75 Jahre Kleintierzuchtverein Ober-Gleen. Auszeichnung durch Andreas Heine vom Landesverband Hessen Nassau der Rassegeflügelzüchter

01.04.14 - OBER-GLEEN

Freundschaftsbekenntnis Mensch und Tier

75 Jahre Kleintierzuchtverein: Früher wirtschaftlich notwendig - heute Hobby

Früher war Tierzucht oft wirtschaftliche Notwendigkeit – heute ist es Hobby und damit ein Bekenntnis der Freundschaft von Mensch und Tier. Kompetenz und Ausdauer sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Tierzucht. Zucht und Erhaltung von Kleintieren sind in der heutigen Zeit ein wichtiger und hilfreicher Ausgleich zum hektischen Berufsleben. Diese Sätze und vor allem die damit verbundenen Assoziationen zogen sich wie ein roter Faden durch den Festkommers zum 75-jährigen Jubiläum des Kleintierzuchtverein H 273 Ober-Gleen.

Der Kleintierzuchtverein Ober-Gleen hat 69, davon sechs Ehrenmitglieder. In der Jugendgruppe sind drei Mitglieder. Und zum Jubiläum waren Saal und Gaststätte Weber voll besetzt; viele Mitglieder und befreundete Nachbarvereine waren gekommen. Es herrschte eine familiäre Atmosphäre. Kleintierzucht verbindet!

Ingo Ditschler, seit 2009 an der Spitze des Kleintierzuchtvereins, machte bei seiner Begrüßung deutlich: der Kleintierzuchtverein leistet seit 75 Jahren einen wertvollen Beitrag für die Zucht und Erhaltung von Rassekaninchen und Rassegeflügel. Die Beschäftigung mit Kleintieren ist ein sinnvoller Ausgleich zum Berufsleben. Leider werde die bei vielen Menschen erst im höheren Alter erkannt; dann aber sehr intensiv betrieben, freute sich Ingo Ditschler. Das gilt auch beim Kleintierzuchtverein Ober-Gleen.


1942: Pro Mitglied ein Kaninchen für ernährungswichtige Zwecke

Im Jahre 1939 wurde der Kleintierzuchtverein Ober-Gleen im Gasthaus „Zum Löwen" gegründet. Erster Vorsitzender wurde Georg Dörr, der diese Tätigkeit zum Jahre 1983 ausführte. Der Verein wurde der Reichsfachgruppe Kaninchen angegliedert; Bruteier und Zuchtmaterial wurden beschafft. Jan Schneider berichtete aus der Chronik der Verein, die wie ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Ereignisse in Deutschland wirkte. Die erste Tierbewertung wurde in 1941 durchgeführt. In 1942 musste der neue Verein für jedes Mitglied ein Kaninchen für „ernährungswichtige Zwecke" abliefern. Nach dem Krieg, so Schneider in seinem Bericht, war der Aufbau des Kleintierzuchtvereins schwierig. Und trotzdem: die erste Lokalschau des Vereine konnte am 18. Dezember 1948 abgehalten werden. 180 Stück Geflügel und 80 Kaninchen wurden ausgestellt. Der Anfang War gemacht. Es entwickelte sich eine rege Vereinstätigkeit.

1949 wurde die Jugendgruppe gegründet; weitere Lokalschauen fanden statt. Der „Lehrer-Schneider" Erinnerungspreis wurde im Jahre 1956 erstmals vergeben. Ab 1970 wurden dann auch wieder Kaninchen bei den Lokalschauen ausgestellt. Als Ausstellungsort fungierte auch schon mal die Maschinenhalle des Mitgliedes Walter Ruppert, ehe dann ab dem Jahre 1983 die Reithalle in Ober-Gleen für die zahlreichen lokalschauen genutzt werden konnte.

Der Kleintierzuchtverein Ober-Gleen entwickelte sich weiter und führte im Jahre 1987 bereits die erste Kreis-Kaninchenschau und im Jahre 1989 die Kreisgeflügelschau durch. Weitere Kreisschauen wurden in den folgenden Jahren in Ober-Gleen veranstaltet.

Mitglieder des Verein besuchten auch Nationale Ausstellungen in Hannover und Frankfurt; 1997 wurde Erhard Lesch, so heißt es in der Chronik, deutscher Meister und Thomas Weil erreichte mit Zwerg Brahma den Titel eines deutschen Jugendmeister. In Leipzig errang Bernd Schneider mit Eistauben gehämmert den deutschen Meistertitel. Auch in den letzten Jahren konnten interessante Preise wie deutsche Jugendmeister mit Höckergänsen (Alexander Ditschler), Europachampion mit Eistauben gehämmert (Bernd Schneider) sowie mehrere Meistertitel auf Landesebene für die Kaninchenzüchter errungen werden.


Georg Dörr - 44 Jahre Vorsitzender; Otto König 56 Jahre Rechner

Kaum zu glauben. Georg Dörr, Mitbegründer des Kleintierzuchtvereins, war gleichzeitig auch Vorsitzender. 44 Jahre (1939-1983) hatte er dieses Amt inne. Sein Nachfolger war Erhard Lesch (1983-2009); seit 2009 führte Ingo Ditschler den Verein. Erwähnenswert auch die Tätigkeit von Otto König als Rechner; von 1939 bis 1997 hatte er dieses Amt inne - 56 Jahre.


Grußworte und Auszeichnungen

"Der kleine aber engagierte Verein hat eine interessante Geschichte", sagte Ortsvorsteher Armin Becker. Er lobte die Tätigkeit und die vielen Lokalschauen, die immer wieder verdeutlichen, welche Verbundenheit zwischen Mensch und Tier besteht. Becker überbrachte auch die Grüße aller Vereine aus Ober-Gleen. Bürgermeister Ulrich Künz sicherte auch dem kleinen Verein weiterhin die Unterstützung der Stadt Kirtorf zu und Kreisbeigeordneter Gerhard Ruhl, sagte, dass Umgang mit Tieren mehr als nur ein Hobby sei. Und Spruch des Abends h brachte Stadtverordnetenvorsteher Manfred Schaaf über die Lippen: „Was Bayern München für den Fußball, das ist der Kleintierzuchtverein Ober-Gleen mit seinen Erfolgen für seine Mitglieder".


Idealismus, Geduld und Liebe zum Tier, das sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Rassegeflügelzucht, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes Hessen-Nassau. Und genau diese Tugend wird im Kleintierzuchtverein Ober-Gleen gelebt. Heine überreichte die Ehrenbänder und den Ehrenteller des Bundes Deutscher Rassegeflügelzüchter. Auch der Rasseverband der Kaninchenzüchter gratulierte. Heinrich Kalbfleisch (Lautertal) hatte eine Urkunde mitgebracht, die die Verbundenheit mit dem Jubiläumsverein verdeutlichte. Leintierzucht, so Heinrich Kalbfleisch, sei auch eine Bildungsaufgabe, stelle er fest und nahm Bezug auf Albert Schweitzer, der die Beschäftigung mit Tieren als einen Beitrag der Erziehung zur Menschlichkeit bezeichnete. (als)+++

Fotos: als

Auszeichnung durch Heinrich Kalbfleisch vom ...




Impressum