Das Künanzhaus wird derzeit von Bernhard Christof und Dr. Frank Jauker für die Erforschung der Vogelsberger Bergmähwiesen genutzt. Organisator Dr. Gerhard Burgard mit den ersten beiden Gästen Werner Böck und Dr. Sigfried Ingrisch. (von links) - Fotos: Dieter Graulich

VOGELSBERGKREISWird "Künanzhaus" wieder zum Leben erweckt?

"Alt-Künanzle" treffen sich auf dem Hoherodskopf

19.05.17 - Mit dem "Künanzhaus" steht etwas abseits von den großen Besucherströmen eine Forschungsstation der Justus von Liebig-Universität Gießen inmitten des ersten deutschen Naturparkes "Hoher Vogelsberg" auf dem Hoherodskopf. Diese Station wurde 1963 auf einem bestehenden Flakfundament vom damaligen Hessischen Ministerpräsidenten Dr. August Zinn und dem Direktor des Zoologischen Instituts Prof. Dr. Wulf Emmo Ankel aus der Taufe gehoben. Die Grundsteinlegung war bereits am 9. November 1958 erfolgt. Unter der Leitung von Professor Dr. Heinz Scherf entwickelte sich diese Station zu einer Einrichtung, die europaweit Vorbildcharakter für ökologische Feldarbeiten hatte.

Bernhard Christof und Dr. Frank ...

Dr. Gerhard Burghard mit einem ...

Zum zweiten Mal trafen sich jetzt knapp 20 "Alt-Künanzle", so nennen sich die ehemaligen Gießener Studenten, oder eng mit dem Haus verbundene Personen im Künanzhaus. Erfreut waren die Ehemaligen darüber, dass mit Dr. Frank Jauker und Bernhard Christof seit dem Vorjahr wieder Leben im Künanzhaus herrscht. So beschäftigt sich Dr. Jauker momentan mit den Bestäubergemeinschaften von Bergmähwiesen im Hohen Vogelsberg, um den Einfluss von Landnutzung und Höhengradient zu erfahren. Dies geschieht in Kooperation mit dem Naturschutzgroßprojekt Vogelsberg. Dazu gab es schon im letzten Jahr eine Masterarbeit und drei Bachelorarbeiten mit Basis im Künanzhaus. Die Masterarbeit war von Bernhard Christof, mit dem Dr. Jauker auch die Auswahl für die diesjährigen Flächen für weitere zwei Masterarbeiten und drei Bachelorarbeiten getroffen hat.

Es waren bewegende Momente für alle Anwesenden, nach so langer Zeit wieder an den Ort ihres Wirkens zurückzukehren. Besonders die alten Fotoalben sorgten für viele lustige Kommentare und Gesprächsstoff. Dr. Gerhard Burghardt, der zum zweiten Mal dieses Treffen organisiert hatte, war diesmal auch für die Verkostung zuständig und so gab es am Künanzhaus selbstgefertigte Pizza und Köstlichkeiten vom Grill. Das Treffen war erneut ein voller Erfolg und soll in der Hoffnung, dass das Künanz-Haus wieder zum Leben erweckt wird, auch im kommenden Jahr wieder stattfinden.

Für Dr. Burghardt war dieses Treffen nicht das einzige Highlight im Vogelsberg, denn er feierte danach seinen 69. Geburtstag im Gasthaus "Zur schönen Aussicht" in Schotten-Breungeshain. Hier erhielten die Studenten von den Vogelsbergern auch den Ehrennamen "Die Mückefänger".  Der Jubilar wurde in der Promotion über Wanzen ausgefragt und ist heute mit Wohnung in Berlin einer der wenigen Wanzologen, die diese äußerst interessante Insektengruppe in Deutschland bearbeiten. Die Wanzen des Vogelsberges haben durch Ihn in der Wissenschaft Platz gefunden.

Das "Künanzhaus" hatte in früheren Jahren einen sehr hohen Stellenwert auf dem Gebiet der heimatlichen Naturkunde. So würdigte der Verein für Naturkunde in Osthessen die Verdienste um die heimatliche Naturkunde mit dem "Martin-Goldschmidt-Preis", der damals mit 500 DM dotiert war. Im Jahre 1987 verlieh der Vogelsbergkreis dem damals bestehenden "Verein der Freunde und Förderer des Künanzhauses" für besonders herausragende Leistungen auf dem Gebiet des Umwelt- und Naturschutzes den Umweltschutzpreis 1987 der mit 5.000 DM dotiert war. Der Verein ist inzwischen aufgelöst worden und das noch bestehende Guthaben dem Naturschutzgroßprojekt zugeführt worden. (Dieter Graulich) +++




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