18.12.13 - ROTES MOOR

Sehr früh morgens, noch im Halbdunkel des neuen Tages, schnallen die ersten Wintersportler am Loipenzentrum Rotes Moor ihre Langlaufski an. Doch wie früh es auch sein mag: Hubert Nix war schon da. Zum Glück. Denn der 50-Jährige sorgt mit dem Loipenspurgerät des Landkreises Fulda dafür, dass optimale Sportbedingungen für Langläufer in der Rhön herrschen.

Wenn der Winter richtig Fahrt aufnimmt – „in diesem Jahr mit einigen Wochen Verspätung", wie der Gersfelder erklärt –,hat er ordentlich zu tun: Loipen mit einer Länge zwischen zwei und 60 Kilometern wollen überhaupt erst einmal für die Saison angelegt werden. „60 Kilometer, das schaffen wir natürlich nicht auf einmal", erklärt er, „das Loipenzentrum ist der Hauptstützpunkt, dort starten wir und bewegen uns von innen kontinuierlich nach außen." „Wir", wie Nix sagt, sind er und sein Kollege, mit dem er sich die Arbeit teilt, sowie das Loipenspurgerät: ein Prinoth Husky.

Der Landkreis hatte das Fahrzeug 2002 gekauft, seit rund acht Jahren navigiert Nix es im Auftrag der Stadt Gersfeld durch den Loipenpark. Mit einer Sitzhöhe von rund 1,50 Meter und Sichtfenstern nach allen Seiten hat er den besten Blick auf das weiße Feld, das er beackern muss. „Das Fahrverhalten war zunächst ein bisschen ungewohnt, fast wie ein Panzer", erzählt der Gersfelder. Inzwischen beherrscht er das Spurgerät. Vorwalzen, fräsen, spuren: „Das Fahrzeug hat allerlei technische Möglichkeiten wie eine höhenverstellbare Fräse mit zwei unabhängigen Loipenspurplatten und schwenkbarem Gelenkarm für perfekte Loipen- und Liftspuren auch in Kurven, 12-Wege-Fronträumschild, das Lenkrad ist wie das eines Flugzeugs, und eine Heizung wärmt die Fahrerkabine", schwärmt Nix, der den Komfort schätzt. Schließlich verbringt er in der Hochsaison bis zu zehn Stunden auf dem Bock.

Auch wenn der Husky optimale Arbeitsmöglichkeiten bietet, um die Strecken nach den Erfordernissen des klassischen wie freien Stils zu präparieren, braucht es ein wenig mehr als diese technische Ausstattung. „Das Fahren geht ganz schön an die Substanz, denn man muss vieles im Blick behalten." Schneeverhältnisse, Äste oder Freizeitsportler, von denen an guten Wochenenden zwischen dreitausend und viertausend auf der Strecke sind, fordern seine ganze Aufmerksamkeit. Nix versucht zwar, mit dem Loipenspurgerät nicht dann unterwegs zu sein, wenn viele Sportler ihrem Hobby frönen, doch ein Kontakt lässt sich nicht immer vermeiden. Manchmal sogar glücklicherweise, wie sich Nix an einen Abend erinnert, an dem zwei Sportler wild winkend aus dem Tann auf ihn zustürzten: „Sie hatten komplett die Orientierung verloren, wussten noch nicht einmal mehr, wo sie ihr Auto geparkt hatten" – doch weil Nix das Gebiet wie seine Westentasche kennt, konnte er helfen.

Helfen, sich verantwortlich fühlen – so kam der gelernte Zimmermann, der seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste, überhaupt zu dem Job im Loipenpark Rotes Moor: „Einer meiner Söhne war schon immer begeisterter Langläufer und einer muss sich ja um die Strecken kümmern." Die Arbeit macht ihm Spaß, auch weil „die Zusammenarbeit mit der Stadt, dem Biosphärenreservat, dem Landkreis gut ist". Aktiv werden Nix und sein Kollege nicht erst mit der ersten Schneeflocke: Im Sommer behalten sie die Qualität der Wege im Blick, und auch der Husky wird mal aus der Garage geholt, bewegt und gewartet – damit er im Winter problemlos läuft. „Bisher hat das Fahrzeug uns nie im Stich gelassen", erzählt Nix, der das Spurgerät auch gerne selbst repariert – schließlich bastelt er in seiner Freizeit auch an Jeeps rum.

Soviel Engagement und Zeit der 50-Jährige für die optimalen Langlaufbedingungen in der Rhön aufbringt, so wenig reizt es ihn, selbst auf Skiern zu stehen. „Dafür sind meine Füße zu krumm", winkt Nix mit einem lauten Lachen ab. Die weißen Winter in der Rhön genießt er dennoch: „Mein Lieblingsplatz ist oben auf dem Flugfeld, bei schönem Wetter", schwärmt der Gersfelder. Und im beheizten Loipenspurgerät ist die Aussicht gleich nochmal so schön. +++




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