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Marisca (links) hat es geschafft: Durch die tatkräftige Hilfe ihrer Patin Barbara Imhof (zweite von rechts) fand die fleißige und lernwillige junge Frau nach zwei Jahren vergeblicher Suche zunächst einen Praktikumsplatz im Haarpflegesalon „Sehzade“ in der Fuldaer Brauhausstraße und begann anschließend eine Ausbildung bei Friseurmeisterin Sehzade Özkaya (ganz rechts). Mit den dreien freut sich Sabine Quednau von „Paten & Partner e.V.“

11.10.06 - Fulda

Verein "Paten & Partner" zieht erfolgreiche Bilanz - Neue Mitstreiter gesucht

Seit einigen Monaten geht es wieder aufwärts mit der deutschen Wirtschaft und abwärts mit der Zahl der Arbeitslosen. Nur auf dem Lehrstellenmarkt ist die Lage nach wie vor angespannt. 215.000 der bundesweit gut 700.000 Bewerber um eine Lehrstelle konnten, so die Statistik des Bundeswirtschaftsministeriums, bis zum Beginn des Ausbildungsjahres 2006 nicht vermittelt werden.

Und wenn schon Abiturienten Schwierigkeiten bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz haben und Realschulabsolventen mit guten Zeugnissen in der Regel mehr als 50 Bewerbungen schreiben, fallen zwangsläufig diejenigen durchs Raster, die bereits mit einem Handicap ins Rennen um die begehrten Lehrstellen gehen. Sprachliche und soziale Defizite, schlechte Schulnoten oder ein problematischer familiärer Hintergrund machen ihre Bemühungen nahezu aussichtslos – trotz vorhandenen Leistungswillens und hoher Motivation.

Um jungen Menschen in dieser Situation vor Ort zu helfen und ihnen den Einstieg in einen qualifizierten Beruf zu ermöglichen, hat sich vor rund sechs Jahren ein Kreis engagierter heimischer Bürger um den ehemaligen Chefredakteur der „Fuldaer Zeitung“, Uwe-Bernd Herchen, zusammengefunden, der die Idee zum Projekt „Ausbildungspatenschaften“ hatte und sie auch umgehend in die Tat umsetzte. Inzwischen im gemeinnützigen Verein „Paten & Partner e.V.“ organisiert, übernehmen sie Patenschaften für junge Menschen mit schwierigen Startbedingungen, helfen bei der Suche nach einem Praktikums- und Ausbildungsplatz und begleiten ihre „Patenkinder“ bis zum Ende ihrer Lehrzeit.

Bei einem Pressegespräch stellte der Verein jetzt die erfreuliche Bilanz seiner Arbeit vor und formulierte gleichzeitig sein derzeit wichtigstes Anliegen: „Wir brauchen weitere engagierte Mitstreiter, um auch den Jugendlichen eine Perspektive zu geben, die sonst kaum eine Chance hätten.“ Wie erfolgreich die bisherige Tätigkeit des Vereins ist, zeigen die aktuellen Zahlen: Von 71 Patenkindern haben 46 eine Ausbildungsstelle bekommen. Das bedeutet eine Erfolgsquote von immerhin 65 Prozent. Viele von ihnen haben inzwischen ihre Abschlussprüfung bestanden, sind vom Ausbildungsbetrieb übernommen worden oder haben in einem anderen Unternehmen eine Stelle gefunden.

Die ehrenamtlich tätigen Mitglieder von „Paten & Partner e.V.“ kommen aus den verschiedensten Berufen. Richter und Geschäftsführer, pensionierte Lehrer und ehemalige Redakteure, Personalberater, frühere Abgeordnete und Bürgermeister setzen ihre Erfahrungen aus langjähriger Berufstätigkeit, ihre Kontakte zu möglichen Arbeitgebern, ihre soziale Kompetenz und nicht zuletzt ihren guten Namen ein, um ihre Patenkinder aktiv und individuell zu unterstützen. „Für die Lebensperspektive unserer Patenkinder kann es entscheidend sein, einen erfahrenen und verlässlichen Ratgeber zu haben, der ihnen ganz persönlich zur Seite steht. Konkrete, praktische Hilfe und, wenn nötig, auch konstruktive Kritik können den Weg ins soziale Abseits verhindern“, beantwortet ein Flyer des Vereins die Frage nach ihrer Motivation.

So engagieren sich die Paten bei der Suche nach geeigneten Praktikums- und Ausbildungsplätzen, organisieren Sprach- und Bewerbungstrainings und stehen als Begleiter bei Vorstellungsgesprächen zur Verfügung. Darüber hinaus verstehen sie sich auch als Nothelfer bei ganz alltäglichen Problemen, wenn etwa Defizite im privaten Bereich zu beheben sind, Kontakte zu Sozial- oder Jugendamt notwendig werden, Kinderbetreuung organisiert werden muss oder ein PC gebraucht wird, aber vom Patenkind allein nicht zu finanzieren ist.

Gleichzeitig sind die Paten Ansprechpartner auch für die ausbildenden Betriebe und für die Berufsschulen, insbesondere um mögliche Missverständnisse klären und Konfliktsituationen zu entschärfen. Mit dieser Dialogform hat „Paten & Partner“ ein in Deutschland wohl einmaliges Konzept.

Den Vorsitz des Vereins hat die frühere Bundestagsabgeordnete Barbara Imhof übernommen. Sabine Quednau, zweite Vorsitzende von „Paten & Partner“ und hauptberuflich beim Amt für Arbeit und Soziales des Landkreises Fulda tätig, stellt den Kontakt zwischen Paten und potentiellen Patenkindern her und koordiniert die Zusammenarbeit mit dem Landkreis Fulda, der die Arbeit des Vereins tatkräftig unterstützt. Wichtig für den Verein ist auch die Kooperation mit der Agentur für Arbeit in Fulda, wo Teamleiter Ottokar Schwerd als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Die Stadt Fulda hat erst kürzlich ihr Interesse an einer engeren Zusammenarbeit signalisiert. Bei der Kreisversammlung Fulda des Hessischen Städte- und Gemeindebundes Ende September in Eiterfeld haben die Bürgermeister des Kreises Unterstützung angeboten. Dabei geht es vor allem darum, den Kreis der Paten zu erweitern.

Denn die vor allem werden gebraucht, um weiteren Jugendlichen erfolgreich Starthilfe in den Beruf leisten zu können. Wer sich als Ausbildungspate engagieren möchte, ist bei „Paten & Partner e.V.“ herzlich willkommen. Zur Kontaktaufnahme stehen Sabine Quednau (Telefon: 0661 / 60 06 85 08), Barbara Imhof (Telefon: 0661 / 9 42 99 11) und Uwe-Bernd Herchen (Telefon: 0661 / 5 36 40) zur Verfügung. +++

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