REGIONO|N-SERIE: WISSEN

Klima- und Umweltschutz: Ein Blick hinter das Offensichtliche

06.02.17 - In den vergangenen Jahrzehnten machte die Forschung Riesenschritte, um den Schutz der Natur zu verbessern. Allerdings sticht davon nur wenig ins Auge. Die wirklichen Revolutionen finden unterhalb des Sichtbaren statt.

Täglich steigt die Zahl derer, die sich für die Umwelt einsetzen möchten. Gleichsam haben jedoch auch viele den Eindruck, dass ambitioniertere Ziele am „großen Ganzen“ scheitern: Politik, Wirtschaftsinteressen und dem ganzen „klein-klein“ dazwischen. Dass Klima- und Umweltschutz jedoch bereits jetzt sehr viel raumgreifender und realer ist, als es Windräder und Wackelstäbe , Häuserdämmungen und Solarkollektoren erahnen lassen, wissen die wenigsten. Warum das so ist und welch kreative Wege zwischen Tagebau und Einzelhandel erforderlich sind, erklärt der folgende Artikel.

Klimaschutz – nur weniges ist sichtbar

Wer nicht unmittelbar in Forschung und Produktion involviert ist, realisiert selten den vollumfänglichen Stand der Dinge – nur weniges, was getan wird, ist auch für Laien sichtbar. Gleichzeitig wird oftmals auch falsch oder einseitig informiert, sodass ein oft negativer Grundtenor in der Massenmeinung herrscht.


Was „Otto Normalverbraucher“ sieht

  • Windräder

Einige nennen sie „Landschaftspropeller“ andere „Windmühlen“, gegen die es anzukämpfen gilt. Kritiker reden von einer „Verspargelung“ der Landschaft. In der Tat: Windkraftanlagen sind nicht gerade eine Zierde – das fällt besonders außerhalb der Stadt ins Gewicht, wo ehemals weite Landschaftspanoramen von den hohen, deutlich sichtbaren Windrädern unterbrochen werden. Und gerade weil Windräder im Vergleich mit anderen Umweltschutz-Maßnahmen weithin sichtbar sind, gelten sie vielen als optischer Fehltritt, der Landschaftsbilder zerstöre – eine interessante Tatsache dabei: Selbst Wissenschaftler sind nicht vor solchen Ansichten gefeit , denn Landschaftsästhetik ist beileibe keine Trivialansicht.

  • Solaranlagen
Auch Photovoltaik-Parks sind nicht gänzlich frei von Laienkritik – aber grundsätzlich viel großmaßstäblicher geduldet. Das liegt an einer schlichten optischen Tatsache: Die Ausdehnung eines Solarparks lässt sich nur aus der Luft erfassen und liegt damit außerhalb des Sichtfeldes der meisten Bürger. Zudem sind Kollektoren für viele Privatleute ein probates, weil optisch wenig störendes Mittel, um zuhause die Vorgaben des EWärmeG zu erfüllen.
  • Verbrauchsarme Auto
Unumstrittener Sieger in der Umweltschutzmeinung ist des Deutschen liebstes Kind: Auch wenn Hersteller Millionen von Stunden in die Optimierung von Verbräuchen investieren, merkt der Kunde nur, dass dieser Minderverbrauch nicht durch Leistungseinbußen erkauft wird. Im Gegenteil: Die Durchschnittsleistungen von PKW steigen seit Jahren – bei gleichzeitig sinkendem Schadstoffausstoß.
  • Gedämmte Häuser

Ein ebenfalls zweischneidiges Schwert aus Verbrauchersicht sind Dämmmaßnahmen für Privathäuser: Viele erkennen zwar den Sinn dahinter, sehen es aber als staatliche Gängelung zur Mehrausgabe. Dass in den Medien immer wieder von Schimmelbildung (meist durch falsches Lüften) berichtet wird, hilft der Akzeptanz nicht.



