- Fotos: Laura Struppe

GERSFELD / FULDANach Räumung der Unterkunft

Wie geht es weiter? Gespräch zwischen Flüchtlingshelfern und Landkreis

14.02.17 - Nachdem am Montagmorgen bereits 30 Flüchtlinge ihre Unterkunft im ehemaligen Aparthotel Horizont verlassen mussten, geht es am heutigen Dienstag weiter. Insgesamt etwa 110 Menschen werden mit Bussen aus Gersfeld in andere Unterkünfte des Landkreises Fulda gebracht und kommen damit auch in ein neues, soziales Umfeld. Grund sind Streitigkeiten zwischen Vermieter und Landkreis.

Da es über eine längere Zeit zu keiner Einigung gekommen sei und es zudem keine Besserung der Zustände gegeben habe, wie Landrat Bernd Woide gestern im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS erklärte, habe man sich entschlossen, das Vertragsverhältnis fristlos zu kündigen. Konkret geht es um Hygieneprobleme in der Unterkunft, unsaubere Abrechnungen und einen Bewohner, der vor die Tür gesetzt wurde (siehe "Mehr zum Thema"). Am Montagabend traf sich nun Landrat Bernd Woide mit einigen Gersfelder Flüchtlingshelfern, um zu besprechen, wie es weitergeht.

Laut Pressestelle hat der Landkreis den Flüchtlingshilfe-Organisationen Freundeskreis ASYL Gersfeld und miteinander-füreinander zugesichert, dass man alles tun werde, um die bestehenden sozialen Beziehungen der Bewohner nicht zusätzlich zu gefährden. So erhalten die Hilfsorganisationen beispielsweise eine Liste aller neuen Unterkünfte und der Landkreis übernimmt Fahrtkosten, wenn die Helfer die Flüchtlinge nach Gersfeld bringen, oder sie selbst dorthin fahren. Nicht immer, so erklärt die Pressestelle heute Vormittag, werde es gelingen, die Menschen in der Nähe von Gersfeld unterzubringen. Einige werden auch nach Fulda verlegt. Dennoch sollen Kontakte deshalb nicht abreißen.

Vor allem für viele der Kinder aus der Unterkunft in Gersfeld ist die Trennung von neuen Kindergarten- oder Schulfreunden schwer. Sie hatten im Grunde keine Möglichkeit, sich richtig von ihnen zu verabschieden. Das möchte der Landkreis nun nachträglich ermöglichen. Deshalb möchten die Verantwortlichen ein Abschiedsfest planen und so etwas über den Trennungsschmerz hinweg helfen. 

Wie es in Bezug auf das Vertragsverhältnis zwischen Landkreis und Vermieter steht, ist derzeit nur bedingt klar. Eine zukünftige Zusammenarbeit schloss Landrat Woide am Montagnachmittag aus. Ob es darüberhinaus rechtliche Folgen geben wird, ist aktuell noch nicht absehbar. (st) +++





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