Mit dem größten Flughafen der Bundesrepublik verfügt Frankfurt über einen wichtigen Dreh- und Angelpunkt in der Wirtschaft - Foto: pixabay

REGIONON-WISSEN

Löhne in Hessen ganz oben

07.05.17 - Arbeitnehmer in Hessen haben es gut. Durchschnittlich verdient ein Arbeitnehmer in Hessen über 21,00 Euro pro Stunde. Damit liegen sie bundesweit an der Spitze. Hier der Ländervergleichscheck.

Der geplante Effekt der EZB auf die Wirtschaft scheint zumindest in Hessen auf fruchtbaren Boden zu fallen. Bereits seit März 2016 hält die EZB den Leitzins auf einem historisch niedrigen Wert von 0,0 Prozent fest, um die Konjunktur mit günstigem Kapital zu steigern. In Hessen zeigt sich nun, dass die Arbeitnehmer damit bundesweit zu den Gewinnern gehören. Immerhin 21, 00 Euro Stundenlohn, lässt die Einwohner auf Platz 1 der höchsten Landesdurchschnittlichen Einkommen stehen.

Zum einen liegt dies vor allem auch an der wirtschaftlichen Lage der Unternehmen. In Baden-Württemberg, Hessen oder auch Hamburg ist der Gewinn, bzw. auch Cash-Flow genannt, durchschnittlich höher. Im Schnitt verdient ein Arbeitnehmer über 23 Prozent mehr als der Bundesdurchschnitt. Sogar die Berufseinsteiger machen im Hessen mit am meisten Umsatz, dicht gefolgt von den Bundesbürgern aus Baden-Württemberg.

Mittelwerte der akademischen Berufseinsteiger

Diese Ergebnisse gelten zumindest für die Gruppe der akademischen Berufe. Eine Studie von 2016 untersuchte dazu die durchschnittlichen Jahresgehälter der Jungakademiker. Die Spanne reichte von einem Mittelwert von 32.924 Euro an Mecklenburg-Vorpommern bis zu einem Mittelwert von 52.770 Euro Jahresgehalt in Hessen. Somit liegt der durchschnittliche Jahresverdienst des einkommensschwächsten Bundeslands etwa ein Drittel unter dem des hessischen Durchschnitts.

Eine Vielzahl an Banken trägt ...

Generell lässt sich ein Ost-/West-Gefälle erkennen. Hinter Hessen folgt Baden-Württemberg (50.114 Euro), Bayern (48.720 Euro), Hamburg (47.677 Euro), Nordrhein-Westfalen (45.797 Euro), Rheinland-Pfalz (44.930 Euro), Bremen (43.500 Euro), Berlin (42.636 Euro), Saarland (42.307 Euro), Niedersachsen (41.545 Euro), Schleswig-Holstein (40.092 Euro), Thüringen (35.393 Euro), Sachsen (34.624 Euro), Brandenburg (34.036 Euro), Sachsen-Anhalt (33.574 Euro) und schließlich Mecklenburg-Vorpommern mit 32.924 Euro.

Vier Länder liegen über dem Bundesdurchschnitt

Bei Betrachtung aller Gehälter sieht das Ergebnis ähnlich aus. Insgesamt wurden dazu in 2016 knapp 750.000 Gehaltsdaten ausgewertet. Ausgehend von einem durchschnittlichen Bundeslohnmittelwert von 100 Prozent, wurde der Verdienst in den einzelnen Bundesländern dazu in Bezug gesetzt. Hessen steht auch hier wieder ganz vorne. Mit 110,7 Prozent führt das Bundesland knapp vor Baden-Württemberg. Letzteres kann immer noch einen Wert von 109,4 Prozent aufweisen.

