26.05.10 - FULDA

Neues für Jung und Alt - jüdisches Gemeindezentrum wird endlich umgebaut

Seit 5 Jahre schon standen Umbaumaßnahmen in den Räumlichkeiten des jüdischen Gemeindezentrums in Fulda zur Debatte. Das Gebäude, die frühere jüdische Volksschule in der Innenstadt von Fulda, enthält neben verschiedenen Büro- und Gesellschafsräumen eine Synagoge und sogar ein kleines Museum. Doch der Zugang für die vielen älteren Mitglieder der Gemeinde, davon etwa 150 in einem Alter von über 65 Jahren, wird durch viele Treppenstufen erschwert. Der Platz für die jungen Mitglieder hingegen ist ebensowenig optimal, auf viele Veranstaltungen bei denen es auch mal lauter werden kann, müssen sie verzichten, weil Ihnen das alte Gebäude nicht die entsprechenden Möglichkeiten bietet. Nun endlich sind die Bauarbeiten, die das ändern sollen, voll in Gange. Auf einer Baustellenbesichtigung konnten sich heute die Vertreter der Presse von den Fortschritten überzeugen.

Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Fulda Roman Melame, die zweite Vorsitzende Bella Güsman, Stadtbaurätin Cornelia Zuschke und Stadtarchitektin Dunja Fehl stellten dabei das hinzugewonnene Gebäude im Innenhof des Geländes des Gemeindezentrums vor. Schon seit langem wurde dieses öffentlich zugängliche Toilettengebäude nicht mehr genutzt. Nun wird es von den von der Stadt beschäftigten Facharbeitern komplett entkernt und saniert. Hier entsteht der neue Aufenthaltsraum für die Jugendlichen, ein neuer Büroraum und eine integrierte Küchenzeile. Für das jüdische Gemeindezentrum eine gewaltige Entlastung. Im Innern des alten Gebäudes wurde nach einer ausgiebigen Planungsphase von Architektin Dunja Fehl, in dem "das ganze Gebäude auf den Kopf gestellt wurde", eine praktische Lösung für die Errichtung eines behindertengerechten Aufzuges gefunden. Durch die Unterbringung der zugehörigen Technik in den Kellerräumen kann damit Platz gespart und auf eine Außenanbringung der Technik im Dachbereich verzichtet werden. Ehemalige Abstellräume, die nun miteinander verbunden werden, dienen dabei als Schacht für den Lift.

Die Bauaarbeiten werden mit insgesamt 200.000 Euro veranschlagt, die Gelder hierfür werden von der Stadt aus dem Bundesprogramm für Konjunkturförderung bereit gestellt. "Für uns sind diese Bauarbeiten enorm wichtig, der Stadt Fulda gilt ein großes Dankeschön für die Unterstützung", erklärt Bella Güsman. Als ganz besonders harmonisch, herzlich und angenehm beschreibt auch Cornelia Zuschke die jahrelange Zusammenarbeit mit der jüdischen Gemeinde. Das jüdische Gemeindezentrum besteht seit 1982, es zählt über 460 "offizielle" Mitglieder und über 1000 Angehörige der jüdischen Glaubensrichtung, die Teil der Gemeinde sind. (pakü) +++