Informationen erhielt Pfr. i.R. Manfred Hofmann am Kirchenwald oberhalb des Katharinenbachs von Revierleiter Peter Kraus - Foto: Dieter Graulich

ULRICHSTEINErhaltung des Kirchenwaldes

Ökologisch wertvolle Waldbestände im evangelischen Kirchenwald

14.07.17 - Pfarrer i.R. Manfred Hofmann informierte sich jetzt bei einem Waldspaziergang mit Forstamtmann Peter Kraus über die aktuellen Maßnahmen zur Pflege der Jungwuchsflächen im evangelischen Kirchenwald Ulrichstein. Im Frühjahr 2007 tobte der Jahrhundert-Orkan „Kyrill“ über Hessen und die Wälder des Vogelsberges. Neben den großen staatlichen und kommunalen Forstbetrieben waren auch zahlreiche kleine Waldeigentümer betroffen, deren Waldbestände übernacht vollständig zerstört wurden. So auch der evangelische Kirchenwald Ulrichstein. Hier wurden die 50-jährigen Fichtenbestände auf fünf ha Waldfläche vollständig geworfen.

Nach der Aufarbeitung des Kalamitätsholzes wurden bereits im Frühjahr 2008 die ersten Flächen wieder aufgeforstet. Zusammen mit Pfarrer Manfred Hofmann wurde durch den Revierleiter Peter Kraus ein Aufforstungskonzept erarbeitet. Dabei bildeten standortgerechte Laubbaumarten, wie Bergahorn, Buche, Kirsche und Roterle den Grundbestand. Eine natürliche Ansamung von Birke und Fichte wird gerne gesehen und in die Kulturflächen mit übernommen. Manfred Hofmann zeigte sich erfreut von der Baumartenvielfalt auf den kirchlichen Waldflächen, die in Zukunft wesentlich strukturreichere und damit auch naturnähere Wälder bilden würden. Derartige Mischwälder halten den Stürmen besser stand, schließen im fortgeschrittenen Alter kalamitätsbedingte Bestandslücken oft selbst durch Naturverjüngung und verschönern das Landschaftsbild durch ihre vielfältige Herbstfärbung. Nicht zuletzt ist auch die Baumartenvielfalt ein wichtiges Mittel um dem sich immer stärker zu beobachtendem Klimawandel zu begegnen.

Neben den Kosten für Kulturpflanzen und Pflanzarbeiten waren jährlich größere Aufwendungen für den Schutz der jungen Kulturpflanzen gegen Wildverbiss erforderlich. Aber auch in eine rechtzeitige und zielgerichtete Jungwuchspflege wurde investiert. Sie ist auch beim Laubholz die Voraussetzung für zukünftige stabile und strukturreiche Waldbestände. Besonderes Augenmerk wurde auf eine ökologische Waldrandgestaltung gelegt. Die neu geschaffenen, besonnten Waldränder haben für den Arten- und Biotopschutz im Wald eine besondere Bedeutung. Zahlreiche Kleinlebewesen, wie Schmetterlinge, Waldameisen und Singvögel erhalten durch die sich sukzessiv entwickelnde Kraut- und Strauchschicht einen neuen Lebensraum.

So sind viele naturinteressierte Wanderer von der pflanzlichen Artenvielfalt überrascht, die sich ihnen im Bereich des Katharinenbaches bietet. Hier wurden noch verbliebene Fichtenbestandsreste entfernt. Heute bilden Erlen und Weiden eine standortgerechte Bachbegleitung, die mit ihren lichtdurchflutenden Baumkronen Raum für wunderbar blühende Bodenpflanzen, wie Iris oder Trollblume, lassen. Auch freut sich der aufmerksame Naturfreund über zahlreiche Vogelarten und Kerbtiere, die er schon lange vermisste. Ein bereits frühzeitig angelegtes Feuchtbiotop, das seltenen Frosch- und Molcharten zu einer Heimat geworden ist, ergänzt das Spektrum an Naturschutzmaßnahmen im Kirchenwald. Zusammen mit dem angrenzenden Stadtwald Ulrichstein entsteht so eine Biotopvernetzung entlang des Katharinenbaches. Darüber hinaus werden sich die bachbegleitenden Aufforstungen mit Erle, Weide und Moorbirke im Laufe der Jahre zu Auewaldbeständen entwickeln und damit sicherlich zu den ökologisch wertvollsten Waldbeständen der Region gehören, so der Förster Peter Kraus.

Die Erhaltung und ökologische Weiterentwicklung des Kirchenwaldes war Manfred Hofmann während seiner Dienstzeit als Pfarrer stets ein besonderes Anliegen. So wurde der Kirchenwald durch Zukäufe von Nachbarflächen um rund 3 Hektar vergrößert. „Die nachhaltige Bewirtschaftung und Pflege des Kirchenwaldes im Hinblick auf seine Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion ist dabei auch eine Möglichkeit unserer Kirche die ökologische Verantwortung zu praktizieren und so zur Bewahrung der Schöpfung beizutragen“, so Manfred Hofmann zum Abschluss des Waldspazierganges. (gr) +++


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