- Fotos: Dietmar Kelkel

BAD ORBSchlüpfrige Halbwahrheiten

Jürgen von der Lippe hatte seinen 900 Zuhörern einiges zu sagen

14.03.17 - Was das hier für ein Aufstand sei, wollte ein Kurgast aus Düsseldorf wissen, als Hunderte in die Bad Orber Konzerthalle strömten. War kein Aufstand, sondern nur zwei amüsante Plauderstündchen mit dem Altmeister der Comedy, Jürgen von der Lippe.

In seinem neuen Programm „Wie soll ich sagen …?“ beschäftigte sich der Ostwestfale in der ausverkaufen Konzerthalle mit den Fallstricken der deutschen Sprache. Zwischen Selbstironie und Sprachspielen nahm so manche Einlage einen kontraintuitiven Verlauf. „Schreiben Sie sich das ruhig auf, es kommen noch mehr solche Wörter“, agierte „der dicke alte Mann“ im schicken Hawaii-Hemd ohne Hektik, sprach besonnen und abgeklärt und stand immer im direkten Kontakt mit seinen Zuhörern.

Und die wussten schon, dass es einige von ihnen treffen wird. Schon nach wenigen Minuten zitierte er Conny und Corinna für ein lustiges Sprachspiel auf die Bühne. Die Aufgabe: Aus fünf Buchstaben einen Satz bilden. Da wurde aus krank – Kakao riecht am nackten Körper - oder aus Amsel – Alte Männer sind etwas langsamer. Zwei weitere Kandidaten durften sich an dem Zungenbrecher „Liebesreise“ versuchen.

Vor dem neuen Hoffnungsträger der Sozialdemokraten hat Jürgen von der Lippe großen Respekt. „Warum sind 99 Prozent der deutschen Frauen unbefriedigt?“, will er wissen: „Weil der Schulz nicht überall sein kann.“ Wenn man sich in der Bikinizone rasiere und eine Woche warte, habe man den Wolfgang Thierse im Schlüpfer, ging es zweideutig weiter. Reiche und mächtige Männer hätten manchmal eigenartige Ideen. Wie etwa Donald Trump, der seinem Frisör aufgetragen habe, ihm eine Frisur zu machen, damit er „fiffi“ aussehe.

Schlüpfrige Halbwahrheiten kann der Comedian einfach nicht lassen. Da knöpfte er sich den Profi-Boxer Marco Huck vor, der unberührt – virgo intacta – in die Ehe gehen will. Der soll in der Hochzeitsnacht schon in der dritten Runde schlapp gemacht haben. „Atmen, Marco. Nicht über außen gehen, musst über die Mitte kommen“, soll ihm Trainerlegende Ulli Wegner geraten haben. Brenzlige Situation mit dem eigenen Partner kennt der von der Lippe zuhauf. „Frauen mögen keine Scherze in emotional aufgeheizten Lagen. Bei einem Vorschlag zum Liebesspiel: 'Ich spiele den Zalando-Mann. Ich komme und du schreist vor Glück', ist sie not amused.“

Der Meister des geschliffenen Wortes erzählte seine Geschichten sauber auf den Punkt und erfreute sein Publikum mit seinen Wortschöpfungen. Hybridnamen waren für den ehemaligen Deutschlehrer „Namen, wo schön klingen und Freude bringen“ wie beispielsweise „Hairgott nochmal“ für den Friseursalon oder „Ständerstadl“, „Spritzenhaus“ oder „Vögelwarte“ für das horizontale Gewerbe. Zwischendurch griff er immer wieder zur Gitarre, stimmte satirisch überspitzte Agitpropsongs an, parodierte Peter Maffay und Howard Carpendale oder machte sich über Hannes Wader lustig, der seine Gitarre eine halbe Stunde lang stimme, dann „Heute hier, morgen dort“ singe und schon wieder verschwunden sei. (Dietmar Kelkel) +++.




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