WÄCHTERSBACHBereicherung für Kulturlandschaft

Plan für Sommerbühne findet in der Kulturszene großen Anklang

19.03.17 - Die Pläne für eine Sommerbühne im Herzen des Main-Kinzig-Kreises stoßen bei vielen Vereinen und Gruppen der Kulturszene auf positive Resonanz. Landrat Erich Pipa hat nun mit einigen Unternehmern, der Handwerkerschaft sowie Vertreterinnen und Vertretern aus den Bereichen Musik, Gesang und Theater den derzeitigen Planungsstand erörtert.  „Es wird allgemein bestätigt, dass eine solche Spielstätte eine große Bereicherung unserer Kulturlandschaft sein würde“, berichtet Pipa. Das Konzept orientiere sich eng an den Bedürfnissen und Vorstellungen der hiesigen Verbände und Organisationen und sei in der Größenordnung auf den geplanten Standort in Wächtersbach ausgerichtet. Das Areal am Schlossgarten biete nach Einschätzung anerkannter Fachleute als „authentischer Ort“ hervorragende Voraussetzungen für eine derartige Sommerbühne.

Wie groß die Wirkung attraktiver Unterhaltungsangebote für das regionale Marketing oder als identitätsstiftende Maßnahme sein kann, hat das Jubiläumsfest anlässlich „40 Jahre MKK“ im Juni 2014 in Gelnhausen eindrucksvoll gezeigt. Die breit angelegten Feierlichkeiten zum Kreisjubiläum in Verbindung mit dem „Sommermärchen“ der erfolgreichen Fußballweltmeisterschaft haben eine überwältigende Resonanz in der Kreisbevölkerung gefunden. Insbesondere die Errichtung einer professionellen Freilichtbühne fand unter kulturtreibenden Vereinen sowie lokalen Künstlerinnen und Künstlern größten Anklang.

Dieser Erfolg der Festwoche mit ihrer temporären Spielstätte hatte in den Folgemonaten eine intensive Diskussion unter den Kulturschaffenden ausgelöst, eine dauerhafte „Sommerbühne“ im Zentrum des Main-Kinzig-Kreises zu planen. „Außerdem erhalten Themen wie Kultur, Freizeit, Sport und Wellness als weiche Standortfaktoren auch im Wettbewerb der Regionen eine wachsende Bedeutung“, ergänzt Pipa.

Insgesamt gibt es im Kreisgebiet allein 202 Musik- und Gesangvereine. Hier sind über 10.000 Sänger und Musiker aktiv am Vereinsgeschehen beteiligt. Der Fachgruppe Kultur sind derzeit 46 Theatergruppen im Main-Kinzig-Kreis bekannt, außerdem 51 Schulchöre und rund 60 Instrumentalgruppen und Schulbands. Es gibt zudem eine Vielzahl an Initiativen und Vereinen, die sich in unterschiedlicher Intensität den Bereichen Musik, Gesang, Literatur, Theater, Tanz und Kleinkunst widmen. In der Ehrenamtssuchmaschine des Landes Hessen sind unter dem Suchbegriff „Kultur“ insgesamt 405 Vereine aus dem Main-Kinzig-Kreis gelistet. Die Zahl der aktiven Mitglieder beträgt hier 36.604.

Nachdem der Bedarf nach einer dauerhaften Freilichtbühne von verschiedener Seite konkret vorgetragen wurde, hatte Landrat Pipa veranlasst, in einer fachlichen Analyse sowohl die grundsätzliche Realisierung als auch die Standortfrage zu prüfen. Vor diesem Hintergrund wurde ein anerkanntes Planungsbüro beauftragt, verschiedene Ansätze zur Errichtung einer Freilichtbühne städtebaulich zu prüfen, einen geeigneten Standort herauszufiltern und baulich-konstruktive Lösungen für diese Standorte zu erarbeiten.

Kulturbühne im Schlossgarten hat sich als beste Lösung hervorgetan

Für die konkreten Planungen einer Freilichtbühne wurden verschiedene Größenordnungen und Ausführungen in die Überlegungen eingestellt und potentielle Standorte in Gelnhausen, Bad Orb, Erlensee und Wächtersbach auf den Prüfstand gestellt. Im Ergebnis hat sich dabei der Schlossgarten Wächtersbach für eine kleine Kulturbühne als beste Lösung deutlich hervorgetan. Der Standort im historischen Ambiente bietet ausreichend Raum für eine architektonisch eingepasste, überdachte Sommerbühne mit bis zu 600 Plätzen in 15 Sitzreihen. Zudem befinden sich in direkter Nachbarschaft die beiden Kurstädte Bad Soden-Salmünster und Bad Orb mit zusammen über 4.100 Gästebetten.

Der Blick auf vergleichbare Veranstaltungsorte (Bad Vilbel, Dreieichenhain, 700-800 Plätze) hat gezeigt, dass insbesondere die Verbindung aus moderner Spielstätte und historischem Ambiente ein – auch wirtschaftlich – attraktives Konzept darstellt. Die Planungen ergänzen sich auch mit Überlegungen zur Innenstadtentwicklung sowie zur Ausgestaltung des Umfeldes des Wächtersbacher Schlosses, das derzeit saniert wird und denkmalgerecht zum Rathaus umgebaut wird. Die Stadt ist deshalb bereit, für die Sommerbühne als Bauherr aufzutreten und sie in kommunaler Verantwortung zu betreiben.

