Erster Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent Dr. Jens Mischak (Zweiter von links), begrüßte die Leiterinnen und Leiter der Gesundheitsämter aller hessischen Landkreise und kreisfreien Städte bei ihrer Tagung in Lauterbach. Rechts im Bild Dr. Henrik Reygers (kommissarischer Leiter des Vogelsberger Gesundheitsamts), links neben ihm Dr. Siegfried Giernat (Vorsitzender der Runde) und Robert Stark (Referatsleiter Gesundheitspolitik beim Hessischen Landkreistag, links). - Foto: Erich Ruhl-Bady

LAUTERBACHHessische Gesundheitsleiter begrüßt

Mischak: "Gegebenenfalls muss man Richtlinien an die Wirklichkeit anpassen“

16.03.17 - "Gegebenenfalls muss man Richtlinien an die Wirklichkeit anpassen“, sagte Erster Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak, als er die Leiterinnen und Leiter aller Gesundheitsämter der hessischen Landkreise und kreisfreien Städte begrüßte. Die Experten des öffentlichen Gesundheitssystems, des Hessischen Landkreistages sowie Vertreter des Sozialministeriums und des zuständigen Regierungspräsidiums Darmstadt diskutierten unter anderem darüber, wie die Personalenge – zumal an der Spitze einiger Gesundheitsämter – bewältigt werden könnte.

Vizelandrat Dr. Mischak zeigte in seinen Ausführungen wenig Verständnis dafür, dass sehr erfahrene langjährige Ärzte im öffentlichen Gesundheitswesen nicht Amtsleiter werden könnten, ohne dass sie eine fünfjährige Zusatz-Facharztausbildung nachweisen.

HGÖGD sollte geändert werden

Es müsse über eine Änderung des Hessischen Gesetzes über den öffentlichen Gesundheitsdienstes (HGÖGD) dringend nachgedacht werden. Praxisnah und sachgerecht wäre aus seiner Sicht eine Novelle des HGÖGD, die ein "oder“ beinhalte: Leitung eines Gesundheitsamtes bei Nachweis der fünfjährigen Zusatzausbildung oder 10 Jahre Berufspraxis im Gesundheitsamt.

Der Vogelsberger Gesundheitsdezernent wies auf die Bedeutung der Gesundheitsämter hin und nannte als Beispiele die aktuelle Krankheitsentwicklungen bei Tuberkulose, Ebola und Influenza. Zunehmend sei die Arbeit des Gesundheitsamts auch mit sozialpolitischen Aufgaben verwoben, vor allem im Präventionsbereich. So seien die Gesundheitsämter teilweise in die frühen Hilfen bei Neugeborenen eingebunden, leiteten in größeren Städten humanitäre Sprechstunden für Nichtkrankenversicherte und seien eine Anlaufstelle für psychisch Kranke bzw. von psychischen Krankheiten betroffene Familienangehörige.

Dr. Mischak nutzte die Gelegenheit, alle hessischen Landkreise zu Gast zu haben, dafür, die Vorzüge des Vogelsbergkreises bei Familienfreundlichkeit, günstigem Wohnraum, zentraler Lage und niedriger Kriminalitätsrate herauszustellen. Auch auf Besonderheiten des Vogelsberger Gesundheitsamtes machte Mischak aufmerksam. Die Fachstelle für medizinische Versorgung sei bereits jetzt effektiv bei der Linderung des Ärztemangels. Er nannte als Beispiele die Angebote Blockpraktikum, Weiterbildungsverbund und Medizinstipendium. +++




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