29.06.03 - Fulda

Erinnerung an CDU-Politiker und Mensch Dr. Alfred DREGGER - Jahrestag

Vor genau einem Jahr, am 29. Juni 2002, ist in Fulda der bundesweit bekannte CDU-Politiker, Ehrenvorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag und ehemalige Oberbürgermeister von Fulda, Dr. Alfred Dregger, im Alter von 81 Jahren verstorben. Am heutigen Sonntag gedachten in Fulda im Rahmen eines Jahrtagsamtes im Dom nicht nur seine Witwe Dagmar Dregger, sondern auch die beiden Söhne, Schwiegertöchter und weitere Familienmitglieder mit Parteifreunden des Todes des verdienten Poltikers.

Anschließend besuchten sie dessen Grab auf dem Friedhof am Fuldaer Frauenberg und legten Kränze nieder: Bürgermeister Bernd Woide namens der Stadt Fulda und für den CDU-Kreisverband sowie der Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann (Neuhof) im Namen der Fraktionsvorsitzenden Angela Merkel für die CDU/CSU. Mit dabei waren auch MdL Dr. Walter Arnold und Hubert Heil (Künzell).

Dregger war heute vor einem Jahr nach langer, schwerer Krankheit "friedlich entschlafen". Den letzten "öffentlichen Auftritt" hatte der Christdemokrat bei einer großen Feier zu seinem 80. Geburtstag am 10. Dezember 2000 in Fulda. Damals war Dregger von führenden Unions-Politikern als "der große Reformer der hessischen CDU" gewürdigt und als "Patriot und kämpferischer Demokrat mit nationaler Ader" bezeichnet worden. Unter der Führung Dreggers steigerte die CDU von 1966 bis 1974 ihren Stimmenanteil bei den Landtagswahlen von 26,4 Prozent auf 47,3 Prozent..

Der in Münster gebürtige Westfale ging nach dem Abitur sofort in den Militärdienst, wurde im 2. Weltkrieg viermal verwundet und schied im Range eines Bataillonskommandeurs aus. Der promovierte Jurist wurde 1956 jüngster deutscher Oberbürgermeister in der damals kreisfreien Stadt Fulda. Während seiner 14jährigen Amtszeit förderte Dregger vor allem den innergemeindlichen Straßenbau und initiierte die einzige Hochhaus-Siedlung Fuldas auf dem Aschenberg. Dregger war danach zehn Jahre hessischer Landtagsabgeordneter, über 25 Jahre Bundestagsabgeordneter, CDU-Chef in Hessen und von 1982 bis 1991 Fraktionsvorsitzender der Union im Bundestag.

Ab 1972 gewann Dregger sieben Mal in ununterbrochener Reihenfolge als Direktkandidat den osthessischen Bundestagswahlkreis 132. Er war bis 1998 der letzte Vertreter der Kriegs- und Aufbaugeneration in Deutschland. Mit seinen Auffassungen - in der Bandbreite von "wertegeprägt bis erzkonservativ" - wurde Dregger von Linken und Liberalen sowie Parteifreunden vom linken Flügel der Union häufig angegriffen. Für seine stete unbeirrte Hoffnung auf eine deutsche Wiedervereinigung wurde der Mann - der für seine kämpferische Natur Spitznamen wie "Django" oder "Don Alfredo" erhielt - teils sogar verhöhnt, ging selbst mit politischen Gegnern aber auch hart ins Gericht.

Noch 1994 war der - damals 74-jährige - Politiker von der Jungen Union für die erneute Bundestagskandidatur vorgeschlagen worden. Dreggers Wunsch, als Alterspräsident den Bundestag zu eröffnen, ging schon damals nicht in Erfüllung: diese ehrenvolle Aufgabe fiel dem noch älteren Stefan Heym von der PDS zu. Als Dregger 1998 noch einmal - zumindest für die ersten beiden Jahre der Legislaturperiode - noch einmal antreten wollte, stiess er bei seiner "Heimat-CDU" - allen voran dem CDU-Bezirksvorsitzenden und Landrat Fritz Kramer - auf Widerstand. Nach monatelangen innerparteilichen Querelen und massivem Druck verzichtete Dregger - der auch Ehrenvorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist - dann 1997 auf eine erneute Bundestags-Kandidatur.

Dregger hat in seinem Leben viel erreicht, aber es ist sicher nicht falsch zu sagen, dass ihm zwei "große politische Träume" verwehrt blieben: Ministerpräsident in Hessen zu werden und Alterspräsident des Bundestages. +++

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