Was „Otto Normalverbraucher“ hört

  • CO2-Reduktion allerorts
Reduktionsziele, Ausstoßsenkungen : Auf Laien prasselt ein vergleichsweise großer Informationsregen ein. Kritisch: Der Grundtenor der Meldungen ist fast immer „ Soweit gut, aber längst nicht gut genug“. Ein Kritikpunkt zulasten der Medien: Otto Normalverbraucher kommt irgendwann an einen Punkt an dem er denkt, dass jede noch so hohe Ausgabe und Anstrengung nur durch höhere Forderungen quittiert wird – denn echte Hintergrunderklärungen bleibt ihm die „vierte Gewalt“ meist schuldig.
  • Klima hier, Umwelt dort
Wer ein beliebiges Newsportal öffnet, muss nicht lange suchen, bis er eine Meldung zum Thema Umwelt/Klima findet. Das Problem daran: Es übersättigt. Vielfach reagieren deshalb auch Menschen, die eigentlich positiv dem Umweltschutz gegenüberstehen, mit Ablehnung – einfach wegen der gefühlten Überflutung. Das schafft Raum für all jene, die mit Argumenten wie „Klima-Lüge“ um sich werfen.

Warum vieles unerwähnt bleibt

Allerdings muss hier auch eine Stange für die Massenmedien gebrochen werden: Würde ausschließlich über sämtliche Entwicklungen, jede Neuerung berichtet, bliebe keinerlei Raum mehr für andere Meldungen und das Überflutungs-Gefühl wäre noch viel ausgeprägter. Gleichsam ist der Umweltschutz nun mal eine Daueraufgabe, die im Gedächtnis bleiben muss – doch damit die genannte Übersättigungsgrenze nicht per se überschritten wird, können naturgemäß nur die wichtigsten Eckdaten vermeldet werden.

Was „Otto Normalverbraucher“ merkt

  • Gesetzesdruck
Hinter vielen Umweltschutzmaßnahmen steht die Bundesrepublik beziehungsweise die EU in Form von Abgaben und Steuern sowie einem gigantischen Sammelsurium an Gesetzen und Verordnungen.
  • Stromsteuer
  • Mineralölsteuer
  • Kraftfahrzeugsteuer
  • Emissionssteuern
  • CO2-Abgabe
  • Bauvorschriften
um nur einige zu nennen; auch dies ein durchaus zweischneidiges Schwert. Denn obschon die meisten grundsätzlich bereit sind, Umwege zugunsten der Umwelt zu gehen, sorgen diese gesetzlichen Vorgaben auch für:
  • Steigende Rechnungen
Und an diesem Punkt ist die Toleranzgrenze rasch erreicht. Die Rechnung für „Otto Normalverbraucher“ ist einfach „ je mehr ich zwangsweise für den Umweltschutz bezahlen muss, desto weniger bleibt mir für anderes “. Unter Berücksichtigung der mehr oder weniger potenten Finanzlage vieler Normalsterblicher freilich eine verständliche Denkweise – und es ist Aufgabe des Staates hier so zu regulieren, dass die Belastung des Einzelnen nicht die Lebensqualität massiv senkt.
  • Wetterphänomene

Überdies sind sich Menschen jedoch an einem anderen Punkt weitestgehend einig: Unser Wetter ändert sich. Die großen Wetterrekorde erfasste der DWD mehrheitlich in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Wenn solche Publikationen mit Medienberichten nach dem Tenor „ der August war viel zu trocken “ zusammenfallen, dann realisieren auch Normalsterbliche die tiefgreifenden Folgen des Klimawandels.


Klimaschutz – hinter den Kulissen

Bisher war vor allem davon die Rede, was warum im Fokus der Öffentlichkeit steht. Um daran anzuknüpfen folgt nun der Blick auf das, was zusätzlich für die Umwelt getan wird – und was oftmals effektiver ist, als jede noch so dicke Hausdämmung.


