HÜNFELD"Maßlos enttäuscht und verarscht"

Coty-Mitarbeiter wollen weiterkämpfen - "Die Hoffnung stirbt zuletzt"

10.08.17 - Die meisten der rund hundert Coty-Mitarbeiter, die in Hünfeld heute Mittag zu einer Kundgebung vor die Werkstore zusammenkamen, befinden sich gerade in einem dauernden Gefühlswechsel zwischen Zorn und Verzweiflung. "Wir sind einfach maßlos enttäuscht und fühlen uns von der Geschäftsleitung schlichtweg verarscht", bringt es einer der langjährgen Angestellten auf den Punkt. Mit der gemeinsamen Toraktion will sich die Belegschaft wieder gegenseitig Mut machen und der Rückendeckung durch den Betriebsrat und die Gewerkschaft versichern. 

Fotos: Carina Jirsch

Ratlosigkeit und Bestürzung

Beate Rohrig (IG BCE) hofft ...


Coty hatte den Entschluss, die Produktion in Hünfeld in der zweiten Hälfte des Kalenderjahres 2018 auslaufen zu lassen, damit begründet, dass es für die Produktion am Standort keine langfristige, nachhaltige Perspektive gebe. Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) will sich trotz des niederschmetternden Beschlusses für das Werk-Aus ebensowenig geschlagen geben, wie Betriebsratsvorsitzender Norbert Herr. Obwohl die Geschäftsleitung des Coty Konzerns die Schließung des Werks in Hünfeld als unumstößlich verkündet hat, will die Belegschaft jetzt nicht so einfach aufgeben, sondern um den Erhalt ihrer rund 380 Arbeitsplätze kämpfen. Dafür kam heute IG BCE Bezirksleiterin Beate Rohrig zum Strategiegespräch mit dem Betriebsrat aus Gießen. Sie sicherte der Belegschaft ausdrücklich Unterstützung für alle kommenden Aktionen zu. „Coty hat eine nicht nachvollziehbare Entscheidung entgegen aller sachlichen Begründung getroffen, die aus wirtschaftlicher Sicht einfach nicht plausibel ist. Der Standort ist gut aufgestellt, die Mitarbeiter qualifiziert, die Infrastruktur vorhanden und die Zahlen stimmen. Ich sehe durchaus Chancen für eine Weiterführung am Standort“, schätzt Rohrig die Situation ein.


Tatsächlich sei es aus diesen Gründen durchaus denkbar, dass ein neuer Investor für das Hünfelder Werk gefunden werde. "Da müsste die Konzernleitung aber mitmachen und einer solchen Lösung nicht im Wege stehen", appelliert eine Mitarbeiterin an das soziale Gewissen der Arbeitgeber. Der Belegschaft sei beim Besitzerwechsel schließlich in die Hand versprochen worden, dass der Standort Hünfeld eine gesicherte Zukunft habe. "War das alles schon damals geplant und alle Zusicherungen eine blanke Lüge?"


Zornig ist auch Betriebsratsvorsitzender Norbert Herr, der heute Nacht wieder schlecht geschlafen hat.  Er betont, dass die Kosten der Schließung in der Gesamtrechnung des Managements unberücksichtigt blieben: „Die Verpflichtungen mit der Stadt, die Abfindungen und die Umstrukturierungen werden einen dreistelligen Millionenbetrag verschlingen! Wir haben hier einen innovativen und effektiven Standort mit kompetenten Fachkräften.“ Mit der Schließung könne man sich nicht einfach zufrieden geben. "Wir kämpfen weiter um unsere Arbeitsplätze".+++


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