REGIONGeschenke, Geschenke

Ist Ostern das neue Weihnachten? - Kinder werden offenbar verwöhnt

15.04.17 - Ein Blick in die derzeit rappelvollen Läden genügt, um einen Trend auszumachen, der offenbar immer mehr um sich greift: üppige Geschenke zu Ostern. Offenbar ist das höchste christliche Fest heimlich still und leise zum großen Geschenketauschgeschäft geworden. Wenn jedes Kind in der Region von jedem Verwandten "nur eine kleine Kleinigkeit" bekommt - wie uns die meisten Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel vor der Kamera versicherten, bedeutet das wirklich eine reiche Ausbeute im Osternest. Spitzenreiter war bei der - natürlich nicht repräsentativen Umfrage - ein Vater, der 200 Euro für Ostergeschenke für seinen Sohn angemessen fand.


Natürlich mobilisiert die Werbeindustrie schon seit Wochen ihre potentiellen Kunden mit ostereigeschmückten Prospekten und Sonderangeboten in allen Tageszeitungen, online und per TV. Und dieser Dauerbeschuss verfehlt seine Wirkung offenbar nicht, denn tatsächlich hört man im Verwandten und Freundeskreis immer öfter: "Ich brauch dringend noch ein Ostergeschenk für meine Schwiegermutter." Und schon stürzt man sich ins Getümmel und kauft mit allen anderen Geschenkejägern um die Wette. 


Selbstgefärbte und bemalte Eier, vielleicht einen Schokohasen und ein kleines Bilderbuch? Das war früher - der Trend geht eindeutig zum Dritt- und Viertgeschenk. Eine Sandkiste mitsamt Spielzeug, eine Ritterburg, ein Fahrrad, eine Puppe und der Besuch im Freizeitpark sind offenbar keine seltenen Ausnahmeerscheinung. Wir haben weniger Kinder, aber mehr Geld, warum also knausern? Die Kleinen werden hemmungslos verwöhnt, warum soll man nicht auch die Erwachsenen beschenken? Eine von uns befragte Mutter kritisierte, dass die Kinder schon anfangen, Wunschzettel fürs Osterfest zu schreiben. Kinder sind halt clever und wollen den ungebremsten Geschenkefluss in ihrem Sinn beeinflussen, das ist nur konsequent. Sonst bekommt man noch von jeder Oma dasselbe Playmobil-Auto ...


Eine ältere Dame, die im Fuldaer Emalierwerk Geschenke für Bewohner im Antoniusheim gekauft hatte, "weil die keine Angehörige haben, die sie beschenken könnten", schüttelte den Kopf über den Trend zu teuren Ostergeschenken: "Die Leute sollten lieber was mit ihren Kindern unternehmen - zum Beispiel in den wieder eröffneten Heimattiergarten in Neuenberg gehen, da haben alle mehr davon." Ein weiser Rat. (Carla Ihle-Becker)+++




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