Klimaschutz in der Industrie

Umweltfreundlichere Produktionen

Den größten Anteil der industriellen Produktion hat eine Eruierung des Ist-Zustandes und das Ermitteln umweltfreundlicherer Verfahrensweisen. Dabei stehen je nach Branche unterschiedliche Punkte im Vordergrund, folgende Maßnahmen sind jedoch übergreifend:

· Maximierung der Ressourceneffizienz – also mehr aus dem Vorhandenen herausholen

· Reduzierung der Verbräuche zwischen Rohstoffen und Energie

· Präzisere Fertigung mit dem Sinn der Material- und Energieersparnis

· Minimierung von Schadstoffausstößen

Solche Maßnahmen sind vielfach ohne tiefergreifende Änderungen umzusetzen und sparen oftmals auch Kosten, weshalb Entscheider hier auch meist positiv eingestellt sind.

Neue Verfahren und Vorgehensweisen

Aufwändiger und nicht zur kurzfristigen Kostensenkung geeignet ist hingegen das Entwickeln neuer Verfahren. Die Krux liegt hier vor allem darin, dass oft chemische und physikalische Realitäten die Arbeit erschweren. Anders ausgedrückt: Auch wenn ein Herstellungsvorgang eine bestimmte umweltschädliche Chemikalie erfordert, so ist es vielfach nicht möglich, diese Chemikalie durch einen anderen Stoff zu ersetzen, weil keiner mit den gleichen Eigenschaften bekannt ist.

Deshalb werden kreativere Wege erforderlich, wie ein Beispiel aus der Druckerei-Branche verdeutlichen soll:

· Bei einem normalen Offsetdruck werden vier Druckplatten für die Farben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz benötigt.

· Das reguläre Verfahren besteht darin, die Druckdaten erst auf Film zu bringen und darüber diese vier Druckplatten mit den Daten zu belichten

· Anschließend wird Druckplatte für Druckplatte gedruckt

Naturgemäß werden für die Entwicklung des Filmes Chemikalien sowie Spülwässer benötigt – ein umweltschädigender Vorgang und gleichzeitiger Kostenfaktor. Moderne Produktionsweisen gehen jedoch folgendermaßen vor :

· Unter Umgehung der gesamten chemischen Druckvorstufe werden die Daten gleich vom Computer auf die Druckplatte belichtet.

· Zusätzlich werden auch unterschiedliche Aufträge auf die gleichen Platten gebracht, sodass eine bessere Platzausnutzung gegeben ist

Dadurch entfallen mehrere Arbeitsschritte, der Einsatz von Chemikalien wird gesenkt. Allerdings: Bis diese Techniken serienreif waren, gingen einige Jahre ins Land.

Gleichsam existieren natürlich auch Verfahren, die können schlicht nicht ersetzt werden: Wenn beispielsweise eine Lack- oder Pulverbeschichtung bei einer Temperatur X im Ofen eingebrannt werden muss, ist es unmöglich, im Sinne des Umweltschutzes die Temperatur zu senken. In diesem Fall verlagert sich die Entwicklungsarbeit auf mehr Effizienz, bessere Ausnutzung etc.

Recycling spart bares Geld

Daneben haben Unternehmen auch beim größten Umweltschutzgedanken naturgemäß das Finanzielle im Auge. Und im Sinne des Umweltschutzes ist das sogar ein Vorteil: jeder gefilterte Liter Wasser, jeder eingeschmolzene Streifen verschnittenes Blech spart dem Unternehmen Geld, denn es muss nicht erneut eingekauft werden.

Nicht nur für das gute Gewissen

Schon mit diesem Gedanken übt die Industrie Umweltschutz nicht nur aus staatlichem Zwang oder karitativen Gedanken aus. Allerdings: Umweltschutz hat sich mittlerweile auch als gigantischer Motor in der Außendarstellung manifestiert.

