Osthessen Sport
Fotomontage: Janina Hohmann

10.07.2017 - FUSSBALL

Warum heißen die so? (15)

SV Solidarität Kleinensee - Wo Ärmel aus Fußball-Liebe hochgekrempelt werden

Sie heißen Germania, Buchonia, Alemannia oder Britannia. Sieht man sich im Fußball-Raum Osthessen um, fallen einem sofort die teils kuriosen Namen der Vereine auf. In der neuen Serie von ON|Sport gehen wir deren Geschichte und Bedeutung auf den Grund. Im fünfzehnten Teil nehmen wir den SV Solidarität Kleinensee unter die Lupe.

Auch wenn er erst seit 1946 den Namen SV Solidarität Kleinensee trägt, lässt die Bezeichnung sogleich auf seine Wurzeln schließen. Es grüßt die Arbeiterbewegung. Ohnehin scheinen die Kleinenseeer nichts dem Zufall überlassen zu haben. Allein das Gründungsdatum spricht Bände: Wie in der Vereinsgeschichte, die Familie Schäfer auf http://kleinensee-schaefer.de/SV-Kleinensee akribisch zusammengetragen hat, nachzulesen ist, hoben am 1. Mai (Tag der Arbeit) 1928 begeisterte Hobby-Fußballsportler den VfL (Verein für Leibesübungen) Kleinensee aus der Taufe.

Die Gründungsväter verfolgten das Ziel, dem Spiel rund ums runde Leder zu einem höheren Bekanntheitsgrad zu verhelfen und in geordneten Strukturen dem Bolzen zu frönen. Die Geschicke des Vereins lenkten Heinrich Schäfer und Karl Brill. Der VfL war dem Arbeiter-Turn- und Sportbund (ATSB) angeschlossen, der 1919 aus dem Arbeiterturnerbund hervorging und der SPD sehr nahestand.

Gekickt wurde damals in der Freien Thüringer Fußballvereinigung im Bezirk Salzungen. Das lag auf der Hand, da das hessische Kleinensee sich aufgrund seiner grenznahen Lage zu Thüringen überwiegend ins Nachbargefilde orientierte. Die sportlichen Gegner waren in jenen Tagen Vereine, wie Horschlitt 1, B-V Eisenach, FSV Eisenach, Dippach, Stockhausen, Creuzburg und Wenigenlupnitz. Heute ist der SV in der B-Liga Hersfeld-Rotenburg und landete in der abgelaufenen Spielzeit auf dem sechsten Rang.

Nach den Irrungen und Wirrungen des Zweiten Weltkrieges wagte man einen sportlichen Neuanfang am nordöstlichen Fuße des Seulingswaldes: Am 1. März 1946 konstituierte sich der SV Solidarität Kleinensee als Nachfolgeverein des VfL Kleinensee. Dazu eingeladen hatte der Bürgermeister ins Gasthaus Knies – das heutige Vereinslokal. 31 Jugendliche erklärten sich bereit, fortan die Fußballschuhe für den Sportverein zu schnüren. An einen geregelten Spielbetrieb war freilich längst nicht zu denken: Es fehlte an Ausrüstung und an Transportmitteln; selbst ein Sportplatz stand nicht zur Verfügung.

Jedoch lebten die Kleinensee-Anhänger Solidarität: Mit vereinten Kräften packten sie an und setzten im Oktober 1948 im sogenannten Seulingssee den ersten Spatenstich für eine neue Spielstätte. Die Erdbewegungen wurden komplett in Eigenleistung mit Kippwagen der Firma Hans Wehner vorgenommen, die das Unternehmen (ohne Leihgebühr zu verlangen) zur Verfügung stellte. Mit einem Sportfest konnte schließlich am 29. Mai 1949 die feierliche Einweihung des Sportplatzes begangen werden. Der Grundstein für ein blühendes, für ein von Solidarität und Verbundenheit geprägtes Vereinsleben – im Zeichen des Fußballs. (Stefanie Harth) +++

                    

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