Technik-Schmiede Notaufnahme. Das Klinikum Fulda führt das RFID-System ein. IT-Entwickler Sebastian Burck (re.), ZNA-Direktorin Dr. Petra Zahn (Mitte) und Notfallkoordinator Dittmar Happel (li.) sind stolz. Fotos (7): Christian P. Stadtfeld

10.03.14 - FULDA

Bundesweite Premiere in OH

KLINIKUM-Patienten künftig mit RFID-Chips - für mehr Patientensicherheit

Heute beginnt der letzte, fünftägige Massentest. In einer Woche soll das System endgültig an den Start gehen. Das Klinikum Fulda hat für die Zentrale Notaufnahme (ZNA) ein RFID-Tracking-System zur Patientenverwaltung entwickelt. Eine absolute Neuheit in der deutschen Krankenhauslandschaft. Die Idee kam im Oktober 2012 von Klinik-Vorstand Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel. Ziel sei es, Patienten berührungslos in Echtzeit zu lokalisieren um Behandlungszeiten zu optimieren. "Auch die Patientensicherheit wird weiter erhöht", erklärte ZNA-Direktorin Dr. Petra Zahn im Exklusiv-Gespräch mit osthessen-news.de. Die Investitionssumme für die Hardware liegt bei etwa 50.000 Euro. Nach eineinhalb Jahren geht das komplexe Projekt an den Start. Das Klinikum steht damit international im Fokus.

Über RFID-Armbänder - in verschieden Farben und ausgestattet mit einem kleinen, erbsengroßen Chip - ist eine präzise Lokalisierung der Patienten und die Zuordnung der Daten möglich. "Mit diesem Projekt sind wir technologischer Vorreiter", sagte Sebastian Burck (25), Entwickler des Systems und IT-Spezialist im 1.000 Betten-Klinikum. Er hat lange programmiert, gebastelt und ausprobiert. Nach sieben Versionen und aufwändigen Tests kam die Lösung - und die ist nach Burcks Angaben "sehr robust". Und ganz wichtig: auf dem Armband, das nur einmal verwendet wird, werden keine Patientendaten gespeichert. Der Preis pro Armband liegt bei etwa 50 Cent.

Die ZNA ist das Herzstück des osthessischen Krankenhauses der Maximalversorgung. Dort laufen alle Abteilungen zusammen. In dieser Abteilung mit weit über 100 Mitarbeitern stehen 19 Behandlungsplätze, zwei moderne Schockräume für schwerverletzte und schwer erkrankte Patienten mit unmittelbar integriertem Computertomograph zur Verfügung. "Wir haben alle technischen Geräte in der Notaufnahme überprüft um auszuschließen, dass es keine Komplikationen gibt", sagte Burck und schloss aus: "Für die Patienten besteht keine Gefahr." Die Strahlung der RFID-Antennen sei vergleichbar mit Handystrahlung.

Eine gute Organisation innerhalb der ZNA ist das A und O. "Bei all unserem Tun und Handeln müssen wir immer und überall den Patienten fest im Blick haben", erklärte Notfallkoordinator Dittmar Happel. Ziel sei es, die Behandlung der Patienten weiter zu optimieren und die Patientenverweildauern bzw. Wartezeiten in der Notfallaufnahme weiter zu reduzieren. Für das Team ist daher eine der wichtigsten Informationen innerhalb des Ablaufs: Welcher Patient befindet sich wo und wie lange dauern die einzelnen Prozessschritte?

Bisher beschränkt sich das RFID-Sytsem nur auf die Notaufnahme mit den Kabinen eins bis sieben, den Wartebereich und die Koordinator-Kabine. Im zweiten Schritt wird der Kurzliegerbereich angeschlossen. "Dafür wird eine andere Programmierung benötigt. Es ist alles schon geplant, muss jetzt aber noch umgesetzt werden", sagte der IT-Spezialist. Burck und auch Chefärztin Dr. Petra Zahn sind international nachgefragt: bei Kongressen wie der CEBIT in Hannover, dem internationalen Gremium "Advisory Board" oder der DEGINA-Gesellschaft. Beide hielten mehrfach Vorträge, nahmen an Telefonkonfernzen  (Boston-Fulda) teil oder empfingen Delegationen etwa aus London in Fulda um das System live zu demonstrieren.

Für die Zukunft hat der Fuldaer Entwickler Burck noch viele Pläne. Das RFID-System soll nach dem Neubau des OP-Zentrums und in anderen Diagnostik-Abteilungen wie dem Herzkatheterlabor oder der Endosokpie installiert werden. Bis das soweit ist, muss in der Entwicklerschmiede noch viel getestet werden. (Christian P. Stadtfeld). +++

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