Die Nutzung des Tablets bringt eindeutig Freude - Fotos: Hans-Hubertus Braune

30.08.12 - FULDA

Heute hat sich die Fuldaer Freiherr-vom-Stein-Schule offiziell von der traditionsreichen Form der Buchschule verabschiedet, um neueren, moderneren Formen des Lernens Platz zu machen. Der Schulleiter Helmut Sämann eröffnete die neue Ära und begrüßte deren Nutznießer, die sich selbst die „iPad-Klasse“ nennen. Zu dieser 8. Klasse gehören 27 Schülerinnen und Schüler, die ausgestattet mit einem Tablet seit dem Schuljahr 2012/2013 den Unterricht bestreiten.

Was steckt hinter diesem Projekt? Zweifellos haben sich die Lebensbedürfnisse der Schülerinnen und Schüler von heute an die mediale Welt des Internets angepasst. Facebook, Twitter und andere Portale stehen bei Jugendlichen jeden Tag auf dem Programm. Dieser Wandel begründet, dass sich auch die Möglichkeiten und Formen des Lernens beachtlich verändert haben: Es wird kein Lexikon mehr aus dem verstaubten Buchregal genommen, sondern eine schnelle Internetrecherche gestartet.

Dass sich die Schüler im Internet bestens auskennen, hat dieses Projekt genutzt: in jahrelanger Planung nahm das Vorhaben Form an, Fördermittel von Stadt und staatlichem Schulamt  sowie dem „ Verein für Menschen und Tiere“ wurden bereitgestellt und die Lehrer didaktisch und methodisch auf die neue Unterrichtsform vorbereitet.

Die Nachfrage nach diesem Projekt war wie vorauszusehen exorbitant: 120 Eltern meldeten ihre Kinder für die Teilnahme an. Jedoch sollte sich zum Start erst eine 8. Klasse „iPad-Klasse“ nennen dürfen. So wurden nach einem juristisch sauberen Prinzip die „Auserwählten“ gelost. Sämann ließ aber verlauten: „Wir wollen in den nächsten Jahren dieses Projekt ausbauen. Das Ziel lautet 100%!“

Das Lernen mit dem Tablet gestaltet sich folgendermaßen: neben Heft und Buch sind für die Schülerinnen und Schüler auf einer Lernplattform Curricula nach Kalenderwochen sowie Unterrichtsskripte zugänglich. Außerdem werden im Fachunterricht verschiedene Apps genutzt. So benutzen die Schülerinnen und Schüler im Kunstunterricht eine App zur Bildbearbeitung. „Große Vorteile bietet das Tablet besonders, wenn beispielsweise im Geschichtsunterricht ein virtueller Rundgang durch eine mittelalterliche Stadt einem normalen Bild im Buch vorzuziehen ist.“, erläutert Sämann die medialen und didaktischen Vorteile des Projekts.

Es wird deutlich, dass die Akzente bei diesem Pilotprojekt in Fulda auf der Selbstständigkeit der Schüler und Lebensrelevanz des Lernens liegen: Schule wird nun nicht mehr "nur" ein Ort des Lernens, der vom realen Leben zu unterscheiden ist. Vielmehr wird die Schule zum realen Teil des Lebens, in dem man schließlich auch das iPad nutzt. „Wir machen die Schule zukunftsfähig, wir laufen nicht hinterher, sondern gehen mit der Zeit! Dieses Unterrichtsinstrument dient als Vorbereitung auf eine globalisierte Welt, in der Medienkompetenz gefragt ist“, erläuterte Dr. Michael Imhof vom Staatlichen Schulamt Fulda.

Dieter Umlauf, Lehrer der iPad-Klasse und Initiator des Projektes, wies jedoch noch daraufhin, dass die Klassenarbeiten nach wie vor per Hand und auf Papier geschrieben werden: „Bei der Leistungsbewertung bleiben wir wertkonservativ. Vertrauen ist zwar gut, aber Kontrolle ist besser.“ Denn damit die Schülerinnen und Schüler sich bei Klassenarbeiten nicht über „socialactivity“ austauschen, hat das iPad an dieser Stelle nichts zu suchen. Außerdem ist der Zugang zu unterrichtsfernen Plattformen während der Schulzeit gesperrt. (Christina Leinweber) +++


Dr. Michael Imhof ist überzeugt von dem neuen Projekt


Dieter Umlauf zeigt seiner Klasse die Anwendungsmöglichkeiten auf dem Tablet


Schulleiter Sämann probiert mit den Schülerinnen das Tablet aus


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