Anke Federer, David Muniz-Hernandez, Jonas Nußbaumer und Sinja Finselberger - Foto: Suria Reiche

FULDA"Aus Zahlen mach Menschen"

Ausstellung: Vier Studenten zeigen Geschichten von Geflüchteten

VernissageDie Ausstellung "Aus Zahlen mach Menschen" wird am Samstag, 18 Februar, um 15 Uhr eröffnet. Der Eintritt ist frei. Die Fotografien kann man ab Samstag vier Wochen lang zu den Öffnungszeiten der Erneuer:Bar sehen.

17.02.17 - Das Jahr 2015 war geprägt von der plötzlich großen Zahl an geflüchteten Menschen, die über das Mittelmeer nach Deutschland kamen. Auch in Fulda fanden einige von ihnen ein neues Zuhause. Zur Zeit leben knapp 2.200 in der Barockstadt. Eine Zahl, hinter der sich mindestens genauso viele Schicksale, Geschichten und Persönlichkeiten verbergen. Eine Gruppe von Fuldaer Studierenden hat es sich deswegen zur Aufgabe gemacht, von ihnen zu berichten. Am morgigen Samstag startet in der Erneuer:Bar in der Langebrückenstraße 14 ihre Ausstellung "Aus Zahlen mach' Menschen".

Eine Momentaufnahme, aufgenommen im Nordiran, sie zeigt eine Familie. Vater, Mutter und Kinder sitzen fröhlich beieinander, trinken Kaffee zusammen. Das Foto, das ab Samstag in der Fuldaer Erneuer:Bar hängt, wurde von einem der 2.200 geflüchteten Menschen aufgenommen, die derzeit im Landkreis Fulda leben. Es zeigt, was ihm in seinem Leben wichtig ist. Das wollten die vier Studierenden David, Anke, Jonas und Sinja herausfinden und den Fuldaern zeigen. Denn: "Meist hört man nur von Zahlen. Aber dahinter stecken Menschen, die uns ähnlicher sind, als die meisten von uns denken."

Bei einem politischen Bildungsseminar, an dem die vier im vergangenen Jahr teilgenommen haben, haben sie den Impuls bekommen, sich eigene Projekte zur politischen Bildung auszudenken. "Für uns stand schnell fest, dass wir etwas mit Geflüchteten machen wollen", sagt Sinja, "wir studieren alle Sozialwissenschaften mit den Schwerpunkten Interkulturelle Beziehungen oder Interkulturelle Kommunikation. Von daher hatten wir schon das ein oder andere Mal damit zu tun." Jochen Schiersch von der Fuldaer Organisation "Welcome In" war ebenfalls bei dem Seminar dabei und stellte den Kontakt zwischen einigen Geflüchteten und den vier Studierenden her.

"Wir waren dann einige Male beim Mittwochscafé der Organisation, haben da Geflüchtete kennengelernt und erst einmal eine Beziehung zu ihnen aufgebaut", sagt Jonas, "wir wollten ja nicht einfach mit der Tür ins Haus fallen." Als die vier ihren neuen Freunden dann jedoch von ihrer Idee erzählten, Fotos von den wichtigsten Dinge in ihrem Leben auszustellen, war die Begeisterung groß: "Sie haben sich einfach gefreut, dass sich jemand für ihre Lebensgeschichte interessiert."

Eine Auswahl der Bilder, die ...

Eine Auswahl der Bilder, die ...

Eine Auswahl der Bilder, die ...

Eine Auswahl der Bilder, die ...

Eigentlich wollten David, Sinja, Anke und Jonas den Geflüchteten Einwegkameras geben, mit denen sie ihre Fotos schießen sollten. "Aber das hat aufgrund der Sprachbarrieren nicht so gut geklappt. Wir konnten ihnen nicht richtig erklären, wie die Kameras funktionieren." Also schickten die Fotografen ihre Bilder hauptsächlich mit dem Handy. Fotos vom Fahrradfahren, vom Angeln, von Urlauben mit der Familie, der Heimat oder von der Arbeit landeten auf den Handys der vier. "Insgesamt waren es über hundert", sagt Anke, "einige haben wir jedoch aussortiert, so dass es ungefähr 80 in die Ausstellung geschafft haben."

Die, die nicht aufgehängt werden, zeigen Bilder von der Flucht oder vom Krieg. "Wir haben uns bewusst dagegen entschieden, solche Aufnahmen auszustellen. Wir haben uns gedacht, dass Flucht und Krieg sowieso etwas ist, das man mit den Menschen verbindet. Ziel der Ausstellung sollte jedoch sein, auf Gemeinsamkeiten hinzuweisen." David, Anke, Jonas und Sinja wollten zeigen, dass die geflüchteten Menschen, die im Landkreis leben, manchmal sogar die gleichen Interessen oder Hobbies haben wie einige Deutsche.

"Meist sieht man auf den Fotos Familie und Freunde der Geflüchteten. Eben das, was auch den meisten von uns wichtig ist im Leben." Neben den Fotografien der Geflüchteten werden bei der Ausstellung auch Interviews zu sehen sein, die die Studierenden mit ihnen geführt haben. "Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft wir uns für das Projekt mit den Geflüchteten getroffen haben. Es ist daher nicht nur unser Projekt, sondern eine Gemeinschaftssache", sagt David und lächelt. Vielleicht haben er und seine drei Kommilitonen es nämlich geschafft und etwas dazu beigetragen, dass Geflüchtete im Landkreis Fulda nicht mehr bloß als eine Zahl wahrgenommen werden und man nicht mehr nur an Krieg und Flucht denkt, wenn man sie sieht. "Sie sind alle individuelle Persönlichkeiten, und das wollen wir zeigen." (Suria Reiche) +++



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