Die Sonne arbeitet mit: Dr. Sebastian Tews, Geschäftsführer der Biothan GmbH (links) erläutert Christian Knops vom Grüner Strom Label e. V. (Mitte) die technischen Zusammenhänge. Mit dabei Edgar Reus von der RhönEnergie Effizienz + Service GmbH (rechts). - Foto: Marzena Seidel/RhönEnergie Fulda

FULDA"Bemerkenswertes Energiekonzept"

Grüner Strom-Label fördert Photovoltaik-Anlage der Biothan auf Finkenberg

10.09.17 - Auf dem Finkenberg bei Kleinlüder betreibt die Biothan GmbH - ein Tochterunternehmen der RhönEnergie Fulda - eine in ihrer Art einmalige Anlage zur Gewinnung von Bio-Erdgas aus biogenen Reststoffen, darunter die Inhalte der Braunen Tonne aus dem Landkreis Fulda und Gülle der heimischen Landwirtschaft. Die Kombination von Recycling und Gewinnung regenerativer Energie wurde bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Kürzlich übergab der von anerkannten deutschen Umweltverbänden getragene Verein "Grüner Strom Label" (GSL) Biothan-Geschäftsführer Dr. Sebastian Tews einen Scheck zur Förderung einer Photovoltaikanlage, die Betriebsstrom für die Anlage erzeugt.

Der Förderbeitrag stammt aus einem Fonds, der von Kunden gespeist wird, die RhönStrom Natur GSL beziehen. Dieses Angebot richtet sich an Verbraucher, die bewusst Strom verwenden möchten, der ohne den Einsatz fossiler Energieträger wie etwa Kohle erzeugt worden ist. Pro Kilowattstunde fließt ein kleiner Zuschlag in einen Grüner Strom-Fonds aus dem nachhaltige Projekte in der Region unterstützt werden. Diese Fördermöglichkeiten machen die Umsetzung von naturverträglichen Energiewendeprojekten in der Region oftmals überhaupt erst möglich. So setzt der umweltorientierte, Grüner Strom-zertifizierte Ökostromtarif in der Region Akzente.


Voll im Sinne der Energiewende

„Uns beeindruckt das integrierte Energiekonzept dieser Bio-Erdgas-Anlage“, unterstreicht Christian Knops vom Grünen Strom Label e.V. „Der mit der Photovoltaik-Anlage gewonnene Sonnenstrom wird direkt vor Ort für die Prozesse der regenerativen Energieerzeugung eingesetzt.“ Für Grüner Strom Label e.V. sei zudem der geschlossene regionale Kreislauf ein Entscheidungskriterium für die Gewährung der Förderung in Höhe von 50.000 Euro. „Alle Reststoffe stammen aus der Region, das erzeugte Bio-Erdgas wird auch in der Region angeboten und die nährstoffreichen Gärreste kommen der heimischen Landwirtschaft zugute.“ Deshalb, so Knops, sei die Anlage voll im Sinne der Energiewende.

„Wir freuen uns über die Förderung durch den Grüner Strom Label e.V. und werten sie als Anerkennung unserer Arbeit hier auf dem Finkenberg“, sagt Biothan-Geschäftsführer Dr. Sebastian Tews. Die verzahnten Prozesse der Anlage seien auf mehreren Ebenen regenerativ: „So wird zum Beispiel aus der Gas-Einspeiseanlage ausgekoppelte Wärme für den Fermentationsprozess ausgekoppelt und eingesetzt. Die Photovoltaik-Anlage, mit der wir einen Teil des Betriebsstroms erzeugen, rundet den regenerativen Ansatz sinnvoll ab.“

Die geförderte Photovoltaik-Anlage auf den Flachdächern der Trocken- und Nassfermentationshallen hat eine Leistung von 281 kW und wird jährlich rund 300.000 kWh Sonnenstrom produzieren.


Hintergrund

Der Grüner Strom Label e.V. prüft und zertifiziert grüne Energieprodukte. Der Verein vergibt zu diesem Zweck zwei Gütesiegel: das Label Grüner Strom für Ökostrom mit Mehrwert und das Label Grünes Gas für umweltverträgliches Biogas. Hinter dem Verein stehen sieben gemeinnützige Umwelt- und Verbraucherverbände sowie Friedensorganisationen, darunter BUND, NABU und die VERBRAUCHER INITIATIVE. Die Labels Grüner Strom und Grünes Gas sind in Deutschland die einzigen Gütesiegel für Ökostrom und Biogas, die von führenden Umweltverbänden getragen werden. www.gruenerstromlabel.de

In der Biothan-Anlage auf dem Finkenberg wird aus biogenen Reststoffen durch Vergärung Biogas erzeugt, zu Bio-Erdgas veredelt und ins Erdgasnetz eingespeist. Die Menge reicht zur Versorgung von weit über 2.000 Haushalten. Die RhönEnergie Fulda bietet zwei BIOTHAN-Tarife: 100 Prozent Bio-Erdgas oder 20 Prozent Beimischung von Bio-Erdgas zu konventionellem Erdgas.

Verwertet werden ausschließlich organische Reststoffe aus der Region, also keine nachwachsenden Rohstoffe wie etwa Mais. Während die Abfälle zuvor über große Strecken entsorgt wurden, hat man jetzt kurze Transportwege.

Bei der Energieerzeugung fallen zwei Typen organischer Reststoffe an: wertvoller, nahezu geruchloser Flüssigdünger, der bei den heimischen Landwirten hoch im Kurs steht sowie hochwertiger Kompost. Die Biothan GmbH unterzieht sich freiwillig einer externen Kontrolle durch die „Bundesgütegemeinschaft Kompost“. Für die flüssigen Gärreste der Nass- und Trockenfermentation sowie den produzierten Fertigkompost hat Biothan das RAL-Gütesiegel. +++


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