Es folgen Bayern (106,1 Prozent) und Hamburg (105,2 Prozent). Nordrhein-Westfalen liegt mit 99,8 Prozent nur knapp unter dem Bundesdurchschnitt. Es folgen die Länder Rheinland-Pfalz (98,7 Prozent), Bremen (96,5 Prozent), Berlin (94,2 Prozent) und das Saarland mit 93,7 Prozent. Das Schlusslicht bilden die neuen Bundesländer. Wobei Niedersachsen mit 92 Prozent und Schleswig-Holstein mit 90,6 Prozent noch recht gut dastehen. Alle anderen liegen unter 80 Prozent. Auf dem letzten Platz befindet sich auch hier Mecklenburg-Vorpommern mit 75,4 Prozent.

Ranking der Hauptstädte: Wiesbaden auf Platz Vier

Außerdem wurde ein Ranking der Landeshauptstädte erstellt. Hier liegt Stuttgart mit 125,2 Prozent des Lohnniveaus ganz oben. Dicht gefolgt von München (123,8 Prozent) und Düsseldorf (115,9 Prozent). Die hessische Landeshauptstadt mit ihren 560.000 Einwohnern steht immerhin noch auf Platz vier und kann stolze 115,7 Prozent des Lohnniveaus vorweisen.

Es folgen Mainz (106 Prozent) und Hamburg (105,2 Prozent). Ganz hinten finden sich auch hier wieder die Städte der neuen Bundesländer wieder. Magdeburg, Erfurt und Potsdam liegen alle bei 81 bis 82 Prozent des Bundesdurchschnitts. Schwerin sogar nur bei 77,4 Prozent.

Wieso steht Hessen so gut da?

Das Lohngefälle zwischen den Bundesländern, insbesondere zwischen den alten und den neuen Bundesländern lässt sich auch mit den Lebenshaltungskosten erklären. Während diese in den meisten neuen Bundesländern niedriger ist, steigt es in Bundesländern wie Bayern, Hessen oder Baden-Württemberg deutlich an. Damit ergibt sich automatisch weniger Armut in Bundesländern mit höherem Lohnniveau.

Wiesbaden steht beim bundesweiten Hauptstädtevergleich ...

Zudem befinden sich im Osten oftmals nur kleine oder mittlere Unternehmen, die nicht in der Lage sind, dieselben hohen Gehälter wie internationale Konzerne zu zahlen. Und auch in den gängigen Arbeitsbereichen wie im Gesundheitssektor oder im Vertrieb zeigen sich Unterschiede in der Bezahlung. So verdient eine Arzthelferin in den alten Bundesländern durchschnittlich 26 Prozent mehr als in den neuen Bundesländern. Im gesamten Gesundheitswesen beträgt der Unterschied 15 Prozent. Ähnliches gilt für Handel und Vertrieb. Hier besteht ebenfalls ein Lohngefälle von 15 Prozent.

Im Gegensatz zu den neuen Bundesländern gibt es in Hessen eine Vielzahl an großen, international agierenden Unternehmen. In Frankfurt am Main befindet sich ein riesiges Messegelände, der bundesgrößte Flughafen mit alleine 35.000 Beschäftigten durch die Lufthansa und jede Menge internationale Banken. Ebenso ist die Börse in Frankfurt beheimatet.

In Rüsselsheim sorgt Opel für etwa 20.000 Arbeitsplätze und in Wetzlar ist der bekannte Hersteller Leica für Kameras, Mikro- und Makroskope ansässig. Auch Amazon hat als großer Arbeitgeber eine Niederlassung im hessischen Bad Hersfeld, ist aber immer wieder von Tarifstreiks betroffen. Insgesamt stellt das Vorhandensein vieler großer und internationaler Konzerne somit einen wichtigen Schlüssel dar, wodurch durchschnittlich höhere Löhne gezahlt werden können. +++


Über Osthessen News

Kontakt
Mediadaten
Werbung
Impressum

Apps

Osthessen News IOS
Osthessen News Android
Osthessen Blitzer IOS
Osthessen Blitzer Android

Service

Stellenangebote
Veranstaltungskalender
Wetter Vorhersage
Biergärten
Freizeit Tipps
Mittagstisch
Beilagen
Benzinpreis Vergleich

Social Media

Facebook
Twitter
Instagram

Nachrichten aus

Fulda
Hersfeld Rotenburg
Main Kinzig
Vogelsberg
Rhön