Fotos: Miriam Rommel

12.07.14 - FULDA

Öffentlichkeit, Gespräche und Informationen

"Krankheit kann jeden treffen"- Selbsthilfetag auf dem Universitätsplatz

Wenn die Diagnose „Krebs“ lautet, ist das für die meisten Menschen ein Schock. Das Leben gerät aus den Fugen, mit der Bedrohung des eigenen Lebens stellt sich ein Gefühl der Ohnmacht ein. „Krebskrank? Wir helfen!“ Mit diesem Motto stellt sich am Samstag die Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs auf dem Universitätsplatz in Fulda vor. Über 160 Selbsthilfegruppen gibt es im Landkreis Fulda, Hersfeld- Rotenburg und Vogelsberg. Einige davon sind beim Selbsthilfetag in Fulda vertreten. Maria Tölle, seit 11 Jahren Leiterin der Frauenselbsthilfe nach Krebs sagt im Gespräch mit osthessen-news.de:

„Wir sind eine der größten Krebs- Selbsthilfegruppen in Fulda. Mitmachen kann bei uns jeder der betroffen ist, ob Mann oder Frau, jeder ist bei uns herzlich Willkommen.“ Vorsatz der Selbsthilfegruppe ist, Krebskranke psychosozial zu begleiten, Angst zu nehmen und die Interessen der Erkrankten sozial- und gesundheitspolitisch zu vertreten. Eine Mitgliedschaft ist kostenlos. Die Mitglieder haben außerdem die Möglichkeit, sich bei regelmäßigen Treffen untereinander auszutauschen. „Bei uns geht es aber nicht nur um die Krankheit“ so Tölle. „Wir unternehmen auch Tagesfahrten, gehen gemeinsam Spazieren oder Kaffeetrinken und unterhalten uns über Gott und die Welt".  

Ein weiterer Selbsthilfestand auf dem Universitätsplatz in Fulda befasst sich mit dem Thema Krebs. Die Fuldaer Selbsthilfegruppe „Leben - Trotzdem“ wurde vor drei Jahren von Karin Eitel ins Leben gerufen. Menschen mit bösartigen Erkrankungen des blutbildenden Systems wie Non- Hodgkin-Lymphom oder ähnlichen Leiden finden hier Gleichgesinnte. „Uns ist es wichtig, dass man mit einer solchen Diagnose nicht alleine ist. Familienangehörige und Freunde haben meist nur begrenzte Geduld bzw. Verständnis für die Erkrankten. Wir treffen uns um uns gegenseitig Mut zu machen und trotz allem das Leben positiv zu sehen. Gemeinsam wollen wir uns austauschen, miteinander lernen, lachen und- ganz wichtig, leben.“ so Eitel.

Der Verein „Selbsthilfe Niere“ bietet am heutigen Tag unter anderem Informationen zum Thema Organspende an. Otto Gemming, 1. Vorsitzender des „IG der Dialysepatienten und Nierentransplantierten Osthessen e. V.“, sagt im Gespräch mit on „ Organspenden retten Leben. Auch wenn sich die meisten Menschen keine Gedanken über den eigenen Tod machen möchten, ist Aufklärung wichtig. Viele Vorurteile gegen die Organspende könnten dadurch abgebaut werden“. Die Selbsthilfe ist längst zu einem wichtigen Bestandteil im Gesundheitswesen geworden und unterstützt alle Beteiligten, um bspw. mit einer Krankheit gemeinschaftlich besser umgehen zu können und dadurch auch eine für die Heilung wichtige, positivere Sicht in die Zukunft zu entwickeln.

Selbsthilfegruppen bieten Hilfe zur Selbsthilfe. Die auf dem Universitätsplatz teilnehmenden Gruppen decken ein breites Spektrum ab: Erkrankung, Behinderung, Ernährung, Körper & Seele, Anonyme und soziale Themen. Interessenten haben heute noch bis 16 Uhr die Möglichkeit, die Stände zu besuchen. (Miriam Rommel)+++

Links: Karin Eitel, Gründerin der ...

Rechts im Bild: Maria Tölle ...

Otto Gemming(links) und Raymond Deuchert ...




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