13.02.14 - FULDA

Gesund ernährenÖko-Salat zupfen mit Freunden: Zeppelingarten am Umweltzentrum

Ein feiner Duft von frischen Kräutern, dazu selbst gepflückter Salat und ein Schnitzel vom Landwirt nebenan. Das Ganze ökologisch und mit gutem Gewissen. Doch wie soll das gerade in der Stadt funktionieren? Die Lösung heißt Zeppelingärten und Gelbe Rübe. Eine Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft in Fulda bietet allerlei Frisches aus der Region in ihrem kleinen Lädchen in der Langenbrückenstraße 14 an. Von außen lassen die Räume derart gesundes erst einmal nicht vermuten. Hinter einer - natürlich gelben - Tür verbirgt sich die Gelbe Rübe, die jeden Donnerstag von 17 bis 19 Uhr öffnet. Dabei handelt es sich allerdings nicht um einen gewöhnlichen Bio-Supermarkt.

Die Mitglieder der Gelben Rübe kennen sich und insbesondere auch die Erzeuger von Gemüse, Fleisch, Kaffee, Tee oder Biere. Um in den Genuss zu kommen, ist eine Mitgliedschaft notwendig. Denn: die Waren können nur in einem Online-Shop bestellt werden. Dort wird angeboten, was die Landwirte saisonal gerade im Angebot haben. Die Bestellung wird dann frisch geliefert. Eine aufwändige Lagerhaltung gibt es nicht. Und Müll? - Der wird komplett vermieden, fällt also erst gar nicht an und ist somit nicht vorhanden.

"Wir sind eine Gruppe interessierter und engagierter Genussmenschen, die die Bioerzeuger und ökologischen Verbraucher aus der Region Fulda/ Bad Hersfeld zusammenbringt. Wir möchten mit unseren Aktivitäten einen lokalen, ökologischen und fairen Umgang im Lebensmittelkreislauf fördern", beschreibt Timo Schadt, Vorstand des vom Förderverein Kultur- und Umweltbildung e.V. .

Der Verein ist formaler Träger der beiden ehrenamtlichen Projekte. Die Mitglieder kümmern sich auch um den Verkauf, Buchhaltung und vor allem um den Kontakt zu den Erzeugern. Sie kontrollieren die Landwirten, sprechen mit ihnen und halten so den Kontakt. Davon profitieren beide Seiten. "Ist mal etwas nicht in Ordnung, sagen wir das dem Landwirt auf kurzem Wege", sagt Schadt. Aktive Mitglieder zahlen jährlich 30 Euro Beitrag. Wer "nur" bestellen möchte, kann dies für einen Jahresbeitrag von 80 Euro machen. Dafür weiß das Mitglied aber auch, was wo angebaut oder produziert wurde.

Ökologisch gärtnern im Zeppelingarten

Noch näher dran an der Produktion von frischen Genüssen aus dem Garten können die Verbraucher beim Projekt Zeppelingärten selbst Hand anlegen. Gemeinsam mit Freunden die kleinen Salatpflänzchen ins ökologisch aufbereitete Beet setzen oder im Sommer bei einem kühlen Getränk in der freien Natur über allerlei leckere Menüs mit Zutaten aus dem eigenen Anbau sprechen? Auf rund 1.000 Quadratmetern bietet der Förderverein diese Möglichkeit. Dafür wurde eigens eine neue Fläche unweit des Umweltzentrums gepachtet. Die entsprechenden Verträge wurden jüngst abgeschlossen.

"Wir freuen uns über die neuen Flächen. Wir möchten gemeinsam mit Interessierten und Gleichgesinnten in unserem ökologischen Garten zusammenarbeiten", sagt Stefanie Krecek, vom Projekt Zeppelingärten. 15 Hobbygärtner aller Altersklassen sind bereits dabei. Das Bewusstsein für ökologische Produkte ist immer mehr im Kommen. Das spüren Gelbe Rübe und Zeppelingärten, die Mitgliederzahlen wachsen. Die Verbraucher schauen genauer hin, was sie auf dem Tisch haben wollen.Und so ein feines Schnitzel mit leckerem grünen Salat und frischen Kartoffeln, die man selbst gesetzt hat. Ehrlich, was gibt es Besseres? (Hans-Hubertus Braune) +++