Mechthild Heres und Claus Blachnik (m.) bei der stationären Annahmestelle mit dem Leiter des Sonderabfall-Zwischenlagers, Joachim Jost - Foto: M. Auth

FULDAJährlich kostenlose Schadstoffsammlung

Schadstoffhaltige Abfälle gehören nicht in den Hausmüll

18.04.17 - Seit Anfang der achtziger Jahre werden im Landkreis Fulda schadstoffhaltige Abfälle aus Haushalten, von denen eine Gefahr für Gesundheit und Umwelt ausgehen kann, vor Ort gesammelt. Durch das Angebot einer zweimal jährlichen kostenlosen Schadstoffsammlung soll verhindert werden, dass solche Stoffe in der Restmülltonne oder beim Sperrmüll landen.

Im Laufe der Jahre wurde das auch gesetzlich vorgegebene System der Schadstoffsammlung immer stärker ausgeweitet. So war in der Vergangenheit ein Spezialfahrzeug mehrere Wochen von montags bis freitags im ganzen Kreisgebiet unterwegs, um an Haltepunkten in fast jedem größeren Ortsteil schadstoffhaltige Abfälle einzusammeln. 

 
Hinzu kamen die Einrichtung einer stationären Abgabemöglichkeit und Sonderaktionen wie zum Beispiel für Schulchemikalien. Wegen des damit verbundenen logistischen, organisatorischen sowie finanziellen Aufwands von über einer Viertelmillion Euro mussten zwischenzeitlich Anpassungen vorgenommen werden. Das Fahrzeug ist jetzt nur noch zu bürgerfreundlichen Zeiten freitags und samstags mit Standzeiten von drei bis vier Stunden in den größeren Kommunen im Einsatz. Zusätzlich gibt es weiter die stationäre Annahme an nunmehr fünf statt bisher zwei Tagen im Monat.

Mit jährlich 60 Tonnen blieb das Aufkommen aus der Schadstoffsammlung in den letzten Jahren relativ konstant. Im Vergleich zu den kreisweit 40.000 Tonnen Siedlungsabfälle handelt es sich um eine geringe Menge, die aber ein großes Gefährdungspotential birgt. Immerhin konnten die Kosten durch neue Entsorgungswege und die zwischenzeitliche Abschaffung des Entsorgungsmonopols der Hessischen Industriemüll GmbH für gefährliche Abfälle auf aktuell rund 100.000 Euro pro Jahr reduziert werden.

 
In den Anfangsjahren lag das Aufkommen höher, als viele Keller "leergeräumt" wurden. Was sich geändert hat, ist die Zusammensetzung der Abfälle. Bisher gebräuchliche Artikel werden durch die Umwelt weniger belastende ersetzt, dafür treten neue Probleme auf. Claus Blachnik, Leiter der Abfallwirtschaft des Landkreises Fulda, nennt ein Beispiel: "An die Stelle der Entsorgung von Fotochemikalien sind im Zeitalter der digitalen Fotografie Hochenergie-Batterien getreten."

Am häufigsten werden Lacke, Farben, Klebstoffe und Lösungsmittel gesammelt. Manches davon, wie beispielsweise eingetrocknete Farben, könnte bedenkenlos in den Hausmüll gegeben werden, oder es besteht eine Rücknahmepflicht des Handels wie bei Altöl und Batterien. Hin und wieder tauchen auch reichlich merkwürdige Dinge auf. Hierzu zählte vor einigen Jahren eine Sammlung von ausgestopften und mit Chemikalien konservierten Greifvögeln. 

 
Weniger skurril, dafür umso gefährlicher wird es bei hochgiftigen und explosiven Stoffen beziehungsweise bei an sich harmlosen Stoffen, die aber heftig reagieren können, wenn sie mit anderen zusammentreffen. Zum Glück ist in all den Jahren noch nichts Ernsthaftes passiert. Dazu hat wesentlich das Fachpersonal beigetragen, das die Abfälle bereits bei der Entgegennahme erkennen, ihre Gefährlichkeit einstufen und die Gefahrgüter voneinander getrennt in speziellen Behältnissen verpacken und sichern muss.

Beim Landkreis kümmern sich Claus Blachnik und Mechthild Heres um die Schadstoffsammlung. Dies beginnt mit der Ausschreibung und Vergabe, geht über die Veröffentlichung der Termine und endet beim Führen der Entsorgungsnachweise und Transportbelege für jede einzelne Anlieferung zur Entsorgungsanlage. 

 
Vor allem bei der Festlegung und Reservierung der Standorte für das Sammelfahrzeug werden sie von den zuständigen Sachbearbeitern in den Städten und Gemeinden unterstützt. Claus Blachnik und Mechthild Heres formulieren die Bitte: "Geben Sie schadstoffhaltige Abfälle persönlich und möglichst in der Originalverpackung ab." Dadurch würden die richtige Klassifizierung und das weitere Handling erleichtert. Die Annahmezeiten seien nutzerfreundlich und großzügig bemessen, so dass nichts unkontrolliert abgestellt werden müsse und so zur Gefahr für spielende Kinder oder die Umwelt werden können. (pm) +++


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