10.09.13 - BAD HERSFELD

120 Jahre Gesangverein Sorga & 30 Jahre Chorleiter Wilhelm MÖLLNEY

„Dem Wahren, Guten, Schönen soll unser Lied ertönen". Dieses Bekenntnis ziert die 119 Jahre alte Fahne des Gesangvereins 1893 Sorga e.V., die zum Jubiläumskonzert an der Wand hängend präsentiert wurde. Margret Hofmann, die 1. Vorsitzende des Vereins, begrüßte an diesem festlichen Sonntagnachmittag in der liebevoll geschmückten Mehrzweckhalle die zahlreichen Gäste und Ehrengäste, zu denen Stadtrat Hans-Georg Vierheller in Vertretung von Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling, Pfarrer Christoph Biskamp von der Ev. Kirchengemeinde Petersberg, Heiko Wiegand als Vorsitzender und Helmut Großenbach als Ehrenvorsitzender des Sängerkreises Hersfeld so wie Ortsvorsteher Herbert Schmidt gehörten.

Rolf Roth aus Kathus übernahm die launige Moderation und verlas zwischen den schwungvollen volkstümlichen Chorvorträgen die Chronik. „Der Gesangverein in Sorga wurde auf Anregung einiger sangeskundiger und sangesfreudiger junger Männer und Jünglingen im Winter 1893/94 von mir gegründet", schreibt am 18. Oktober 1928 der Lehrer Jung aus Fulda an den Kollegen und Chormeister Pollack in Sorga. Der spätere Ehrenchorleiter Pollack hat sich damals bemüht, eine Vereinschronik anzulegen. Daraus geht hervor, dass der erste Vereinsvorsitzende Wilhelm Rohrbach war. Die Vereinsarbeit „Zwischen zwei Weltkriegen", „Der Neubeginn", die „Kontinuierliche Weiterentwicklung mit Walter Mayer", der Rückblick auf Jubiläumsfeste und ein stolzer Leistungsbericht rundete den Vortrag ab.

1983 übernahm Wilhelm Möllney den Dirigentenstab von Walter Mayer und ist damit seit 30 Jahren Chorleiter beim ältesten Verein in Sorga. „Mit Spaß, Fleiß, Können, Nachsicht und Einfühlungsvermögen", begleitete er als „strenger Lehrer" durch die Gesangsstunden und führte den Gesangverein zu Leistungsstärke und Erfolg. Dafür wurde ihm gedankt mit ehrenden Worten, einer riesigen Torte, Rosen und einem Ständchen. Von den Vereinsmitgliedern selbst, aber auch von den Ehrengästen und musikalischen Gästen, zu denen auch der Gesangverein Frohsinn 1885 Tann gehörte. Bereits im Jahr 1981 übernahm Möllney nach erfolgreich absolviertem Chorleiterlehrgang an der Musikakademie in Kassel die Leitung des Gesangvereins in Tann.

Der schwindenden Zahl der Sängerinnen und Sänger und fehlendem Nachwuchs ist Wilhelm Möllney mit der Gründung der Chorgemeinschaft GV Sorga/GV Tann im Jahr 1985 sehr erfolgreich entgegengetreten. Margret Hofmann erinnerte an die von den „Möllney-Chören" gestalteten Abschlusskonzerte 1998 und 2000 in der Stiftsruine, die Mitwirkung der Chorgemeinschaft bei den Bad Hersfelder Festspielen und die Chorreisen nach Ungarn, Tschechien und Rom mit dem unvergesslichen Auftritt im Petersdom. Natürlich übernahm der gastgebende Gesangverein mit „Zauber der Musik" die Eröffnung des Programms, das außerdem von dem MGV 1892 Meckbach unter der Leitung von Werner Götz bereichert wurde.

Götz merkte an, dass der Meckbacher Chor in dieser Formation seit sieben Jahren bei verschiedenen Anlässen begeistert, aber nicht mehr auf Sängerfesten auftritt. „Margret hat es geschafft, dass wir eine Ausnahme machen". Auch in Sorga sangen sich die Männer mit der „Meckbacher Polka" und anderen schmissigen Liedern in die Herzen der Musikfreunde. Die Chorgemeinschaft Sorga/Tann hatte ebenfalls bewusst „Volkstümliches" im Repertoire und das kam gut an. „Das Erntedanklied", „Rosestock, Holderblüt" wurden begeistert beklatscht.

Immer wieder gern gehört werden die 36 „Seemänner" aus Unterhaun. „Gib mir dein Wort" forderte der „Shanty-Chor" unter der Leitung von Henner Kurz. Die Chorgemeinschaft Sorga/Unterhaun dirigierte Wilhelm Jacob, die mit „Dona pacem, Domine" und „Feierabend" stillere Lieder vorstellten. Feierabend war bei dem frohen musikalischen Zusammensein noch lange nicht, denn auch der Hoechster Männerchor war zu Gast. Seit 1996 dirigiert Wilhelm Möllney den ehemaligen, stimmgewaltigen Werkschor der Firma Hoechst. „Wilhelm Möllney ist ein großes Glück für die Chöre. Ein Mensch, der die Musik liebt", waren sich an diesem Nachmittag alle einig.

Mit dem gemeinsam gesungenen Schlusslied „Ein schöner Tag" wurde der gelungene Festkommers beendet, der allerdings nicht darüber hinweg täuschen kann, dass der Altersdurchschnitt bei den meisten Chören überdurchschnittlich hoch ist und es nach wie vor an Nachwuchs mangelt. Wilhelm Möllney regt nach wie vor an, dass sich die stimmlich geschwächten Vereine zusammentun, um so lange wie möglich singfähig zu bleiben und das deutsche Liedgut und neuere Chorliteratur pflegen. (Gudrun Schmidl) +++

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