- Foto: Privat

FULDA "Jesus wäre ein Grüner"

Für die Grünen in den Bundestag: Walter M. Rammler (60) im O|N-Gespräch

14.03.17 - Walter M. Rammler gehört in Fulda seit Jahrzenten zu den bekannten Gesichtern: es gibt kaum einen Fuldaer, der den Berufsfotografen nicht kennt. Am kommenden Mittwoch soll der gebürtige Bayer nun in Bad Salzschlirf als Kandidat der osthessischen Grünen für die Bundestagswahl 2017 gekürt werden. Aus diesem Grund hat die Redaktion von OSTHESSEN|NEWS vorab ein Gespräch mit ihm geführt.

Von 2011 bis 2016 war Rammler bereits Stadtverordneter der Grünen. Nachdem er die Bewerbung des Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Anton Hofreiter, unterstützte, wirft er nun selbst seinen Hut in den Ring. Künftig würde er gerne auf Bundesebene politisch tätig werden. "Obwohl ich aus der Partei ausgetreten war, hat mein Herz immer 'grün' geschlagen", erzählt Rammler: "Ich habe Bündnis 90/Die Grünen unterstützt, wo ich nur konnte." Um allerdings selbst politisch wieder aktiv zu werden und um Hofreiter besser pushen zu können, erfolgte nun der erneute Eintritt in die Partei.

Auch wenn der passionierte Fotograf viele Unterstützer in der Region hat, rechnet er sich keine großen Chancen für einen Platz im Bundestag aus. "Es geht mir auch eher darum, Gesicht zu zeigen und andere zu motivieren sich einzumischen", erzählt er. "Ich möchte das Bewusstsein für Politik schärfen und hoffe darauf, dass viele Menschen zur Wahl gehen werden." Rammlers Kernthema ist allerdings die Umwelt. "Die Natur um uns herum geht den Bach herunter, die Tiere werden nicht mehr geachtet, der Beruf des Landwirtes stirbt langsam aus. Es kann nicht sein, dass beispielsweise ein Bauer Saatgut bei einem Händler kaufen muss, nur weil der ein Patent darauf hat."

Früher, so erzählt Rammler, sei dies anders gewesen. "Ich bin selbst auf einem Bauernhof aufgewachsen und habe Bioerzeugnisse gegessen, bevor ich überhaupt wusste, was Bio bedeutet. Die Bauern hatten außerdem ihr eigenes Saatgut.“ Grundsätzlich, so sagt er, bedürfe es Änderungen in der Agrarpolitik.

Weiterhin liegt dem 60-Jährigen am Herzen, Radwege auszubauen sowie die Energiewende voranzutreiben. "Ich sehe zum Beispiel in Fulda öfters Geschäfte, die rund um die Uhr beleuchtet sind. Die Betreiber haben überhaupt kein Bewusstsein für den verbrauchten Strom." Bereits zu seiner Zeit als Stadtverordneter hätten die Grünen die Stadt aufgefordert, auf Ökostrom umzusteigen. "Die Rhönenergie bietet ja extra einen solchen Tarif an und die Mehrkosten dafür wären, im Vergleich zu anderen Kosten, wirklich gering ausgefallen." Man müsse, so sagt Rammler, gerade auch bei solchen Belangen von Seiten der Stadt als Vorbild vorangehen. 

Seine Frau habe ihn bei dem Entschluss, sich zu bewerben, die ganze Zeit unterstützt. "Sie ist meine schärfste und beste Kritikerin", schmunzelt der Fotograf. "Auch ihr war klar, dass das – und man bedenke das ich mittlerweile 60 Jahre alt bin – natürlich ziemlich viel Arbeit bedeuten wird." Der Zuspruch aus dem Familien – Freundes – und Bekanntenkreis sei allerdings so groß gewesen, dass er sich der Verantwortung nun stellen möchte. "Ich habe den Mut mich zu wehren und möchte für unsere Ziele kämpfen." Würde Jesus Christus heute leben, so meint der gläubige Christ, "wäre er bestimmt ein Grüner". "Leben lebenswert machen, Tiere und Natur schützen…das wäre bestimmt genau sein Ding." (Miriam Rommel) +++




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