08.06.04 - Fulda

GRÜNEN-Forderung: "Affäre SHTYN" bei Borussia "ganz schnell beenden"

Die Fraktion der Grünen im Fuldaer Stadtparlament hat anlässlich des "tiefen Falls des einstigen Vorzeigevereins SC Borussia Fulda 04" die Verantwortlichen aufgefordert, die ".Affäre Shtyn ganz schnell zu beenden". Die Funktionäre hätten vom Hessischen Fußballverband "genau die Quittung erhalten, die der verfehlten Vereinspolitik angemessen ist", meinte ein Grünen-Sprecher heute. Die Entscheidung des Verbandes seit weder überraschend noch überzogen noch geschah sie ohne Vorwarnungen. Die Leidtragenden seien jedoch die untersten Glieder, die die eigentlich tragende Säule eines Sportvereins bildeten: die Fans, bzw. die letzten verbliebenen Getreuen.

Die "Politik" des SC Borussia in der jüngsten Vergangenheit habe nicht nur die Sponsoren vergrault, sondern auch die fußballbegeisterten Anhänger. "Im Abseits kann man keine Treffer landen und wenn man sich falsch positioniert, kann man nur Eigentore schießen" hieß es.

Besonders tragisch ist für die GRÜNEN auch das Detail, dass dieser "Supergau" ausgerechnet im Jubiläumsjahr hochging. "2004 sollte eigentlich eine riesige Freudenparty zum 100. stattfinden. Auf einem Scherbenhaufen aber feiert es sich schlecht." Das - hoffentlich endgültige - "Ende der Affäre Shtyn" sei allerdings die 1. Voraussetzung für einen Neuanfang. "Das ist auch schon der einzige positive Aspekt dieses Trauerfalls." Und außerdem: "Wenn man ganz unten ist, gibt es nur Wege nach oben."

Nur nach wie vor völlig ungeklärt sei, warum eine ganze Reihe Profis aus gestandenen Juristen, Steuerberatern und Kaufleuten auf die Luftblasen eines Mannes hereinfiel, dessen Vita bereits einschlägige Pleiten (VfB Gießen) vorwies, der sich schon von Anfang an als nicht teamfähig erwies und dessen einziger finanzieller Erfolg der Sponsoren-Vertrag mit der Deutschen Mentor ist, deren Geschäftsführer sich zur Zeit wegen Millionenbetrug vor Gericht verantworten muss. Den GRÜNEN fällt nur eine Erklärung ein: "Da waren wohl einige Herren zeitweise von allen Guten Geistern verlassen."

Als Ross Shtyn zum Sportdirektor gekürt wurde, versuchten die GRÜNEN einen Gesprächstermin mit ihm zu vereinbaren, um sich die Geschäftspolitik der GmbH und ihr Verhältnis zum Verein aus erster Hand erläutern zu lassen. "Darauf warten wir noch heute. Offenbar bestand nie Interesse daran, Entscheidungsstrukturen und Strategien der GmbH offenzulegen."

Die GRÜNEN empfehlen dringend, die Chance zu nutzen und "sich vollständig von Herrn Shtyn zu trennen." Außerdem halten sie es für eher nicht sinnvoll, Rechtsmittel gegen die Nichterteilung der Oberliga-Lizenz einzulegen: "Das bringt vermutlich nichts, verschleißt nur Kräfte und hindert einen wirklichen Neuanfang."

Der frühere Vorstand und zurückgetretene Verwaltungsrat muss sich nach Ansicht der GRÜNEN fragen lassen, ob sie sich schuldig machten, einen drohenden Konkurs verschleppt zu haben.

Außerdem fordern die GRÜNEN die zuständigen Fuldaer Behörden auf, das "Internat des Herrn Shtyn gewissenhaft zu überprüfen. Nach all dem, was der ehemalige Sportdirektor in Sachen Borussia gemacht und insbesondere was er unterlassen hat, ist es nur verantwortungsvoll, sein Fuldaer Sportinternat umgehend auf den Prüfstand zu stellen. Schließlich werden hier Jugendliche betreut. Und für Minderjährige hat der Staat eine besondere Fürsorgepflicht." +++

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