01.04.14 - FULDA

Erfolgreiche Adoptionsvermittlung

32 Kinder aus In- und Ausland fanden neue Eltern

Die Nachbegleitung von Adoptivfamilien ist ein wichtiges Anliegen in der Adoptionsberatung. Dies gilt insbesondere dann, wenn Kinder mit besonderen Bedürfnissen wie beispielsweise einer körperlichen Erkrankung oder Kinder, deren leibliche Mütter Alkohol oder Drogen in der Schwangerschaft konsumiert haben, vermittelt werden.

Vor diesem Hintergrund hat die gemeinsam von den Jugendämtern des Landkreises und der Stadt Fulda sowie des Landkreises Hersfeld-Rotenburg getragene Adoptionsvermittlungsstelle ihre Aktivitäten ausgeweitet, Adoptiveltern durch Veranstaltungen, Seminare und Gesprächskreise die Möglichkeit gegeben, sich auszutauschen und fachliche Unterstützung zu erhalten. So soll eine Gesprächsgruppe für Eltern von Teenagern angeboten werden.

Ein weiterer Aufgabenschwerpunkt ist die Vorbereitung und Schulung von Eltern und Bewerbern für Pflegekinder, die sich perspektivisch eine Adoption vorstellen können. Dies erfordert zusätzliche Vorbereitungsmodule. Auch wurde bereits eine gemeinsame Informationsveranstaltung mit dem Pflegekinderdienst durchgeführt. Zudem sollen die Vermittlungsbemühungen von Pflegekindern mit der Perspektive einer späteren Adoption verstärkt werden.

Beratungsbedarf sehen Ines George und Irmgard Plappert von der Adoptionsvermittlungsstelle auch bei leiblichen Eltern, die ihr Kind zur Adoption freigeben wollen. Sie sollen gesellschaftliche Wertschätzung und Unterstützung erfahren. Diese Zielsetzung verfolgt auch das am 1. Mai 2014 in Kraft tretende Gesetz zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt, wofür aber noch die Ausführungsbestimmungen des Landes fehlen.

In den vergangenen sechs Jahren betreute die gemeinsame Adoptionsvermittlungsstelle insgesamt 467 Adoptionsverfahren. In jedem Jahr kamen 60 Verfahren hinzu. 22 Kinder aus dem Inland fanden neue Eltern, davon fünf in 2013. Zudem gab es seit Bestehen der Einrichtung zehn Auslandsadoptionen, die aber rückläufig sind. Von 183 Stiefkind-Adoptionsverfahren endeten 73 mit dem Adoptionsbeschluss. Auch werden auf der aktuellen Adoptionsliste 13 Bewerberpaare geführt.

Mit Blick auf die beim jährlichen Bilanzgespräch vorgelegten Zahlen sprach Erster Kreisbeigeordneter Dr. Heiko Wingenfeld von einem sehr erfolgreichen Modell interkommunalen Zusammenarbeit, das in Mittelhessen bereits Nachahmer finde. Die Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Hersfeld-Rotenburg, Elke Künast, pflichtete dieser Einschätzung mit Hinweis auf die hohe fachliche Qualität der geleisteten Arbeit für die betroffenen Familien ausdrücklich bei.+++




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