Betriebsratsvorsitzender Norbert Herr (62) - Fotos: Julius Böhm

HÜNFELDBetriebsrat gibt Hoffnung nicht auf

In Sachen Wella noch keine Entscheidung getroffen? "Bisher nur ein Vorschlag"

16.03.17 - 380 Mitarbeiter im Hünfelder Wella-Werk sind in Schockstarre. Der Mutterkonzern Coty überlegt, das Werk in der Haunestadt Ende 2018 zu schließen. Betriebsrat Norbert Herr (62) hat die Hoffnung aber noch lange nicht aufgegeben: "Coty hat bisher nur eine Absichtserklärung, einen Vorschlag abgegeben. Es ist noch keine Entscheidung gefallen."

Erst im Oktober 2016 hatte der französische Kosmetikkonzern Coty Wella von Procter & Gamble (P&G) gekauft. Ist schon ein gutes halbes Jahr später Schluss in Hünfeld? In einer Pressemitteilung sagte das Unternehmen nur, dass man in Osthessen keine langfristige und nachhaltige Perspektive für Wella sehe. Dies hätte eine Kapazitäten-Studie in ganz Europa ergeben. Werksleiter Dr. Gerd Göbel musste die Mitteillung in einer Mitarbeiterversammlung am Dienstag vorlesen. "Die Kollegen waren natürlich geschockt", so Herr.

Er will mit allen Mittel ...

Betriebsrat: "Sauber hinterfragen"

"Unsere Qualität und Leistung ist mehr als gut", ist sich Herr sicher, der selbst seit über 40 Jahren bei Wella arbeitet, "den Vorwurf, wir wären in Hünfeld nicht wirtschaflich, werden wir sauber hinterfragen." Der Betriebsrat will sich zusammen mit der Gewerkschaft IGBCE und externen Beratern das Zahlenwerk genau anschauen und prüfen. 

Man fühle sich wie eine kleine Schachfigur, die die Konzernleitung herumschiebe. "Es ist ein furchtbares Gefühl. Geht es hier nur um den Aktienkurs? Was ist mit den hochmodernen Anlagen und den vielen Fachkräften", fragt Herr. Das Aerosol-Geschäft, das Abfüllen von Gasbehältern, sei der größte Betriebszweig. Coty will diese Aufgabe an Lohnabfüller abgeben und so Kosten einsparen. Herr kündigt sogar an, Lohneinbußen hinnehmen zu wollen, um den Standort zu retten: "Ich glaube, wir wären alle bereit, auch Opfer zu bringen."

Sollten seine Pläne scheitern, will sich Norbert Herr um einen fairen Sozialplan bemühen. "Aber das sehe ich ganz weit weg", ist er zuversichtlich, "wir wollen belegen, dass wir sehr wohl wirtschaftlich arbeiten. Welches Firmenschild in ein paar Jahren da draußen hängt, ist egal. Hauptsache das Werk überlebt." (Julius Böhm) +++




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