Osthessen Sport
Heiße Duelle vor großer Zuschauerkulisse: Wenn Borussia, Lehnerz oder Flieden in direkten Duellen spielen, ist immer was los

22.02.2016 - FUSSBALL

Die Hessenliga im Check

Viel Bewegung in Flieden, drei Rückkehrer in Lehnerz und stabile Borussen

Die lange Zeit des Wartens hat ein Ende: nach der Winterpause rollt in Osthessen am kommenden Wochenende - sofern Wettergott Petrus nichts dagegen hat - endlich wieder der Ball. Zeit also, die Vereine der Hessen-, Verbands,- und Gruppenliga genauer unter die Lupe zu nehmen. Wer kam? Wer ging? Wo klemmt es noch? Antworten gibt es im ON|Sport-Check. Den Anfang machen die osthessischen Hessenligisten SV Buchonia Flieden, Borussia Fulda und der TSV Lehnerz.


SV Buchonia Flieden

Bewegung gab es im Kader ...

Das hat sich verändert: Die meisten Veränderungen gab es überraschenderweise im Kader der Buchonen. Patrick Broschke (FSV Thalau) und Gideon Betz (Stipendium) stehen Meik Voll nicht mehr zur Verfügung, dafür konnte der Klub Jan-Niklas Jordan (TSV Lehnerz, ausgeliehen), David Janik (RW Frankfurt) und Abu Acikel (FV Bad Vilbel) verpflichten. „Wir können den Weggang von Patrick Broschke mit Jordan und Janik gut kompensieren. Die Lücke von Betz sollen Andre Leibold, Gabriel Müller oder Lukas Heil füllen“, bewertet Trainer Meik Voll den veränderten Kader, der vor allem an Breite gewonnen habe. „Das ist nach der Verletzungsmisere aus der Hinrunde ganz wichtig“, freut sich Voll, der weiterhin auf den Langzeitverletzten Stefan Dietz (Knorpelschaden) verzichten muss. Dafür klopft mit Nico Zeller schon das nächste Talent aus dem eigenen Nachwuchs an, während Felix Hack (19) sich mehr und mehr zur Stammkraft entwickelt. Der vom FV Bad Vilbel gekommene Abu Acikel brauche hingegen noch Zeit. „Er war ein halbes Jahr ohne Spielpraxis, bei ihm müssen wir noch Geduld zeigen“. so Voll, der von seinem Personal völlig überzeugt ist.

So lief die Vorbereitung: Die Ergebnisse der Kicker aus dem Königreich lesen sich teilweise wie die Lottozahlen. 9:3 gegen Melsungen, 4:6 gegen Steinbach dazu ein 3:0 gegen Neuhof und ein 8:0 gegen Wollbach. In allen Partien blieben die Buchonen ungeschlagen und präsentierten sich überwiegend in guter Form. „Die Ergebnisse sind mir total egal. Mir ist wichtig, dass die Jungs umsetzen, was ich sehen möchte. Das war überwiegend der Fall und deshalb bin ich positiv gestimmt.“ Zudem forcierte Voll weiterhin das Teambuilding und ging mit der Mannschaft ins Kino, feierte eine Kabinen-Party oder verbrachte gesellige Stunden auf der Enzianhütte. „Das hat die Jungs noch einmal zusammen geschweißt“, so Voll, der optimistisch der Rückrunde entgegen blickt. 

ON|Sport-Prognose: Unklar ist, wie viele Mannschaften letztlich absteigen werden. Durch den Rückzug des SV Wiesbaden könnte es nur drei Mannschaften treffen. Für den SV Flieden wird es bis zum Schluss eng werden, am Ende lassen die Schützlinge von Meik Voll aber fünf Mannschaften hinter sich und halten die Liga. Ausschlaggebender Punkt: der Zusammenhalt in der jungen Truppe stimmt und erweist sich als entscheidender Vorteil.


