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25.04.14 - PETERSBERG

Biogasanlage Melzdorf

AKTUALISIERT! "Kein Störfall in Biogasanlage" - BI-Meinung irreführend

Der Ausfall eines Rührwerkes in der Biogasanlage Melzdorf hat zwischenzeitlich für Aufregung gesorgt. Die Bürgerinitiative Melzdorf hatte in einer Pressemitteilung behauptet, dass in der Anlage zu einem Störfall gekommen sei. Die Umweltbehörde des Regierungspräsidiums Kassel dementiert dies und nennt den Begriff "Störfall" als "irreführend". Die Umweltbehörde schreibt in einer Pressemitteilung wörtlich: In der Biogasanlage Melzdorf kam es in der vergangenen Woche durch den Ausfall eines Rührwerkes zu einer zu einer Betriebsstörung. Das Rührwerk wurde ausgebaut und durch ein neues ersetzt. Bei einer Bürgerinitiative, die sich gegen die Biogasanlage wendet, hatte der Ausfall der Anlage Befürchtungen hervorgerufen, es könnte zu einer Explosion kommen.

„Es bestand im Zusammenhang mit dem Ausfall des Rührwerks und seiner Instandsetzung keinerlei Gefahr", teilt die Umweltabteilung des Regierungspräsidiums Kassel dazu mit. Der in diesem Zusammenhang verwendete Begriff „Störfall" ist irreführend, so die Umweltbehörde. „Störfall" bezeichne schwerwiegende Störungen in Großanlagen, von denen eine ernsthafte Gefahr ausgehen kann. Derartige Anlagen unterliegen der sog. Störfallverordnung. Die Anlage Melzdorf zählt nicht dazu, schreibt die Behörde abschließend.

Am vergangenen Dienstag kam es nach Ansicht der Bürgerinitiative Melzdorf offenbar zu einem Störfall an der Biogasanlage Melzdorf (Gemeinde Petersberg, Landkreis Fulda). Aufgrund dessen wurde aus dem Fermenter das gärende Gärsubstrat abgepumpt und auf die Felder verbracht, erklärte die Bürgerinitiative in einer Pressemitteilung. 

Außerdem wurde die gesamte Gasmenge wahrscheinlich in die Umgebung abgelassen, ohne dass die Anwohner über eine mögliche Explosionsgefährdung informiert worden seien. Auch sei keine Feuerwehr zur Absicherung vor Ort gewesen. Abgelassenes Methangas sei auch aus Umweltschutzgründen eine richtige Katastrophe.

Das Behälter-Netto-Volumen des Fermenters beträgt 1.294 Kubikmeter (Nawaro und Gülle), der maximal zulässige Gasspeicher habe ein Volumen von 472 Kubikmeter. Die zuständigen Behörden Landkreis Fulda und Regierungspräsidium Kassel sowie die Umweltpolizei Fulda seien durch die betroffenen Anwohner informiert und um Stellungnahme gebeten wurden. Diese liegen der Bürgerinitiative nach eigenen Angaben derzeit noch nicht vor.

Unterdessen wehrte sich Christian Bug, Betreiber der Biogasanlage im Gespräch mit osthessen-news.de: "Die Vorwürfe sind absolut haltlos - es wurde lediglich ein Teil des Rührwerks ausgetauscht." Dies sei eine routinemäßige Reperatur gewesen, da in der Baureihe häufig Fehler beim Rührwerk auftreten würden. "Für Anwohner gab es keine Gefahr. Die Ausführungen der Bürgerinitiative sind lächerlich", so Bug. "Ich war den ganzen Morgen aufgebracht über diese Vorwürfe." (pm/jub/hb) +++




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