Auch wenn sie noch so süß schaut, unter den Weihnachtsbaum gehört auch diese Katze nicht. Foto: Pixabay

22.12.2016 - REGION

Keine Lebewesen unterm Weihnachtsbaum

"Tiere sind ein Geschenk, aber sie sollten nicht verschenkt werden"

Heiligabend: Zwischen bunten Geschenkverpackungen und Tellern voll mit Lebkuchen blinzeln zwei verängstigte Äuglein hervor. Die Freude über das neue Haustier ist groß - zumindest in den drei darauf folgenden Tagen. Denn irgendwie ist die Katze doch nicht so kuschelig, der Hamster tagsüber nicht so aktiv oder das Meerschweinchen nicht so stubenrein, wie es sich der Beschenkte vorgestellt hat. Was bleibt, ist Ernüchterung. Haustiere sollten nicht unter dem Weihnachtsbaum landen, finden deswegen Tierschützer und fordern dazu auf, Lebewesen nicht zu verschenken.

"Haustier-Besitzer sollten sich ihre Vierbeiner selbst aussuchen", findet Anita Burck vom Tierschutz Fulda. Sie erlebt es oft, dass ein besorgter Sohn seiner alleinstehenden Mutter eine Katze schenken möchte, weil er befürchtet, sie sei zu einsam, oder Eltern ihren Kindern mit Nagern eine Freude machen wollen. "Wenn das der Fall ist, dann lehne ich eine Vermittlung grundsätzlich ab." Der Grund dafür ist genauso simpel wie einleuchtend: Wer gern ein Tier möchte, der muss sich im Vorfeld ausführlich darüber informieren, was auf ihn zukommt. Und außerdem muss der Funke überspringen. Vor allem Eltern würden ihre Kinder an Heiligabend gern mit einem kleinen Nagetier im Käfig überraschen. "Dabei muss man bedenken, dass vor allem Hamster nachtaktive Tiere sind. Wenn das Kind tagsüber damit spielen will, möchte er schlafen."

Auch Katzen seien oft eigen. Die meisten von ihnen würden sich ihre Besitzer eher selbst aussuchen als andersherum. "Wenn das Tier und der Mensch nicht harmonieren, zieht der Vierbeiner meist den Kürzeren", sagt Burck und erwähnt auch die Kosten, die ein Tier verursacht: "Der Besitzer muss die Möglichkeit haben, sich im Vorhinein klarzumachen, was da auf ihn zukommen kann", sagt auch Renate Beutler vom Tierschutzverein Hünfeld und spielt auf Kosten für Impfung, Futter, Kastration beziehungsweise Sterilisierung und andere Arztkosten an. "Sich ein Tier anzuschaffen, muss eine wohlüberlegte Entscheidung sein."

Und eben keine Überraschung unterm Weihnachtsbaum: "Immerhin müssen vor allem Kinder ja auch erst mal einen respektvollen Umgang mit Tieren lernen und beigebracht bekommen, dass es sich um ein Lebewesen und kein Spielzeug handelt", sagt Burck. Sie empfiehlt deswegen, mit dem Kind im Vorhinein das Tierheim oder den Tierschutz zu besuchen. "Allein schon, um herauszufinden, ob jemand eine Allergie hat." Auch Gespräche gehören im Vorfeld der Anschaffung dazu: Hat man überhaupt die Zeit für ein Haustier? Kann man ihm gerecht werden, wenn beispielsweise eine Woche nach Weihnachten der Ski-Urlaub ansteht?

Dem stimmt auch Herbert Heurich, 1. Vorsitzender des Tierheims Fulda-Hünfeld, zu: "Wer geben kein Tier ab, wenn wir wissen, dass es ein Geschenk sein soll." Allerdings räumt er ein, dass eine Vermittlung rund um die Feiertage Sinn mache, wenn Interessenten schon länger mit dem Tierheim in Kontakt stehen und ganz bewusst die Weihnachtstage wählen, um an ihren freien Tagen viel Zeit für das neue Tier zu haben. "Deshalb muss man differenziert an solche Dinge herangehen und sie selbstverständlich in jedem Fall hinterfragen." An den Feiertagen selbst bleibt das Tierheim geschlossen, die Werktage rundherum ist es wie gewohnt geöffnet.

Auch beim Tierschutzverein Hünfeld vermittelt man Tiere gern zum Wochenende hin, damit die neue Familie in den ersten Tagen viel Zeit für die Kleinen hat. "Allerdings sollte es in keinem Fall eine Überraschung sein." Beutler rät dazu, bereits im Vorfeld gemeinsam mit dem Beschenkten nach einem Tier Ausschau zu halten, es mit Bedacht auszuwählen und dann vielleicht kurz vor Weihnachten abzuholen. "Alternativ kann man ja auch einen Gutschein verschenken und nach Weihnachten dann zusammen ins Tierheim oder zum Tierschutz kommen, um das neue Familienmitglied auszusuchen." (Suria Reiche) +++

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