SC Borussia Fulda

Verlängerte seinen Vertrag und geht ...Archivfotos: Julius Böhm

Das hat sich verändert: Ein Zugang, ein Abgang. Beim Aufsteiger ging es nach der turbulenten Hinrunde samt Trainerwechsel in der Winterpause ruhig zu. Sebastian Ruhl tritt aus beruflichen Gründen kürzer und kickt nun in der Gruppenliga für Rothemann, Sebastian Schmeer kam auf Leihbasis von Regionalligist Hessen Kassel. „Er hat sich nahtlos integriert und bringt viel Qualität auf den Platz“, sagt Thomas Brendel über den Neuzugang. Aktuell habe Vedran Jerkovic als Ruhl-Ersatz die Nase vor Roman Schad, der zuletzt angeschlagen war, vorn. Die wichtigste Personalie war aber die von Trainer Thomas Brendel, der seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert hat. 

So lief die Vorbereitung: Sechs Spiele, fünf Siege - die Testspiele verliefen für die Borussia überwiegend erfolgreich. Nur das 1:3 gegen Hünfeld trübt etwas die gute Stimmung, könnte aber zur richtigen Zeit gekommen sein. Klarer Höhepunkt: das 3:1 über Regionalligist Kickers Offenbach. „Ich bin mit den Ergebnissen und den Leistungen zufrieden, wir haben viel Elan gezeigt“, resümierte Brendel, der sich für die Rückrunde optimistisch zeigt. Gewinner der Vorbereitung ist Imal Schersadeh, der ein ganz heißer Anwärter für den Platz neben Kapitän Mark Jaksch auf der "Doppel-Sechs" ist.

ON|Sport-Prognose: Schon vor der Winterpause hat sich gezeigt: der Trainerwechsel war die richtige Entscheidung. Unter Thomas Brendel wirkt die Borussia stabil, hat einen klaren Plan und eine gute Entwicklung genommen. Die schon immer vorhandene individuelle Klasse bringt der Aufsteiger in der Rückrunde konstant aufs Feld, am Ende steht der sichere Klassenerhalt.


TSV Lehnerz

Nahezu unverändert geht der TSV ...

Das hat sich verändert: Personell hat sich im Kader von Henry Lesser fast nichts verändert. Jan-Niklas Jordan soll in Flieden Spielpraxis sammeln, ansonsten sind alle an Bord geblieben. Dafür kann Lesser die Rekonvaleszenten Niklas Odenwald und Christian Eckerlin wieder aufbieten und Alex Reith konnte die Vorbereitung nahezu problemfrei durchziehen. „Ich bin froh, dass alle gesund sind. Das ist erst einmal das Wichtigste“, sagte Henry Lesser, der seinen Vertrag um ein Jahr verlängert hat, zu seinem Kader.

So lief die Vorbereitung: Überragend. Ein 4:0 und 5:1 über die Regionalligisten Schweinfurt und Aschaffenburg zeigten eindrucksvoll, was in der Rückrunde möglich sein kann. Dazu gesellte sich ein 6:1 über Verbandsligist Bad Soden und ein 2:0 über Bayernligist Großbardorf. Und das trotz vieler Experimente, die Henry Lesser versuchte. „Ich will einfach sehen, wie sich Spieler auf anderen Positionen verhalten“, so Lesser, der sich mit der Vorbereitung äußerst zufrieden zeigt, von einem Angriff auf die vorderen Plätze (noch) nichts wissen möchte.

ON|Sport-Prognose: Die Mannschaft in toller Verfassung, dazu die Rückkehr einiger Verletzter: Der Rahmen für die Rückrunde stimmt beim TSV Lehnerz. Nachdem die Kontrahenten ihre Kader in der Winterpause aber noch einmal aufgehübscht haben, wird es wohl für ganz vorne nicht reichen. Am Ende landet Lehnerz auf einem guten vierten Tabellenplatz. (Tobias Herrling) +++

                    

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