickelt, der auf die Probleme des kleinen Johannes aufmerksam macht und ein Spendenkonto wurde bei der Vereinigung für behinderte Menschen eingerichtet.

"Wir hoffen, dass der von uns entwickelte Flyer dazu führt, dass Spenden, seien sie auch noch so klein, eingehen, die es Johannes ermöglichen, normal am Leben teilzunehmen. Leider fehlt es oft an öffentlichen Mitteln, um dies in die Tat umzusetzen. Darüber hinaus haben wir aber auch die Möglichkeit, noch mehr für Johannes zu tun. Da er nur wenige Worte spricht und meist mit seinen Augen kommuniziert, wäre die Anschaffung eines Computers zur Unterstützung der Kommunikationsfähigkeit wünschenswert. Gemeinsam können wir viel erreichen, wir müssen es nur anpacken! Und ich freue mich, dass dies mit der Vereinigung für behinderte Menschen über Kreisgrenzen hinweg machbar ist." 

Die Eltern von Johannes, eine Erzieherin und ein Polizeibeamter, sind dankbar für diese Unterstützung. "Uns fällt mit der Einrichtung des Spendenkontos ein Stein von Herzen. Viele, die die familiäre Situation kennen, hätten gern mit einer finanziellen Unterstützung geholfen, aber man darf ja nicht so einfach mal Geld annehmen", berichtet Inge Mahal. "Jetzt wissen hilfsbereite Mitmenschen wenigstens, dass ihre Spende so verwandt wird, dass sie Johannes zu Gute kommt."“

Jeder, der die Förderung und Entwicklung von Johannes unterstützen will, kann dies tun. Unter dem Kennwort "Hilfe für Johannes", Bankverbindung IBAN DE42 5325 0000 0050 0621 22, BIC HELADEF1 HER, kommt jede Spende Johannes direkt und ohne Verwaltungskosten zu Gute. Spendenquittungen können ausgestellt werden. Nähere Informationen erhält man unter hilfe-fuer-Johannes@web.de. +++




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