Klimaschutz im Transport

Die Krux mit den Abgasen

Im Transportgewerbe ist Klimaschutz schwerer zu erreichen, einfach aus dem Grund, dass hier weniger möglich ist. So bleibt unterm Strich nur die Reduktion von Verbräuchen und Abgasen – beides liegt jedoch zum größten Teil wieder bei der Entwicklungsarbeit der Industrie.

Alternative Klimaprojekt

Aus diesem Grund haben sich Ersatzhandlungen etabliert: Der CO2 -Ausstoß kann momentan nicht weiter gesenkt werden, also wird an anderer Stelle investiert – etwa in Wiederaufforstungsprojekte. 75 Prozent der Logistik-Unternehmen gehen diesen Umweg, der nicht minder effektiv ist.

Hoffnung Elektrotransporter

Die große Hoffnung der Branche liegt jedoch auf dem Elektroantrieb - Unternehmen wie DHL haben bereits Pilotprojekte laufen. Doch auch hier sind die Probleme real

· Die Industrie muss nach wie vor leistungsfähigere Energiespeicher entwickeln

· Die Kosten dürfen nicht ausufern, weshalb das Austauschen von Fahrzeugen nur Schritt für Schritt möglich ist

· Das Tempo der Auslieferungen darf in einer Welt, die täglich mehr vom Internet-Kauf abhängt, nicht sinken.

Klimaschutz im Abbau

Es muss aus dem Boden

Beim Abbau von Rohstoffen entstehen nicht selten die größten Umweltschäden – und gleichsam sind hier die umweltschützenden Möglichkeiten so gering wie in kaum einer anderen Branche: Metalle, Energieträger, Bodenschätze: Das alles kann nur auf eine Weise gewonnen werden.

Rekultivierung statt Weiterziehen

Das große Problem: Der Abbau hinterlässt immer Spuren: Wälder müssen gerodet werden, Flussläufe verlegt usw. Rohstoffabbau ist das hässlichste Gesicht der modernen Produktionswelt. Doch auch hier gibt es Mittel und Wege:

· Konsequentes Rekultivieren der Abbaustätten auf den Vorher-Stand

· Entwicklung von weniger invasiven Entnahmemethoden

· Einsatz weniger umweltschädigender Arbeitsmaterialien

Unterm Strich bleibt der Abbau dennoch ein notwendiges Übel, das immer Schäden hinterlassen wird.

Tierschutzaspekte gegen Tagebaubagger

Und besonders im Tagebau sind die Probleme allgegenwärtig und mannigfaltig. Laien denken an dieser Stelle meist an gigantische Braunkohle-Löcher. Doch bereits Kies- und Tongruben, obschon von geringerer Ausdehnung, stellen für Flora und Fauna eine Belastung dar.

Allerdings stellt die Rekultivierung auch die Möglichkeit dar, einen wirklich passenden Lebensraum zu erschaffen , der vielleicht noch artenreicher ist, als der Ursprungszustand. Jedoch ist auch hier der Gesetzgeber gefragt, denn Rekultivierung kostet Milliardensummen – und die Unternehmen werden diese freiwillig nicht investieren.

Klimaschutz im Gewerbe

Kundenwunsch vs. Klimaschutz

Im Gewerbe ist Umweltschutz augenscheinlich auf den hinteren Plätzen verortet: Wie will ein Supermarkt den CO2-Ausstoß senken? Wie ein Zeitungskiosk den Energieverbrauch reduzieren?

Vor allem aber ist das Gewerbe der Ort, an dem der Endverbraucher zum ersten Mal auf alle vorherigen Schutzmaßnahmen trifft: Von der Rekultivierung einer Tongrube über die bessere Effizienz des Brandofens für den Blumentopf bis zu dessen Transport zum Geschäft wurden bereits unzählige Umweltschutzmaßnahmen umgesetzt. Hier ist es notwendig, dass der Kunde dennoch ein optimales Produkt bekommt, denn letztendlich ist er die Spitze der „Konsumkette“.

