03.05.13 - REGION

Pro Bahn & Bus zu Vogelsbergbahn: "nicht hinnehmbarer Infrastrukturabbau"

Mit Erstaunen hat der Fahrgastverbandes Pro Bahn & Bus die jüngste Berichterstattung über den geplanten Abbau des dritten Gleises in Großenlüder und den damit befürchteten negativen Auswirkungen auf die künftige Güterverkehrsbedienung zur Kenntnis genommen, wie er in einer Presseerklärung mitteilte. Während auf der jüngsten Kreistagssitzung des Vogelsbergkreises in Ulrichstein die CDU dankenswerter Weise den nicht hinnehmbaren Infrastrukturabbau erkenne und dagegen interveniert, scheine es den Vertretern der anderen Parteien, insbesondere der SPD, völlig egal zu sein. Offenbar habe man sich inhaltlich mit der Problematik ebenso wenig auseinandergesetzt wie mit den notwendigen Bemühungen um den Erhalt und Ausbau des Güterverkehrs in der Region.

„Aus heutiger Sicht, ohne ein Betriebs- und Bedienungskonzept für den noch zu bauenden Gütergleisanschluss Heggenstaller/Pfeifer vorliegen zu haben, zu behaupten das funktioniere auch so irgendwie, ist schon mehr als abenteuerlich", sagt Vorstandsmitglied Stefan Sitzmann von Pro Bahn & Bus. Wer finanziert die Wiedererrichtung rückgebauter Infrasturkturanlagen, wenn sich herausstellt, dass diese sehr wohl benötigt werden? Daher sei die Forderung von Pro Bahn & Bus weiterhin unmissverständlich: "Kein Rückbau solange kein schlüssiges Betriebskonzept vorliegt!" Wenn der künftige noch zu bauende Heggenstaller-Gleisanschluss umfassend genutzt werden soll, dann muss dieser flexibel bedient werden können und das nicht nur vor und nach Betriebsschluss des Personenzugverkehrs. Hierzu zähle auch die vollständige Wiederinbetriebnahme der Gleise 4 und 5 am Lauterbacher Nordbahnhof, letzteres sei derzeit aus technischen Gründen stillgelegt.

Zudem stellt Sitzmann noch fest, dass anscheinend noch keinem aufgefallen sei, dass es seit Monaten überhaupt keine Verlademöglichkeit von Holzstämmen entlang der Vogelsbergbahn mehr gebe. Während vor einigen Jahren die am Lauterbacher Nordbahnhof vorhandene Holzverladung eingestellt werden musste, hier hätten Investitionen in Gleis 6 und der verschlissenen Verladerampe getätigt werden müssen, wurde die Holzverladung alternativ nach Grossenlüder in das Industriegebiet (Fa. Otterbein) verlegt. Doch hier tue sich seit mehreren Monaten auch nichts mehr, die Gleise seien gesperrt.

"Gibt es hier seitens des Vogelsbergkreises Bemühungen schnellstmöglichst die Holzverladestation am Lauterbacher Nordbahnhof alternativ zu reaktivieren?", fragt Stefan Sitzmann von Pro Bahn & Bus abschließend. Stattdessen in gewohnter Weise: Noch mehr LKW-Verkehr auf unseren Strassen und niemanden interessiere es nach Ansicht des Verbandes. Das "Gejammere" um die hohe Verkehrsbelastung der Strassen und die Forderung nach immer mehr Umgehungsstraßen sei jedoch präsent - verkehrspolitisch sinnvoll und nachhaltig werde dagegen jedoch nichts unternommen.+++

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