Martin Hohmann - Foto: Carina Jirsch

FULDA"Mut, sich vor die Kirche zu stellen"

Hohmann zur Bistum-Kritik: "Menschen aus anderen Erdteilen nicht unmittelbar hilfsbedürftig"

08.09.17 - Der AfD-Bundestagskandidat Martin Hohmann hat mit seinem übers Internet verbreiteten Wahlwerbebanner "Meine Nächsten sind nicht die jungen Männer aus Afrika" ordentlich für Furore und Gesprächsstoff gesorgt. Mit seinen deutlichen Aussagen ist der Neuhofer, der im Pfarrgemeinderat der katholischen Kirchengemeinde Neuhof sowie als stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender tätig ist, beim Bistum und Generalvikar Professor Gerhard Stanke auf Kritik gestoßen. Nun äußert sich das AfD-Mitglied:

Die Pressemitteilung von Martin Hohmann im Wortlaut:

"In der Presseerklärung von Professor Stanke heißt es: 'Für jeden Menschen, der in Not ist, sollen wir uns als Nächste erweisen.' Dem stimme ich vorbehaltlos zu. Ich selbst habe mich um Flüchtlinge aus dem Iran gekümmert, denen die Verhaftung durch die dortige Religionspolizei gedroht hatte. In intensiven Gesprächen über den christlichen Glauben konnte ich dazu beitragen, dass die beiden Flüchtlinge inzwischen in Fulda katholisch getauft wurden. 

Die Hauptaussage meines Werbebanners ist möglicherweise missverstanden worden. Meine Intention war, 'Billiglöhner', 'Rentner, die Flaschen aus Mülleimern sammeln müssen' und 'Familien, die nicht mehr wissen, wie sie über die Runden kommen sollen', also arme Menschen, 'die schon länger hier leben' in den Fokus der fürsorglichen Aufmerksamkeit zu rücken.

Im Übrigen ist seit Augustinus der 'ordo amoris' bekannt, wonach wir als Christen in der Tat verpflichtet sind, unsere Nächsten, also die Menschen, die uns am nächsten stehen, in erster Linie in unsere Fürsorge einzubeziehen. Es gibt nach Augustinus also eine Abstufung. Das bestätigt auch der Apostel Paulus, wenn er im Galaterbrief, Kapitel 6, Vers 10, sagt: 'Deshalb wollen wir, solange wir noch Zeit haben, allen Menschen Gutes tun, besonders aber denen, die mit uns im Glauben verbunden sind.' Wenn Menschen aus anderen Erdteilen gegen eine vierstellige Schleppergebühr unser Land erreichen, würde sie der Apostel Paulus wohl nicht vorrangig in den Kreis der unmittelbar Hilfsbedürftigen einbeziehen. Zumal die staatliche Fürsorge die materielle Versorgung dieser Menschen übernimmt.

Wenn Professor Stanke das Werbebanner so versteht, dass er den Eindruck vermieden haben möchte, dass 'die Kirche hinter mir steht', so halte ich dem entgegen: andersherum ist es mittlerweile die richtige Sicht. In einer Zeit der sich leerenden Kirchen, in einer Zeit der abnehmenden Gläubigenzahlen, in einer Zeit des sinkenden Einflusses der Kirchen auf ethisch-moralische Entscheidungen ('Ehe für alle' in 38 Minuten im Bundestag durchgewinkt), bedeutet es Mut, sich vor die Kirche zu stellen. Ich tue das in der Hoffnung, dass die Kirchen wieder klar, unzweideutig und glaubwürdig das Evangelium verkünden und so neue Attraktivität gewinnen." (pm) +++


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