Wir verkaufen doch nur

An dieser Stelle kommt die Schwierigkeit des Gewerbes ins Spiel, weitere, wirklich effektive Umweltschutzmaßnahmen zu etablieren. Grundsätzlich stehen nur wenige Optionen zur Verfügung:

· Zusammenarbeit mit klimaschützender Logistik

· Energieverbräuche am Unternehmensstandort optimieren

· Auf ein weniger umweltschädlich hergestelltes Sortiment achten

Regional – das neue Bio

Vor allem der letztgenannte Punkt rückt dabei immer mehr in den Verbraucherfokus: Lokal hergestellte Waren haben heute den Status, den noch vor kurzem das Prädikat „Bio“ innehatte. Für das Gewerbe hat das gewisse Eigenheiten:

· Die Transportwerge verkürzen sich

· Die saisonale Verfügbarkeit schwankt stärker

· Es muss mehr Arbeit in die Produktbeschaffung investiert werden

· Bei Franchises sind Lieferantenverträge einzuhalten

· Der Kunde ist bereit, für lokal Produziertes mehr auszugeben

· Gleichsam kosten diese Produkte aber im Einkauf mehr

Regional ist also ein zweischneidiges Schwert. Allerdings gilt auch hier: Der Kundenwunsch zählt. Deshalb können es sich auch überregionale Supermarktketten nicht mehr leisten, Regional zu ignorieren.

Beispielsweise mit Projekten wie „Hessen schmeckt!“ leistet auch das Hessische Kultusministerium seinen Beitrag um den Bezug zu regionalen Produkten schon im jungen Alter herzustellen.

Klimaschutz – die größten Baustellen

Es wird unzweifelhaft auf allen Ebenen viel für den Umweltschutz getan. Allerdings: Längst nicht genug. Und was getan wird, wird oft zu spät begonnen. Es können schlicht nicht sieben Milliarden Menschen leben und gleichsam den bisherigen Lebensstandard halten oder gar vergrößern. Gewisse Folgen werden also definitiv eintreten. Jede Schutzmaßnahme kann diese nur abschwächen.

Was eintreten wird

Das Wasser steigt

Polkappen und Gletscher schmelzen alljährlich bedenklich mehr. Erst 2016 mussten Forscher einen weiteren Schmelze-Rekord für die Antarktis verkünden. Das bedeutet wiederum: Die Meeresspiegel werden definitiv ansteigen. Allerdings muss hier auch etwas der Alarmzustand mancher Zeitgenossen gedämpft werden:

· Der bisherige Anstieg ist nur teilweise mit Abschmelzen zu erklären, eher mit dem durch die Klimaerwärmung bedingten Ausdehnen des Wassers.

· Seit dem Jahr 1900 stiegen die Meeresspiegel im Durschnitt um 200 Millimeter

· Erst bei weiterem ungebremstem Treibhausgas-Ausstoß wären für das kommende Jahrhundert weitere 500 bis 1000 Millimeter zu erwarten –auch hier ist sich die Wissenschaft uneins

Wenn jedoch bisherige Klimaschutzbemühungen eingehalten werden, sind Anstiege von „nur“ 280 bis 600 Millimetern zu befürchten. Zwar unzweifelhaft eine große Gefahr für viele Landstriche, allerdings immer noch besser, als die genannten Extremwerte.

Wassermangel

Paradoxerweise wird sich jedoch der weltweite Wassermangel trotz steigender Pegel verschärfen. Das liegt am Lebensstil vieler Erstwelt-Regionen. Bewässerungsanlagen, wasserintensive Produktions- und Abbaumethoden: 20 Liter Wasser pro Tag und Mensch gelten eigentlich als ausreichende Menge – in Europa und den Amerikas wird jedoch das zehn- bis zwanzigfache davon benötigt. Das sorgt dafür, dass selbst bislang stabile Reservoirs austrocknen – in Kalifornien etwa kämpft man seit nunmehr fünf Jahren gegen eine Dürre, die Experten als die Schlimmste der vergangenen 1200 Jahre bezeichnen. Solche Probleme werden auch in anderen Erstwelt-Regionen auftreten.

