Felix Wessling (vor dem Café Bar Löwe am Peterstor) - Foto: Marius Auth

FULDA„Ohne Leidenschaft geht nichts“

Museumscafé, Löwe und Heimat: Gastro-Chef Felix Wessling im Portrait

18.05.17 - Schwartenmagen in Barbecue-Sauce, Kümmelbrot und rustikaler Rhöner Charme: Als die „Heimat“ am Buttermarkt in Fulda 2015 eröffnete, hätten wenige aufgrund der hohen Fluktuationsrate und Marktsättigung in der Innenstadt an einen Dauerbrenner geglaubt. Dabei liegen lokale Marken mit Identifikationspotenzial voll im Trend. „Heimat“-Mitbetreiber Felix Wessling über Szene-Flair, Lokalpatriotismus und Durchhaltewillen.

Der Weg in die Gastro-Branche schien für Wessling nicht vorgezeichnet: Der 35-Jährige, der in Fulda geboren wurde, schloss zuerst eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann ab, um dann eine Ausbildung zum staatlichen Betriebswirt zu absolvieren. „Als Vertriebsleiter für die Getränkemarke „Red Bull“ kam bei mir der Gedanke auf, selber etwas machen zu wollen: Um als 27-Jähriger, im Jahr 2010, das Startkapital für Erwerb und Inbetriebnahme der Café Bar Löwe am Peterstor aufzutreiben, habe ich sogar Geld von meiner Familie geliehen. Das wurde natürlich abgearbeitet.

Foto: Christian P. Stadtfeld

Der Schritt in die Selbstständigkeit ist kein einfacher: Man muss alles geben, es existiert kein Sicherheitsnetz, man kann nicht einfach aufhören –inzwischen trage ich nämlich auch Verantwortung für 40 Mitarbeiter“, erklärt Wessling, der im September 2015 mit Geschäftspartner Paul Pawlowski-Rothenbücher die „Heimat“ am Buttermarkt mit Eigenkreationen aus Rhöner Spezialitäten eröffnete und im Dezember 2016 das traditionsreiche Museumscafé im Erdgeschoss des Vonderau Museums übernommen hat: „Dort sind wir noch in der Findungsphase und überlegen, welche Produkte und Dienstleistungen Sinn machen, werden aber bald beim offiziellen Neustart das Konzept präsentieren“, so Wessling.

Felix und Paul in ihrer ...Foto: Julius Böhm

Inzwischen ist die Expertise des umtriebigen Unternehmers gefragt: Beim 8. Fuldaer Innovationsabend des Regionalen Standortmarketings im ITZ Fulda am Schlachthof, der gestern Abend Fachvorträge und Gründervorstellungen bot, gab Wessling einen Einblick in seine gastronomische Firmengruppe: „Ich hätte mir selbst gewünscht, in der Anfangsphase jemanden um Rat fragen zu können. Neben den betriebswirtschaftlichen Aspekten sind Markenführung und Außenwirkung heute wichtiger denn je. Die Idee zur „Heimat“ hatte schon länger in unseren Köpfen geschlummert, aber das Produkt muss erst funktionieren, der Markt muss bereit sein. Für das grundsätzliche Konzept haben wir uns Inspirationen aus vielen anderen Bars und Cafés geholt. Letztlich ist es aber eine kulturgastronomische Liebeserklärung an die Region geworden.

Wenn die Qualität der Produkte und das Flair stimmt, sind die Leute bereit, dafür zu zahlen. Wir haben am Peterstor und Doll eine kleine, feine Szene engagierter Einzelhändler, gemeinsame Aktionen schaffen Synergie-Effekte. Doch letztlich muss das Produkt funktionieren, man muss voll dahinterstehen können – kaufmännisch und marketingtechnisch. Das Feedback der Kunden hilft, auch wenn es einem mal nicht gefällt: Die Stulle mit Stracke, einer unserer Favoriten, ist in der „Heimat“ nicht wirklich gelaufen. Im Allgemeinen war die Resonanz der Einheimischen aber sehr positiv: Ein Bekenntnis zu regionalen Produkten und Werten liegt im Trend, man braucht sich nicht zu verstecken, ganz im Gegenteil: Wer in der „Heimat“ einen Gin Tonic bestellt, kann erwarten, dass das Tonic Water vom regionalen Mineralbrunnen kommt“, erklärt Wessling. (Marius Auth) +++




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