Auch wenn die Errichtung einer Freilichtbühne im Interesse der Stadt Wächtersbach liegt, so sind die regionale Bedeutung und der überörtliche Charakter dieser außergewöhnlichen Einrichtung unverkennbar. Die kreisweite Resonanz und die fachlichen Beurteilungen machen das sehr deutlich. „Deshalb liegt es auch im Interesse des Main-Kinzig-Kreises, für den Bau dieses Kulturprojekts die einmaligen finanziellen Mittel bereitzustellen und die Idee nachhaltig zu unterstützen“, sagt Pipa mit Blick auf die voraussichtliche Entscheidung im Kreistag am 5. Mai.

Wie er betont, werde bei einer Bewirtschaftung der Bühne durch die Stadt Wächtersbach eine enge konzeptionelle Abstimmung mit anderen regionalen Veranstaltern vorausgesetzt. Zudem sollen kulturtreibenden Vereinen aus dem Main-Kinzig-Kreis ein vorrangiges Belegungsrecht eingeräumt werden. „Wir setzen sowohl auf die hiesigen Akteure als auch auf überregional bekannte Künstlerinnen und Künstler“, blickt Pipa voraus. Das Zielgruppenpotenzial für die Sommerbühne wird auf rund 900.000 Menschen angesetzt.

„Eine ehrgeizige Idee ist zu einem konkreten Plan gereift.“

Rund 40 Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Kultur und Wirtschaft erörterten am Donnerstagabend zwei Stunden lang mit Landrat Erich Pipa den Entwurf einer „Sommerbühne“ im Schlosspark Wächtersbach. Die Resonanz war äußerst positiv und die Gäste zeigten sich begeistert von der Möglichkeit, die hohe Zahl der im Gesangs-, Musik-, Theater- und Kleinkunstbereich ehrenamtlich aktiven Bürgerinnen und Bürger zu unterstützen und gleichermaßen zur Standortverbesserung und touristischen Aufwertung des Kreises beizutragen. Hier ihre Einschätzungen:

Jens Weismantel (Dirigent mehrerer Blasorchester): Eine solche Bühne wird viele Freunde finden und ist ein hervorragender Ort für einzigartige Kulturerlebnisse. Ich freue mich schon auf mein erstes Konzert hier als Dirigent.
Ludwig Weber (Vorsitzender Sängervereinigung Neuses): Die Kulisse wird unsere Sängerinnen und Sänger motivieren und inspirieren zu wunderbaren Konzerten. Darauf dürfen wir uns heute schon freuen.

Klaus Ritter (Geschäftsführer des Chorverbands Main-Kinzig): Die Idee hat mir von Anfang an gefallen. Die aktuelle Entwicklung der „Schlossbühne“ übertrifft meine Erwartungen, weil diese ehrgeizige Idee nun zu einem konkreten Plan gereift ist.

Franzkarl Stock, Vorstandsmitglied GV „Liederkranz“ Kassel: Die Sommerbühne in Wächtersbach wäre ein Geschenk für alle Kulturtreibenden und Kulturinteressierten im Main-Kinzig-Kreis. Vor allem aber für die Menschen, die in den ländlichen Gebieten im Ostkreis leben, wäre sie ein attraktiver Anlaufpunkt. Die Politik sollte diese Chance nutzen und sich geschlossen für den Bau der Einrichtung einsetzen.

Christian Hintz (Vorstandsmitglied Chorforum Eintracht Langenselbold): Das wird ein würdiger Veranstaltungsort für alle Menschen, die den Kulturgenuss schätzen. Ich drücke die Daumen, dass sich dieser Plan auch realisieren lässt.

Monika Fingerhut (Theaterpädagogin Jossgrund, Leiterin der Theatergruppe „Inkognito“): Schauspiel unter freiem Himmel in einer historischen Umgebung ist eine tolle Perspektive für alle Theaterfreunde im Main-Kinzig-Kreis und darüber hinaus. Ich bin sicher, dass wir diese Bühne erfolgreich mit Leben füllen werden.

Axel Ebbecke (Vorstand Ebbecke Verfahrenstechnik): Ein solches Projekt ist ein wertvoller Beitrag als Zeichen für eine selbstbewusste Region, die ihr Potenzial noch nicht ausgeschöpft hat. Die kulturellen Möglichkeiten einer solchen Einrichtung können die Attraktivität der Region für Mitarbeiter und Kunden deutlich stärken.

Georg Raab (Geschäftsführer Tantec GmbH): Auch wenn sich bei einer solchen Investition der Ertrag nicht eindeutig messen lässt, so ist es dennoch eine lohnende Sache. Es ist wichtig, dass wir als Standort nicht nur für Unternehmen attraktiv sind, sondern auch weiterhin für die Menschen, die hier leben. +++


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