Wetterextreme

Extreme Niederschläge, Überschwemmungen, Starkgewitter: Der Sommer 2016 war zwar, was Temperaturen anbelangt, nicht auffällig. Wohl aber mit Hinblick auf Starkwetterphänomene. Diese Extreme werden zunehmen. Wenn Gewitter entstehen, werden sie stärker ausfallen. Wenn Hagel fällt, dann mit dickeren Körnern. Und wenn Stürme toben, dann mit größerer Heftigkeit. Auffällig auch für Deutschland: Tornados werden immer häufiger. 1981 wurden acht gemeldet – 2016 bislang 423.

Artensterben

Gleichsam lässt es sich auch nicht verhindern, dass trotz aller Maßnahmen Arten aussterben werden. Zahlen, die behaupten, dass täglich bis zu 150 Arten aussterben, sind zwar mit Vorsicht zu genießen. Aber generell gilt: Die Erde wird definitiv weniger vielfältig werden.


Knackpunkt Entwicklungsländer

Die Probleme

Das Problem sind dabei zwar die hohen Verbräuche der Ersten Welt – aber gravierender für die Zukunft ist das, was andere Länder haben wollen: Der Aufstieg Chinas und Indiens von Agrarstaaten zu Industrieländern zeigt, wohin der Weg führt. Verständlicherweise wollen auch andere Länder am Erstwelt-Luxus teilhaben – wer könnte es ihnen verdenken? Im Sinne des Umweltschutzes wäre das allerdings der Super-GAU: Schon die heutige Erde kann den Luxushunger der Ersten Welt nicht ohne massive Schäden bedienen – wie sich dies potenzieren würde, wenn noch mehr Nationen diesen Lebensstil pflegen, mag der Leser sich ausmalen.


Eine Aufgabe der „Ersten Welt“(?)

Eine Charakteristik der Ersten Welt ist auch, dass sie Vorbild ist. Weshalb auch Umweltschutz vorgelebt werden muss. Es ist tatsächlich unser aller Aufgabe, weniger potenten Nationen zu zeigen:

· wie Umwelt geschützt werden kann

· warum Umwelt geschützt werden muss

· dass wir bereit sind, unseren Lebensstil weniger ausschweifend zu gestalten

Dies ist auch eine Aufgabe unter dem Aspekt, dass praktisch sämtliche relevanten Forschungsergebnisse in der Ersten Welt entstehen. Wir müssen mit gutem Beispiel vorangehen – der Umwelt zuliebe

Lösungsansätze

Natürlich existieren äußerst diverse Möglichkeiten, um zu überzeugen. Fest steht jedoch:

· Es darf nicht imperialistisch vorgegangen werden („ Der Westen spielt den Diktator“)

· Es darf sich nicht auf die Dauer-Alimentierung anderer Staaten beschränken

· Die Dritte Welt muss auf Augenhöhe eingebunden werden – schlaue Köpfe gibt es nicht nur an westlichen Universitäten

Zusammengefasst liegen die vielversprechendsten Lösungsansätze darin, als helfender Bruder zu fungieren, der ein Vorbild ist und auch selbst Verzicht übt: 

Zusammenfassung und Fazit

In praktisch sämtlichen Bereichen ist Klima- und Umweltschutz sehr viel umfangreicher, als es der berühmte „Otto Normalverbraucher“ mitbekommt. Es existiert heute kaum noch eine Branche, die ohne Schutzziele arbeiten kann. Nicht nur, weil die Vorgaben des Gesetzgebers allgegenwärtig sind, sondern auch, weil die meisten Unternehmen begriffen haben, dass sich durch Umweltschutz Geld sparen lässt. Zwar wäre eine Dauerkommunikation aller Entwicklungen der falsche Weg für Laien. Dennoch sollten Erfolge stärker kommuniziert werden, damit auch dem Normalverbraucher klar wird, wofür er mehr zahlt.

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