Am Montag, 14. August ist die Wallfahrtskirche Maria Ehrenberg wieder Anlaufpunkt für viele Pilger der Region. - Marion Eckert

BAD KISSINGENWallfahrt, Lichterfeier und Gottesdienste

Maria Ehrenberg: Beliebte Pilgerstätte mitten auf Truppenübungsplatz

11.08.17 - Lourdes, Fatima, München und Maria Ehrenberg in der Rhön – vier Orte die eng mit der Marienverehrung und dem Rosenkranzgebet verbunden sind und in diesem Jahr eine besondere Bedeutung haben.

Seit 100 Jahren wird die Gottesmutter Maria als Patrona Bavariae, als Schutzheilige Bayerns verehrt. Im Mai diesen Jahres wurde dieses Jubiläum in München auf dem Marienplatz groß gefeiert. Vor 100 Jahren erschien die Gottesmutter im portugiesischen Örtchen Fatima drei Hirtenkindern. So werden in diesem Jahr die wunderbaren Erscheinungen und Botschaften „Unserer Lieben Frau von Fatima“ in Fatima in besondere Weise feiert.

Und schließlich: Die Familienwallfahrt des Bistums Würzburg führte in diesem Jahr nach Lourdes und stellte ebenfalls eine Marienerscheinung in den Vordergrund. Ob München, Fatima, Lourdes oder Maria Ehrenberg – der Glaube und das gemeinsame Gebet verbindet die Gläubigen zu einer Gemeinschaft. Es geht hier wie dort um das Gebet, die Rosenkranzkönigin, die Mutter der Barmherzigkeit. „Suchst du Trost in bangen Stunden, geh zum heil'gen Berg hinauf. Wo so viele Trost gefunden, nimmt auch dich Maria auf." Diese Hoffnung spendenden Worte empfangen den Pilger am Sockel der ersten Madonna, die am Fuß der beeindruckenden Treppenanlage auf den Maria Ehrenberg steht.

Seit 500 Jahren verehren Pilger hier die „Mutter der Barmherzigkeit". Bis heute gilt der Maria Ehrenberg als wichtigstes und beliebtestes Marienheiligtum der Rhön. Besondere Brisanz und Bedeutung als „Königin des Friedens" erhält der bei Bad Brückenau gelegene Ort zudem durch seine Lage mitten im Truppenübungsplatz Wildflecken. So ist der Ehrenberg lediglich an bestimmten Tagen frei zugänglich und auch dann nur über Panzerstraßen und staubige Pisten.

Ziel der vielen Besucher auf ...Marion Eckert

Ziel der vielen Besucher ist die „Mutter der Barmherzigkeit", eine spätgotische Madonna mit Jesuskind aus dem 15. Jahrhundert. Seit der Neugestaltung im Jahr 2000 wird die Holzfigur von einer goldenen Scheibe umrahmt und hat so nochmals an Ausdruckskraft und Faszination gewonnen. Hauptwallfahrtstag mit bis zu 10.000 Besuchern ist Mariä Himmelfahrt, das bereits am Vorabend mit Lichterprozession und Nachtwache begonnen wird. Auch in diesem Jahr werden sich wieder viele Gruppen aus den umliegenden Gemeinden, aus Bayern und Hessen auf dem Weg nach Maria Ehrenberg machen. Doch nur die Wallfahrt aus Wegfurt (Pfarreiengemeinschaft Am Kreuzberg, Bischofsheim) hat das Privileg auch zu Fuß durch den Teil des Truppenübungsplatzes zu wallen. Alle anderen Wallfahrten werden mit dem Bus nach Maria Ehrenberg gefahren.

Die Wegfurter machen sich am Montag, 14. August um 9 Uhr mit Pfarrer Klaus Weber auf den Weg. Kurz vor 14 Uhr ist Treffpunkt an der Kapelle in Oberweißenbrunn. Von dort starten die Wallfahrer durch den Truppenübungsplatz über einen Teil der Dammersfelder Kuppe. Es ist auch möglich erst um 14 Uhr an der Kapelle in Oberweißenbrunn dazu zu stoßen und die Strecke durch den Truppenübungsplatz mit zu gehen. Eine Anmeldung ist hierfür nicht notwendig.

Für viele Wallfahrtsgruppen ist eine „Pflicht“ die 254 Stufen, die  „Himmelsleiter“ zur Kirche hinauf zu beten. Das ist auch für mit dem eigenen Auto angereiste Walfahrer einer der Höhepunkte der Wallfahrt. Die zahlreichen Stufen symbolisieren den Rosenkranz. Die Bezeichnung Himmelsleiter ist am Besten zu verstehen, wenn man selbst vor dem gigantischen Bauwerk steht. Denn am Fuße der Treppe scheint es als führen die Stufen in den Himmel. Die Kirche ist von unten nicht zu sehen, lediglich die Wolken scheinen näher zu kommen, wenn man die Stufen erklimmt.

Die Zufahrt zu Maria Ehrenberg ist über die Zufahrtsstraße mögliche. Ab der Abzweigung von der B27 bei Kothen geht es Richtung Truppenübungsplatz Westtor.

Programm Maria Ehrenberg:

Am Montag, 14. August ist ab 18 Uhr Beichtgelegenheit. Um 20:30 Uhr beginnt mit einem Rosenkranzgebet die Vigilfeier. Der Hauptgottesdienst wird mit vielen Priestern aus nah und fern am Freialtar gefeiert. Als Ehrengast und Hauptzelebrant wird in diesem Jahr Domvikar Pauls Weißmantel erwartet. Zuvor ziehen die Pilger im Rahmen einer Lichterprozession mit dem Gnadenbild um die Kirche. Die musikalische Begleitung darf in diesem Gottesdienst von den Hohenrother Wallfahrtsmusikern übernommen werden.

Nach der Messfeier verabschieden sich nach und nach verschiedene Wallfahrtsgruppen mit einer kurzen Andacht. Es kehrt Stille in die Wallfahrtskirche ein und die Nacht der Anbetung beginnt. Die ganze Nacht hindurch hat man die Möglichkeit in der abgedunkelten Kirche zu Beten und zu Singen, mal meditativ, a capella oder mit Gitarre begleitet. Um ca. 2:00 Uhr haben die Hohenrother Musiker wieder einen Einsatz, sie gestalten musikalisch eine Nachtandacht. Natürlich hat man auch die Möglichkeit, sich mit seinem mitgebrachten Schlafsack draußen vor der Kirche zum Schlafen hinzulegen. Zudem hat der Kaffeestand die ganze Nacht hindurch geöffnet.

Um 7:00 Uhr morgens endet die Gebetsnacht mit dem ersten Morgengottesdienst. Er wird für die Gemeinden Sandberg und Hohenroth abgehalten, außerdem besteht die Möglichkeit die Beichte abzulegen. Um 8:00 Uhr findet der zweite Morgengottesdienst statt. Diese Gottesdienste werden in der Kirche zelebriert, so hat man die Möglichkeit draußen zu Frühstücken. Um 9:00 Uhr findet dann der Hauptgottesdienst zum Fest Maria Himmelfahrt am Freialtar statt. Die Festpredigt wird Dekan Michael Krammer halten. Eine weitere Messfeier findet um 11 Uhr statt. (me)+++


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