- Fotos (25): Michael Thomas

SCHLÜCHTERNLivemusik, Seniorennachmittag & Brezel-Spiele

Auf dem Acis fühlt man sich wohl - Wochenende im Zeichen des Weitzelfestes

06.08.17 - Wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung. Den missglückten Bieranstich beim Schlüchterner Weitzelfest wird Michel Liebgott nicht so schnell vergessen. Der Landrat und Bürgermeister der Partnerstadt Fameck zögerte etwas, als ihm der Erste Stadtrat Reinhold Beier die Ehre zuteil werden ließ, den traditionellen Akt zu vollziehen. „Ich arbeite mit dem Kopf und nicht mit dem Hammer. Das ist ein Risiko“, meinte der Gast aus Frankreich. Das Nachbarland kennt keinen Bieranstich. Eher zögerlich waren Liebgotts erste Schläge. Doch dann wurde er energischer, bis das Bier zur Freude aller wie aus einer Fontäne herausspritzte.

 Es ist die heimelige, familiäre Atmosphäre, die das Weitzelfest auf der „Schlüchterner Platte“ auszeichnet. Auf dem Acis fühlt sich Schüchtern wohl. Ausgelassener als in der Natur kann man kaum feiern. Und die Hauptdarsteller sind jedes Jahr die gleichen, wenn der Bergwinkel seinen Gönner Johann Joachim Weitzel hochleben lässt. „Ich wünsche euch, dass ihr Freude habt an eurem und meinem Ehrentag“, hatte Bäckermeister Bernd Reekers alias J. J. Weitzel bei der Eröffnung betont. Angeführt von Bürgergarde und Biedermeiergruppe zogen Reekers und seine kleinen Gehilfen und die Honoratioren der Stadt ins Festzelt ein.

Dort warteten schon die Dixie Oldies auf ihren Einsatz. Seit einem halben Jahrhundert musizieren sie zusammen in den Kultbands „Echo Four“, „Corso“ und der Stadtkapelle. Als Trompete, Klarinette, Posaune, Saxofon, Schlagzeug, Tuba, und Banjo mit fetzigen Songs wie „Bei mir bist du schön“ loslegten, war unbeschwerte Feierstimmung garantiert.

 Rockten vor einem Jahr die „Moondogs“ 800 Zuhörer bei ihrem Bühnenabschied, sorgte diesmal „Nexus“ für Rock'n'Roll-Feeling mit Klassikern wie „Proud Mary“, „Black Magic Woman“ und der Zugabe „25 or 6 to 4“.
Die meisten Besucher nutzten am Wochenende den Shuttle-Service, um auf den Acis zu kommen.
Nach einem ökumenischen Gottesdienst hieß es am Sonntag für die Kinder Brezel backen mit Bernd Reekers und Spielspaß mit Sunny Faces erleben, bevor der Club der Präsidenten mit den Spielen um die goldene Brezel loslegte.
Und die hatten es zur Freude der zahlreichen Zaungäste in sich. Beim Knie-Ball musste ein Ball mit den Knien aufgenommen und ohne die Hände benutzen zu dürfen transportiert werden. Mit Wasserbomben-Werfen, einer Tortenschlacht und Wassertransport Huckepack ging es in die nächsten Runden, bevor mit dem Scrabble-Eierlauf die endgültige Entscheidung fiel. Mit von der Partie waren die Tischtennisspieler mit dem designierten Kalte-Markt-Präsidenten Gerold Raab, die Jugendfeuerwehr, das Jugendorchester der Stadtkapelle und der Herolzer Bloo.
Rund 150 Senioren aus allen Stadtteilen haben zuvor am Samstagnachmittag in der Stadthalle Schlüchtern vergnügliche Stunden verbracht. Bei Kaffee und Kuchen sorgten die Steinauer Bänkelsänger für Stimmung mit Liedern wie „Anita“ und „Dich zu lieben“. Die Biedermeiergruppe führte Tänze vor.

 Groß war die Zahl der Ehrengäste. Neben Landrat Thorsten Stolz unterstrichen Bundestagsabgeordnete Bettina Müller, Landtagsabgeordneter Heinz Lotz und der Bürgermeister der französischen Partnerstadt Fameck, Michel Liebgott, ihre Wertschätzung für die älteren Mitbürger. Vizebürgermeister Reinhold Baier erinnerte daran, dass das Weitzeldenkmal vor genau 120 Jahren in der Krämerstraße aufgestellt wurde. Landrat Thorsten Stolz hob hervor, dass eine Persönlichkeit wie Johann Joachim Weitzel, jener Bäckermeister, der in Amsterdam wohlhabend wurde, nie seine Heimatstadt vergessen habe. „Eigentum verpflichtet. Umgerechnet hat er der Stadt Schlüchtern nach seinem Tode rund 250 000 Euro vermacht. Ich wünsche mir in der heutigen Zeit mehr Menschen von Schlage des J. J. Weitzel.“ Es sei begrüßenswert, dass die Stadt ihrem Gönner und Wohltäter ein gebührendes Andenken erhalte. Den Senioren wünschte der Landrat Zufriedenheit, Lebensfreude und Gesundheit.

 Bettina Müller betonte, dass sie immer gern zu den Seniorennachmittagen käme, weil ihr die Atmosphäre immer prima und die Ehrenamtler in Schlüchtern besonders aktiv seien. Heinz Lotz erinnerte daran, dass viele der anwesenden Senioren nach dem Zweiten Weltkrieg viel geleistet hätten beim Aufbau der Bundesrepublik Deutschland.
Pfarrer Joachim Truss hielt eine kleine Andacht. Durch das Programm führten Bernd Ullrich und Seniorenbeauftragter Peter Triebensky (Dietmar Kelkel)  +++

Fotos (18): C. Schmitt


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