Uli Hoeneß, Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender beim FC Bayern München am Freitagabend in Rotenburg an der Fulda - Fotos: Hans-Hubertus Braune und Gerhard Manns

ROTENBURG/F.Bayern-Boss begeistert beim Sparkassen-Forum

Uli Hoeneß: "Ich bin der Patron des Vereins" - 1.100 Gäste in der Goebels-Arena

11.02.17 - Er polarisiert durchaus und spaltet vor allem die Fußballfans im Lande. Doch mit welch Herzblut Uli Hoeneß "seinen" FC Bayern München führt und vorlebt, das konnten die rund 1.100 eingeladenen Gäste der Sparkasse Hersfeld-Rotenburg beim Sparkassen-Forum am Freitagabend in Rotenburg an der Fulda hautnah spüren. Und er berührt nicht nur die Fans seines Klubs. Nicht von ungefähr ist es dem 65-Jährigen gelungen, den FC Bayern zum sportlich wie wirtschaftlich erfolgreichsten Fußballverein in Deutschland zu führen. Und nebenbei auch seine Wurstfabrik im fränkischen Nürnberg. Uli Hoeneß hat eine Meinung, und diese vertritt er mit voller Überzeugung nach außen.

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Offen, mit Wehmut auf seine Zeit im Gefängnis angesprochen, aber auch kämpferisch und mit markigen Worten präsentierte sich der Präsident und Aufsichtsratsvorsitzende der Bayern in der Goebels Hotel Arena. Klar, die Verurteilung nach seiner Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung und die anschließende Zeit in der Justizvollzugsanstalt Landsberg lastet auf den Schultern von Hoeneß. Aber: Er hat seine Strafe verbüßt - ob die Länge der Gefängnisstrafe nun gerechfertigt oder gar zu kurz war - lag nicht in den Händen des Präsidenten. Er sprach offen über diese Zeit, er sei der einzige, der nach einer Selbstanzeige auch ins Gefängnis ist. Er habe die Zeit dank seiner Familie, seinen Freunden und seiner "zweiten Familie, dem FC Bayern" überstanden. Dem bayerischen Justizminister habe er gesagt, dass dringend mehr für die Resozialisierung der Gefangenen getan werden müsse, längst nicht jeder Gefangene habe eine Familie, die ihn unterstütze.

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In der Bildmitte Horst Habermehl, ...

"Ich war wahnsinnig stolz auf ihre Einladung"

Die Einladung zu dem Sparkassen-Forum im Landkreis Hersfeld-Rotenburg kam zu einer Zeit als Hoeneß gerade als Freigänger den Knast verlassen durfte. "Damals wusste ich nicht, wie ich in der Gesellschaft wieder aufgenommen werde. Deshalb war ich bewegt von dieser Einladung, ich war wahnsinnig stolz. Es war die erste Einladung nach dieser Zeit", sagte Hoeneß. "Deshalb habe ich sofort zugesagt." Markus Pfromm, Geschäftsführer der Hersfelder Zeitung, erklärte, dass die Idee, Uli Hoeneß ein zweites Mal nach 2013 einzuladen, am Rande eines Fußballspiels in Friedewald entstand. "Wir waren überrascht, so schnell eine Antwort seiner Sekretärin zu erhalten.

Markus Pfromm, HZ-Geschäftsführer

Pfromm entlockte Hoeneß in einem lockeren und hochinteressanten Gespräch viele Antworten - ob zu aktuellen Themen wie die aus Bayern-Sicht "unrunde" Ankündigung von Philipp Lahm (auf Lahms Management sei er schon sauer), den Klub im Sommer zu verlassen, den Vorfällen in Dortmund beim Spiel gegen RedBull Leipzig, seiner Meinung zur Entwicklung der Leipziger, aber auch zu aktuellen politischen Themen ("Donald Trump ist bereits in so viele Fettnäpfchen getreten, die reichen von Boston bis Los Angeles") und natürlich zur sportlichen Situation der Bayern ("wir wollen nicht nur erfolgreichen sondern auch attraktiven Fußball zeigen").

In erster Linie ist er Präsident des FC Bayern München. Angesprochen auf seinen Machtstatus machte Hoeneß klar: "Ich bin der Patron des Vereins. Macht ist nur gut, wenn du damit verantwortungsvoll umgehen kannst. Glauben Sie, ich habe schlaflose Nächte. Ich habe die Verantwortung für 285.000 Mitglieder. Sie verlangen von mir, dass ich laut werde, wenn jemand etwas gegen unseren Verein sagt." Als er über die Bayern spricht, wird er leidenschaftlich, ganz so wie man ihn insbesondere aus früheren Zeiten kennt.Das Traditionsgetöse rund um den Redbull Leipzig findet Hoeneß scheinheilig. "Was macht Dietrich Mateschitz? Er investiert sein Geld in Marketing, das machen andere Firmen wie Audi, Telekom oder die Allianz auch. Ich glaube, dass einige Vereine ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben", sagte der Bayern-Boss, der sich laut übereinstimmenden Medien in Kürze mit den Redbull-Bossen in Salzburg treffen will. Es geht um eine geplante Multihalle in München. Das war in Rotenburg jedoch kein angesprochenes Thema.

Von seinen Profis verlangt Hoeneß eine attraktivere Spielweise. Daran muß sich auch Trainer Carlo Ancelotti messen lassen, trotz aller Sympathien. "Wir können uns doch nicht alle nur umarmen und die anderen gewinnen", sagte Hoeneß. Übrigens: Der überzeugte CSU-Wähler ("ich wähle im September die CSU, das war nicht immer so") verlangt von seinen Spielern, dass sie deutsch lernen. "Ich kann doch von einem jungen Spieler, der Millionen verdient, verlangen, dass er ins Goethe-Institut geht oder sich einen Sprachlehrer, die jüngeren eher eine Sprachlehrerin, nimmt").

Gut eine Stunde plauderte Hoeneß aus dem Nähkästchen. Sein Honorar spendet Hoeneß übrigens generell wohltägigen Zwecken, nach Rotenburg kam er - auch auf eigene Kosten - am Freitag direkt vom Tegernsee und fuhr in der Nacht zurück. "Ich habe einen guten Fahrer".

Ein Gewinner des Abends ist auch die August-Wilhelm-Mende-Schule (Ganztagsschule mit den Förderschwerpunkten geistige und körperlich-motorische Entwicklung) in Bebra. Sie bekam eine Spende für ein Fußballplatz-Projekt. Zusätzlich versprach der Bayern-Boss zur Eröffnung des Spielfeldes für jeden der derzeit 93 Schüler ein Bayern-Trikot ("abe rnicht zwingen, nur freiwillig anziehen").

Uli Hoeneß ist ein Macher, ein Vollblutmanager mit viel Herz - wenn auch mit diesem Landsberg-Makel im Gepäck. Ihn aber daran zu messen, ist einfach zu kurz gedacht. (Hans-Hubertus Braune) +++


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